Verpasste Umsatzziele bei Paul Hartmann. Ein guter Chef geht!

Paul Hartmann - ein konservativ geführtes Familienunternehmen


In der Heidenheimer Zeitung gibt der CEO des Familienunternehmens Paul Hartmann mit Marken wie Kneipp sein Abschiedsinterview. Es beschreibt die Situation von allen Familienunternehmen insgesamt sehr gut. Deshalb sollten wir einen Blick auf die Auszüge zu den Themen Übernahmen, Ziele und Entspannung werfen.


Zusammenfassung / Lessons Learned des Beitrags



  • Die Familienunternehmen nehmen ihre Manager 24 Stunden an sieben Tagen in Anspruch
  • strategische Investoren möchten keine hohen Preise zahlen, weil sie die Übernahmekosten auch im laufenden Geschäft wieder verdienen müssen.
  • Paul Hartmann muss in den nächsten Jahren um jährlich 2 Prozent wachsen, um den gegenwärtigen Preis zu rechtfertigen.


Hartmann-Konzernchef Andreas Joehle hat seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt.

Warum geht CEO Andreas Joehle?


Er braucht eine Pause. Das Abschalten ist ihm schwer gefallen. Das zeigte sein Körper sehr deutlich.

“Ich kann das erstaunlicherweise recht gut. Vor 15 Jahren ist mir das noch recht schwergefallen. Ich war eher der Klassiker, der in jedem Urlaub erst einmal zwei bis drei Tage erkältet war. Ich habe eines gelernt und zwar, dass Sie ihre Auszeiten selber planen müssen. Dafür können Sie nicht die Firma verantwortlich machen, die nimmt Sie 24 Stunden an sieben Tagen in Anspruch. Das ist doch ganz normal. Sie müssen deshalb selbst sagen, jetzt brauche ich eine Pause“, so Andreas Joehle.

Im Jahr 2013 hat er als Umsatzziel 3 Milliarden für Jahr 2020 ausgerufen. Dieses Ziel ist ohne Wunder für Paul Hartmann in naher Zukunft nicht erreichbar, denn aktuell liegt der Umsatz bei 2,06 Mrd. EUR.

Woran liegt es, Herr Joehle?


“Es gibt bei dem Thema zwei Blöcke. Beim organischen Wachstum haben wir genau die Ziele erreicht, die wir definiert hatten. Dann gibt es den Block mit Zukäufen und hier sind wir noch nicht in der Dimension unterwegs, die ich mir ursprünglich vorgestellt hatte.Unter anderem hätten wir gern noch mehr Firmen übernommen. Dafür brauchen sie, z.B. in kleineren familiengeführten Einheiten, aber auch Verkäufer die in der aktuellen Situation der Finanzmärkte bereit sind, ihr Geschäft an uns zu übergeben. Zudem sind die Preise für Übernahmen extrem gestiegen. Finanzinvestoren können damit sehr gut umgehen. Wir als strategische Investoren tun uns hier aber manchmal schwer, weil wir die Übernahmekosten ja auch im laufenden Geschäft wieder verdienen müssen.“


Teure Übernahmen und Investments beinhalten großes Risiko, einen dauerhaften Kapitalverlust zu erleiden. Oder mit Herrn Joehles Worten gesprochen:

“Die Frage ist doch nicht, ob wir eine solche Übernahme umsetzen können, sondern ob wir das wollen. Da bin ich doch eher mit dem schwäbischen Gen infiziert. Das bedeutet: Sie gehen an nichts pleite, das sie nicht gekauft haben.“
Gierige Manager setzen alles daran, die Ziele zu erreichen, um auch entsprechend mehr Vergütung zu bekommen. Gute Manager von Familienunternehmen denken an die nachhaltige Zukunft des Unternehmens und das ist Andreas Joehle sehr gut gelungen.

Bewertung von Paul Hartmann


Trotz zusätzlich regulatorischer Aufwendungen kann Paul Hartmann einen guten Gewinn je Aktie von 24,8 EUR erzielen. Zum gegenwärtigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 muss das Unternehmen in den nächsten Jahren um jährlich 2 Prozent wachsen, um den gegenwärtigen Preis zu rechtfertigen. Durch die nachhaltige Führung, guter Marken wie Kneipp und die stabile Bilanz erscheint es realistisch.

Frohe Weihnachtsfeiertage wünscht 
Ihr Königsinvestor-Team

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