Bewertung von Wachstumsunternehmen nach Benjamin Graham

Bewertungsmethode von Wachstumstiteln nach Benjamin Graham


Der Ur-Vater des Value Investings Benjamin Graham war immer ein Anhänger von Unternehmen mit geringem Wachstum, aber einem sehr billigen Preis. Dennoch hat er uns eine einfache lineare Funktion für die Bewertung von  Wachstumsunternehmen hinterlassen.

Diese Formel wollen wir heute vorstellen, um unser Kapital vor dummen Exzessen zu schützen.

Benjamin Grahams Formel lautet:

Unternehmenswert = aktuelle (normale) Gewinne  x (8,5+ 2 * erwarteten Wachstumsraten (p.a.))


Der Unternehmenswert setzt sich aus dem aktuellen Gewinn, welcher um Einmaleffekte angepasst wird, und einem Wachstumsmultiplikator  zusammen. Das Wachstum fließt über die erwartete jährliche Wachstumsrate in die Funktion (8,5+2* Wachstum in %) ein. Als erwartete Wachstumsrate wird eine Rate angeben, welche in den nächsten sieben bis zehn Jahren erreichbar erscheint.

Graham weist auf die konservative Orientierung seiner Formel hin, denn wenn ein Unternehmen mit Wachstumsraten von über 8 % im Jahr diese unendlich weit in die Zukunft fortschreiben kann, wäre der  Unternehmenswert auch unendlich hoch. Ein Unternehmen kann seine hohen Wachstumsraten in der Regel nur eine bestimmte Zeit fortschreiben, weil im Markt irgendwann eine Art Sättigung eintritt oder die Konkurrenz von dem attraktiven Markt angezogen wird. Sollte es doch zu dem Fall kommen, das sich die Wachstumsraten realisieren, könnte der Investor auf einen ansehnlichen zusätzlichen Gewinn zugreifen.

Wachstumstitel Rational AG als Berechnungsbeispiel


Das Familienunternehmen Rational AG ist der Markt- und Technologieführer für die thermische Speisenzubereitung in Profiküchen. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Gewinn je Aktie von 11,18 EUR und konnte im Vergleich zum letzten Jahr den Gewinn um 4 % steigern. Erwartet man in den nächsten 7 bis 10 Jahren eine ähnliche Wachstumsrate, lautet die Formel von Graham so:


Gewinn pro Aktie x Kurs-Gewinn-Verhältnis = Wert je Aktie

Ausführlich:

Gewinn pro Aktie x (8,5+2x erwartetes Wachstum in %)= Wert je Aktie

Am Beispiel Rational AG:

11,17 € x (8,5+2*4%) =  184,47 €

Durch die Annahme einer Wachstumsrate von 4% gehen wir laut Grahamformel (8,5+2*4) von einem Gewinnmultiplikator von 16,5 aus.

An der Börse kann man das Unternehmen zu einen 39,1 Kurs-Gewinn-Verhältnis und zu einem Kurs von 437 EUR erwerben.

Zusammenfassend benötigt man zur Bewertung von Wachstumsunternehmen laut Graham:

- den aktuellen Gewinn je Aktie (bereinigt um Sondereffekte)
- die jährlich erwartete Wachstumsrate


Und man erhält einen konservativen Wert je Aktie.

Welche Wachstumsraten sind bei Familienunternehmen aus den DACH-Ländern eingepreist?


Man kann ohne große Probleme die umgekehrte Berechnung anstellen und das implizierte Wachstum für die nächsten 7-10 Jahre ermitteln. 


Wachstumsunternehmen mit implizierten Wachstum über 7 -10 Jahre
Stand: 25.03.2017

Wir sind gespannt, welches Unternehmen die implizierten Wachstumsraten von Graham erfüllt und werden es in 7 Jahren nochmal prüfen. ;-)

Der Vorteil des Graham- Multiplikator für Wachstumsunternehmen


Die lineare Funktion ermittelt auch greifbare Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) bei Wachstumsunternehmen mit jährlichen Raten von über 15 % für den konservativen Investor und vermeidet das Risiko eines Kapitalsverlustes durch zu viel Euphorie beim Kaufpreis. Benjamin Graham gesteht jedem Unternehmen mit Wachstum ein konservatives Kurs -Gewinn-Verhältnis zu und verlangt eine Gewinnrendite von 11,5 % für ein stagnierendes Unternehmen. Die Annahmen sollten auf vergangenen Ist- Werten basieren, so eine belastbare Schätzung für die Zukunft ermöglichen und keine Verfälschung durch kurzfristige Prognosen durch Analysten zulassen.

Graham Kurs Gewinn Verhältnis für Wachstumsunternehmen

Das Graham KGV berücksichtigt das erwartete Wachstum wie das PEG Price-Earning- to Growth-Ratio auf eine konservative Weise, dennoch wollen wir Ihnen demnächst auch das PEG auf Deutsch: Kurs-Gewinn-Wachstum-Verhältnis in der Rubrik Unternehmensbewertung vorstellen.



Quelle:

Quelle: Graham (2016): Intelligent Investieren: Der Bestseller über die richtige Anlagestrategie, S. 315-318. 
https://en.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Graham_formula


Schafft es Aldi in China durchzustarten?

Aldi bietet seine Waren in China an

In diesen Tagen startet Aldi Süd mit der Expansion in China mit einem Online-Shop. Damit erobert das Familienunternehmen Aldi den 9. internationalen Markt und gibt sich positiv, was die Erfolgsaussichten angeht. 
„Wir sind davon überzeugt, dass auch chinesische Kunden großes Interesse an der Qualität und den günstigen Preisen haben, die wir ihnen bieten können" Christopher Schwaiger, Landesgeschäftsführer China
Über die Plattform Tmall Global, welche von Alibaba betrieben wird, bietet Aldi unter dem Namen "Aoleqi" ein erstes Sortiment aus Weinen, Süßigkeiten, Snacks oder Frühstücksprodukte. Die Preise sind, jedoch nicht vergleichbar mit dem deutschen Discounter. Ein Beispiel sind 24 600ml-Flaschen der Eigenmarke Aoleqi für 169 Yuan, umgerechnet 22,75 €. Zudem beträgt die Wartezeit für die Produkte 1 Woche. Die Preise als auch die Lieferzeiten werden sich mit zunehmender Erschließung des Marktes eher an den deutschen Standard anpassen.

Bild Koenigsinvestor.deAldi entschied sich gegen den Aufbau eines Filialnetzes in China, das die Investitionskosten zu hoch sind und die Erfolgsaussichten sehr schwer abzuschätzen sind. Der Online-Verkauf dient wahrscheinlich als Probelauf um die Nachfrage nach den Produkten zu testen um später vielleicht ein Filialnetz aufzubauen.
„Was man erreichen muss ist, dass der Kunde den Glauben gewinnt, nirgendwo billiger einkaufen zu können.“ Karl Albrecht 
Andere deutsche Handelsunternehmen, wie Metro und DM haben den Schritt nach China schon eher gewagt und haben gegenüber Aldi vorerst einen großen Vorteil. Die Preise sind bei der Konkurrenz bereits fast an den deutschen Preisen angepasst und der Absatz ist stark gewachsen. Der chinesische Onlinehandel lockt mit sehr großen Wachstumszahlen und belohnt die deutschen Anbieter, trotz geringer Investitionskosten, mit großen Gewinnen. Bis 2020 soll der chinesische Onlinehandel auf einen Umsatz von 1,4 Billionen € und damit einen Anteil am Gesamthandelsvolumen von 22 %.

Lesen Sie auch "Die Schwarz-Gruppe: Europas größter Handelskonzern"


Quelle: 
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/discounter-in-china-wo-der-aldi-wein-20-euro-kostet/19541830.html (Stand: 20.3)
http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/discounter-aldi-sued-startet-im-zweiten-quartal-2017-in-china/14859216.html (Stand: 20.3)


Zinserhöhung und die Auswirkungen laut Warren Buffett.

Was hat die Zinserhöhung für Auswirkungen auf den Aktienmarkt?


Fed erhöht die Zinsen

Die US-Notenbank hebt den Leitzins auf 0,75 bis 1 Prozent an. Damit reagiert sie auf die anziehenden Preise in den USA und die guten Arbeitsmarktdaten. Zum zweiten Mal binnen drei Monaten erhöht Janet Yellen die Zinsen um einen Viertelpunkt und zeichnet ein anderes Bild von der USA als Donald Trump. Sie spricht von Betrieben an den Kapazitätsgrenzen, Fachkräftemangel und robusten Wohlstandsgewinnen.

Auswirkungen auf den Aktienmarkt

Warren Buffett sagte auf der 50. Hauptversammlung von Berkshire Hathaway:

"Wenn wir wieder bei Zinssätzen ankommen, die normal sind, sehen diese Aktienpreise hoch aus. Wenn die Zinssätze auf diesem Niveau bleiben, sehen Aktien billig aus."
Was sind demnach die mutmaßlichen Folgen der US- Zinserhöhung? Die Verteuerung von Bankkrediten und die höheren Darlehenskosten für den Staat, Unternehmen sowie Privatpersonen sind als Resultat denkbar. Das heißt umgekehrt, die Investoren oder Kreditgeber bekommen mehr für ihr Geld auch bei "Anlagen mit geringerem Risiko", wie Anleihen usw. Ein Investor schaut sich in der Regel auch nach anderen Investitionsmöglichkeiten um und sucht mit Hilfe der Rendite / Risiko- Grafik  die richtige Anlage für seinen Risikobedarf. Dennoch sind die Schritte der Zinserhöhung sowie das gegenwärtige Zinsniveau so minimal, dass man auf Aktien eigentlich nicht verzichten kann. Es besteht jedoch die Gefahr, dass das Kapital aus den Aktien, welche als Anleihen-Ersatz gelten, etwas abfließt. Zinserhöhungen können auch zu einer Auflösung der Blase führen, welche durch das billige Geld entstanden ist. Insgesamt sollte man aber bei langfristigen Investitionen die Aktien vorziehen, wie eine Studie der Credit Suisse zeigt.

durchschnittlich, jährliche Rendite seit 1900
Bildquelle: Credit Suisse 


Quelle:
www.faz.net/aktuell/finanzen/fed-erhoeht-us-leitzins-um-viertelpunkt-14926713.html
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/us-zinsen-die-fed-erhoeht-den-us-leitzins-und-macht-trump-das-leben-schwer-1.3420484

Die Schwarz-Gruppe: Europas größter Handelskonzern

Europas größter Handelskonzern - die kaum bekannte Schwarz-Gruppe

Wer ist die Schwarz Gruppe?

Bild KoenigsinvestorDie Schwarz-Gruppe ist der größte Handelskonzern in Europa und der viertgrößte der Welt. Hinter der Schwarz-Gruppe stehen die Unternehmen Lidl und Kaufland. Insgesamt erwirtschaftet die Unternehmensgruppe im Jahr 2015 einen Umsatz von 85,7 Mrd. € mit 375.000 Mitarbeitern. Die Grenze von 90 Mrd. € Umsatz wurde im Jahr 2016 übersprungen. Schätzungsweise liegt der Umsatz zwischen 92-94 Mrd. €. Im deutschen Markt liegt die Schwarz-Gruppe auf Platz 3 unter den Einzelhändlern. Der Unternehmensleiter Klaus Gehrig wurde 2016 vom Manager-Magazin zum Manager des Jahres gekürt. 

Zukunftspläne der Schwarz-Gruppe

Die Schwarz-Gruppe hat das Ziel stark zu expandieren und neue Märkte zu erschließen. Kaufland soll in diesem Jahr in die Republik Moldau eintreten. 2018 ist geplant das Lidl in Serbien und den USA neue Filialen aufbaut. Im Online-Handel wird in Deutschland weiter investiert. Darunter die Möglichkeiten des Lieferservice in großen Städten oder Abholung in den Filialen. In China steht der Plan als reiner Online-Händler aufzutreten, ähnlich wie Aldi. Die größten Ziele sind es, in den USA einen erfolgreichen Marktstart zu erreichen und einen Umsatz von 100 Mrd. € zu erzielen.

Die Familie hinter der Schwarz-Gruppe

Inhaber der Schwarz-Gruppe ist Dieter Schwarz, der Gründer von Lidl. Der 77-Jährige gehört zu den reichsten Deutschen mit einem Vermögen von ungefähr 17 Mrd. € (2015). Er gilt als sehr öffentlichkeitsscheu, dadurch sind kaum Informationen über die Familie und den Inhaber im Internet zu finden. 



Quellen: 
http://www.stimme.de/heilbronn/wirtschaft/Schwarz-Gruppe-steigert-Umsatz-auf-85-7-Milliarden-Euro;art2088,3641717 (Stand: 14.3)
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/90-milliarden-euro-umsatz-lidl-ueberholt-aldi-a-1126064.html (Stand: 14.3)
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/die-reichsten-deutschen-2015-die-top-10-a-1055901-5.html (Stand: 14.3)
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/dieter-schwarz-wird-75-der-scheue-lidl-gruender/10744824.html (Stand: 14.3)

Snapchat! Sind Spekulanten unbelehrbar?

Benjamin Graham wusste: Spekulanten sind unbelehrbar!

Wir haben vor kurzem das Unternehmen Snapchat in einem Beitrag zum Thema Unternehmensbewertungen der Start-ups thematisiert. Mittlerweile ist das Unternehmen mit einer Marktbewertung von 25,5 Mrd. US-Dollar (doppelt so viel wie Traditionsmarke Ferrari NV) an der Börse. Da scheint es aus unserer Sicht erlaubt zu sein, die Frage in den Raum zu werfen, ob Spekulanten unbelehrbar sind.

Lassen wir die Worte von Benjamin Graham im Buch Intelligent Investieren auf uns wirken:
“Die Spekulanten unter den Anlegern sind unbelehrbar. In Finanzangelegenheiten können sie nicht bis drei zählen. Sie kaufen alles, zu jedem Kurs, wenn sie glauben, es sei etwas “im Gange“. Sie stürzen sich auf alles, das nur irgendwie mit Franchising, Computer, Elektronik, Wissenschaft, Technologie oder dergleichen zu tun hat, wenn es gerade “IN“ ist.“
Und jetzt schauen wir uns mal an was “ IN“ ist oder war:

die Entwicklung der Techwerte über fünf Jahre Twitter, Zynga und Groupon -78%
Quelle: http://www.reuters.com (11.03.2017)

Was haben Twitter, Groupon, Yelp und Zynga gemeinsam?

Es waren alles gehypte und nicht profitable Techwerte mit sehr ambitionierten Bewertungen.
Jedoch stellte sich heraus, dass das Geschäftsmodell dieser Unternehmen noch nicht ausgereift war oder sich mittlerweile im Umbruch befindet. Bei einem Kauf dieser Unternehmen ohne Sicherheitsmarge läuft man große Gefahr, einen Kapitalverlust einstecken zu müssen, wie die Entwicklung seit dem Hoch der letzten fünf Jahre (260 Wochen) visualisieren soll. Diese Gefahr besteht natürlich auch beim Börsenneuling Snap Inc.

Mit dem Börsengang steht die Geschäftsentwicklung von Unternehmen wie Snap Inc. unter der Beobachtung der breiten Öffentlichkeit. Werden jetzt die Markterwartungen (im Umsatzwachstum usw.) nicht getroffen oder ist es nicht möglich, die breite Nutzerbasis zu kommerzialisieren, wird der Markt diese Unternehmen abstrafen und auch die externe Finanzierung erschweren. Es wird einige Unternehmen geben, welche es nicht schaffen, ihre Verluste intern über mehrere Monate zu finanzieren. Dazu äußerte sich Prem Watsa:
"When it is all over, we will not be surprised if most of these stocks are down 90%!"
Quelle: FAIRFAX FINANCIAL HOLDINGS LIMITED 2015 Annual Report, S. 22

Es scheint so als seien einige Anleger nicht belehrbar und lernen nicht aus den Fehlern der jungen Vergangenheit. Viele verstehen nicht, dass der Preis das Risiko bestimmt, wie wir im Artikel Der Preis! skizziert haben.

Was ist Opel? - Die 155-jährige Unternehmensgeschichte (Teil 2/2)

Opel soll an PSA verkauft werden, doch welche Geschichte steht eigentlich hinter diesem Unternehmen? (Teil 2/2)


Opel Design
Quelle: Opel Pressroom
In den 60er und 70er Jahren geht es wieder bergauf. Es werden neue Werke in Bochum und Kaiserslautern eröffnet. Die Erfolgsmodelle Ascona und Manta brachten Opel zu einem Marktanteil von über 20 % damit sogar an Volkswagen vorbei. 1972 sind 60.000 Mitarbeiter bei Opel beschäftigt.

Auch in den 80er Jahren baut Opel den Marktanteil weiter aus. Mit der Einführung des Opel Omega 1986 gelang Opel ein weiterer Sprung in der Technik. Zudem weiht Opel ein Werk in Saragossa (Spanien) ein in dem dann der neue Opel Corsa gebaut wird. Die Modellnamen wurden umbenannt von Manta in Calibra und von Ascona in Vectra.

Die 90er Jahre waren geprägt von Fehlentscheidungen des Managements, die hauptsächlich von GM angeordnet wurden. Da GM Verluste generierte, wurde von Opel Geld eingezogen und kaum noch investiert. Insgesamt flossen 4,5 Milliarden D-Mark von Opel zu GM. Die neuen Modelle, wie z. B. der Opel Astra waren sehr sparsam geplant, um möglichst viel Gewinn zu generieren. Jedoch traten beim neuen Astra viele Probleme mit Rost auf. Ein weiterer Fehler des Managements war es den Diesel-Boom zu verpassen. Opel hat nur veraltete Dieselmaschinen, währenddessen VW mit neuen TDI-Maschinen auf den Markt kommt.

Im neuen Jahrtausend baut Opel seine Modellpalette um, mit dem Ziel wieder neuen Aufwind zu bekommen. Schwer verkäufliche Modelle, wie der Geländewagen Monterey oder Opel Sintra werden aus dem Programm gestrichen. Neue Modelle, wie der Opel Meriva, Zafira, Insignia und Astra GTC werden auf den Markt gebracht. Opel gelingt es seine Marktposition zu verbessern, jedoch zieht GM weiterhin Geld ab und steht 2009 fasst vor dem Verkauf von Opel.

2012 kommt der neue Opel Mokka als Mini-SUV auf dem Markt und feiert große Erfolge. Mit dem Lifestyle-Kleinwagen Adam, der 2013 rauskommt, bringt Opel neuen Schwung in den Markt. 2015 folgt der Opel Karl als weiteren Kleinwagen. Opel befindet sich weiter im Umbau und schafft es durch neue Modelle mehr Kunden und neues Vertrauen zu gewinnen. Es braucht aber noch Zeit um das Unternehmen auf solide Beine zu stellen und rentabel zu machen. Diese Zeit hat GM und Opel leider nicht. So kommt es zum Verkauf an PSA. Hoffentlich sieht PSA das Potenzial, das in Opel steckt und fördert das Unternehmen weiter, anstatt es zu verkleinern.
"Ich sehe viele neue Chancen. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass wir an der einen oder anderen Stelle mehr Freiheitsgrade bekommen." von Opel Chef Karl-Thomas Neumann 
Opel verzeichnet 2016 erneut einen Verlust von 239 Mio. € und verfehlt damit das Ziel erstmals wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Ein Grund dafür sollte der Brexit und die damit verbunden Verluste von Vauxhall sein.

Die Übernahme von Opel kostet PSA 1,3 Milliarden €.

Hier finden Sie den 1. Teil der Unternehmensgeschichte von Opel.

Quelle:
http://www.autobild.de/klassik/artikel/150-jahre-opel-809815.html (Stand: 9.3)
http://www.opel.de/ueber-opel/philosophie.html (Stand: 9.3)
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/opel-gm-tochter-faehrt-wieder-verlust-ein-a-1118188.html (Stand: 9.3)

Free Cashflow - Rendite: Was steht dem Aktionär zu?

Der Free Cashflow ist für die Aktionäre!


Was ist der Free Cashflow (FCF)?


Der Free Cashflow (auch freier Cashflow oder Cashflow nach Investitionen genannt) ist der operative Cashflow abzüglich Investitionen (Capex) plus der Desinvestitionen. Die Kennziffer gilt als schwer
manipulierbar und signalisiert den entnahmefähigen Finanzmittelüberschuss eines Geschäftsjahres in der Theorie.
Die Zahlungsströme nach Investitionen machen deutlich, wie viel Geld für die Eigentümer des Unternehmens tatsächlich übrig bleibt. Das ist für den Investor sehr wichtig, denn „Bewertung ist das Zählen von Geld, nicht von Hoffnungen und Träumen.“ so Warren Buffett.


Was kann man mit dem Free Cashflow machen?


Der Free Cashflow bildet alle Zahlungsströme ab, welche im Unternehmen bleiben, abzüglich Investitionen / zuzüglich Desinvestitionen. Diese freien Mittel kann man nutzen, um die Aktionäre mit Dividenden und Aktienrückkäufen am Erfolg des Unternehmens teilhaben zulassen. Hier sollte man dringend berücksichtigen, dass die Free Cashflow Rendite deutlich höher sein sollte als die Dividenden-Rendite. Trifft das nicht zu, ist die Dividende in der Regel nicht nachhaltig, weil sie aus der Substanz oder mit Hilfe von Fremdkapitalaufnahme gezahlt wird.

Der Cashflow nach Investitionen kann auch zur Reduzierung der Verschuldung verwendet werden. Durch die Zurückzahlung der Schulden gewinnt man an Flexibilität, welche bei einer Krise in der Branche zum Ausweiten der Marktanteile oder / und zur Übernahme von Konkurrenten genutzt werden kann.
Darüber hinaus kann man den freien Cashflow auch zu Erweiterungsinvestitionen (Akquisitionen) und Ersatzinvestitionen nutzen.

Wo sind die Schwachstellen des Free Cashflows?


Der freie Cashflow ist Differenz aus dem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit.
Der Free Cashflow berechnet sich grob aus dem Nettogewinn:


+ zuzügliche alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (wie unter anderem Aufnahme von Rücklagen, Abschreibungen, Erhöhung von Rückstellungen, periodenfremde und außerordentliche Aufwendungen, Erhöhung des Gewinnvortrags) und


- abzüglich aller nicht zahlungswirksamen Erträge (wie unter anderem Entnahme aus Rücklagen, Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen, Minderung des Gewinnvortrags).

und dann abzüglich der Investitionen (Capital Expenditure = CapEx) und zuzüglich Desinvestitionen.


Hier stellt sich die Frage: Welche nicht zahlungswirksamen Aufwendungen oder Erträge und Investitionen (CapEX) sind normal und von welchen profitiert der Aktionär / der Eigentümer wirklich?


Zum Beispiel wird die aktienbasierte Vergütung (stock-based compensation), also die Aktienoptionen für das Management, wieder kopflos bei der Free Cashflowrechnung hinzu addiert. Von einer Verwässerung der Anteile hat der treue Aktionäre nichts und wenn auch das Management keine Verwässerung der Anteile anstrebt und im gleichen Maß Aktien am Markt zurückkauft, kommt es zu Aufwendungen für den Eigentümer. Das Unternehmen gibt dann in der Regel Aktienoptionen zu einem geringen Preis aus und kauft die Aktien am Markt zu einem normalen / hohen Preis zurück.

Ähnlich ist es bei nicht zahlungswirksamen Komponenten, wie latenten Steuern (Deferred Taxes), welche eigentlich nur in den anderen Berichtszeitraum verschoben werden. Diese Steuern werden dennoch fällig. Es gibt hierfür natürlich noch weitere Beispiele.

Zu guter Letzt die Investitionen. Stellen Sie sich vor, Sie gründen ein Logistikunternehmen. Im ersten Geschäftsjahr investieren sie einen großen Betrag in ihre Lagerhalle und ihren Fuhrpark. Diese Investitionen werden wahrscheinlich in den nächsten zwei bis fünf Jahren nicht in gleicher Höhe wiederkommen. Das Prinzip gilt auch bei Desinvestitionen, also sie besitzen als Logisitikunternehmer eine Lagerhalle und verkaufen diese Lagerhalle wir dieser Zahlungsstrom auch einmalig sein


Deshalb sollte man nicht stupide die Investitionen sowie Deinvestitionen im Geschäftsjahr als gegeben betrachten, sondern über eine Normalisierung der Investitionen und die Aufnahme von Instandhaltunginvestitionen nachdenken.

Dazu hilft die Betrachtung der Investitionen (CapEx) und Deinvestitionen über einen längeren Zeitraum und die Ermittlung der langfristigen Durchschnitte.

Bewertungsmetrik Free Cashflow RenditeDie Schwachstellen des Free Cashflows werden aus unserer Sicht bei den Owner Earnings- Berechnung vermieden, welche wir Ihnen auf der Seite Unternehmensbewertung noch vorstellen wollen.

Wie ermittelt man die Free Cashflow Rendite?


Teilt man den Free Cashflow des laufenden Geschäftsjahres durch die gegenwärtige Marktkapitalisierung, bekommt man die Free Cashflow Rendite. Also das, was man gegenwärtig für freie Zahlungsströme bei einer Investition in das Unternehmen bekommt. Da auch der Free Cashflow erheblichen Schwankungen unterliegt, ist es sinnvoll diesen Wert oder die Marge (Free Cashflow / Umsatz) über die letzten drei, sieben oder zehn Jahre zu mitteln. Dann bekommt man eine Vorstellung über den normalisierten Free Cashflow der letzten Jahre. Teilt man diesen durch die Marktbewertung des Unternehmens erhält man eine normalisierte Free Cashflow Rendite.

Es besteht auch die Möglichkeit den Free Cashflow durch den Unternehmenswert (Enterprise Value) zu teilen. Da der Unternehmenswert grob aus der Marktkapitalisierung zuzüglich der Schulden und abzüglich der Zahlungsmittel berechnet wird, ist die Bewertungsmetrik für den Eigentümer des Unternehmens noch aussagefähiger.
Die Free Cashflow-Rendite ist eine nützliche Bewertungskennziffer, um einen Blick in die Fähigkeit des Unternehmens zu erhalten, die Dividenden zu zahlen oder Aktien zurückzukaufen. Einen Überblick, der weitere Bewertungsmetriken enthält, finden Sie auf unserer Seite Unternehmensbewertung.

Quelle:
Griffin (2016): Charlie munger. Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen. S.180f
www.fuw.ch/article/anleger-schaut-auf-den-cashflow/ (Stand 05.03.2017)
www.fuw.ch/term/freier-cashflow-netto-cashflow/ (Stand 05.03.2017)
boerse.ard.de/boersenwissen/boersenlexikon/freier-cash-flow-100.html (Stand 05.03.2017)

Was ist Opel? - Die 155-jährige Unternehmensgeschichte (Teil 1/2)

Opel soll an PSA verkauft werden, doch welche Geschichte steht eigentlich hinter diesem Unternehmen? (Teil 1/2)

Die Unternehmensgeschichte beginnt 1862 mit dem Bau von Nähmaschinen durch Adam Opel in Rüsselsheim. Schnell wird das Produktionsspektrum auf Fahrräder erweitert. Bereits 1895 als Adam Opel starb, gehörte die Nähmaschinen- und Fahrradfabrik zu den erfolgreichsten in Europa.
Quelle: Opel Pressroom
"Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad." Adam Opel
Der Einstieg in die Autoherstellung gelang 1909 mit dem ersten Opel 4/8 PS, der sich bei Ärzten durch seine robuste und einfache Handhabung durchsetzte und so den Spitznamen Doktorwagen bekam. Er wird aufgrund des günstigen Preises auch der erste "Volks-Wagen" genannt.
1923 musste das Werk durch die hohe Inflation in Deutschland geschlossen werden, jedoch wurde es 1924 direkt neu eröffnet und das Fließbandprinzip eingeführt. Das nächste Modell 4/12PS war von unglaublichem Erfolg gekürt. Opel zählte bereits 7.600 Mitarbeiter. 

Opel wurde zu den größten deutschen Automobilunternehmen mit 44 % Marktanteil. 1929 erfolgte der Verkauf an GM, um bessere Exportchancen und den Zugang zum amerikanischen Markt zu haben. Bis zum 2. Weltkrieg baute Opel seine Marktstellung weiter aus, durch die Einführung des Opel Kadett. Kurz vor dem 2. Weltkrieg hatte Opel bereits 30.000 Mitarbeiter. Während des 2. Weltkriegs wurde die Herstellung von Autos zwangsmäßig in die Herstellung von Rüstungsteilen umgewandelt.

1946 gab es wieder einen Aufschwung bei Opel, GM übernahm die Werksleitung und die Modelle Opel Blitz, Kapitän und Olympia wurden produziert. Der Opel Kapitän verkaufte sich sogar besser als die Modelle von Mercedes.
1953 führte Opel das amerikanische Design ein, was jedoch nicht so gut in Deutschland ankam. Opel verlor in den nächsten Jahren sehr stark an Markteinfluss. Mercedes dominierte und kam besser bei den Kunden an. Die Nachfolgermodelle des Kapitäns konnten nicht mehr an die Erfolge anknüpfen.

Hier finden Sie den 2.Teil der Unternehmensgeschichte.

Lesen Sie auch die Unternehmesgeschichte von BMW oder von Otto Versandhandel.


Quelle: 
http://www.autobild.de/klassik/artikel/150-jahre-opel-809815.html (Stand: 4.3)
http://www.opel.de/ueber-opel/philosophie.html (Stand: 4.3)

Warren Buffetts Langzeitwette gegen teure Fonds

Buffetts Wette: Sind Fonds mit hohen Gebühren empfehlenswert?

System der Langzeitwetten


Das von Jeff Bezos gegründete Portal longbets.org bringt Leute, die auf verschiedenste Dinge wetten (Predictor) mit Leuten, die eine entgegengesetzte Meinung vertreten, (Challenger) zusammen. Hierzu muss einfach eine Vermutung aufgestellt werden, die dann innerhalb einer bestimmten Periode bewiesen oder widerlegt wird. Die Themen der Wetten können in alle möglichen Richtungen gehen, häufig geht es um technologische Entwicklungen oder die Weltbevölkerung. Der Wetteinsatz, der dann vom Verlierer bezahlt wird, geht an eine gemeinnützige Organisation, die der Gewinner vorher festgelegt hat. 

Buffetts Wette


Warren Buffett ist auf dieser Plattform an mehreren Wetten beteiligt, eine jedoch ist besonders hervorzuheben. 
“Over a ten-year period commencing on January 1, 2008, and ending on December 31, 2017, the S&P 500 will outperform a portfolio of funds of hedge funds, when performance is measured on a basis net of fees, costs and expenses.”
Zusammengefasst geht es darum, dass ein Portfolio Fonds (Hedge Fonds) über 10 Jahre schlechter abschneitet als der S&P 500, wenn man die Gebühren aus Sicht des Anlegers für die Hedge Fonds als Kosten ansieht. Die Gebühren senken also das Ergebnis der Fonds.

Herausforderer sind die Protege Partners, ein Fond der ungefähr 3,5 Milliarden US-Dollar verwaltet. Der Wetteinsatz liegt bei 500.000 $.
Das Portfolio der Fonds, welches gegen den S&P 500 antritt, besteht aus 5 Fonds, die ihr Geld in über 100 weitere Hedge Fonds investiert haben. So ist es möglich, ein objektives Ergebnis zu bekommen, ohne große Beeinflussungen durch sehr schlecht oder sehr gut laufende Fonds zu haben.

Die Ergebnisse der letzten 9 Jahre stellen sich folgendermaßen dar:

Buffetts Wette gegen Fonds, Zwischenstand Ende 2016
Quelle: Berkshire Hathaway Letter 2016
Es ist eindeutig zu sehen, dass Buffett mit seiner Vermutung recht hatte und die Wette gewinnen wird, wenn nicht in der verbleibenden Zeit Außergewöhnliches passiert.

Fazit von Warren Buffett


Viele Fonds erreichen nicht das Ergebnis des Index nach Abzug der Gebühren und Kosten. Man sollte sich als Privatanleger überlegen, ob man in einen Fond investiert oder selbst an der Börse sein Geld anlegt. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man mit einer Anlage in den Index (Dax) mehr Geld verdient, als mit einer Anlage in Fonds.
Jedoch sollte man berücksichtigen, dass es doch Fonds gibt, welche den Markt schlagen. Diese Fonds agieren meistens nach den Value Investing Prinzipien. Sie können nicht in jedem Jahr outperformen, werden jedoch, wenn sie diesem Stil treu bleiben, unterm Strich über einen langen Zeitraum den Index schlagen und den Zinseszins-Effekt zur Wirkung bringen.

Quellen: 
http://longbets.org/362/ (Stand: 26.02.2017)
http://www.berkshirehathaway.com/letters/2016ltr.pdf (Stand: 26.02.2017)

Warren Buffett's Letters to Berkshire Shareholders 2016: Entwicklung, Ausblick, Aktienrückkauf

Warren Buffett's Brief an die Aktionäre 2016 


Langfristige Entwicklung von Berkshire Hathaway:


Die langfristige Entwicklung von Berkshire Hathaway ist sehr sehenswert. Da ist es auch fast unbedeutend, dass der Gewinn im letzten Jahr nur stabil gehalten werden konnte. Schuld daran ist der leichte Rückgang des Gewinns vor Steuern bei den Investments und eine stabile Gewinnentwicklung bei den operativen Beteiligungen. Hier ist hervorzuheben, dass die Versicherungsparte wieder etwas mehr verdiente und das Eisenbahngeschäft BNSF Railway einen Gewinn- und Umsatzrückgang von rund 16 Prozent und 10 Prozent vermelden musste. Für die Betrachtung der Beteiligungsgesellschaft ist die Entwicklung des Buchwertes von großer Bedeutung, hier konnte Berkshire Hathaway wieder um 10,7 Prozent im vergangenen Jahr zulegen.


Geschäftsentwicklung von Berkshire Hathaway hinsichtlich Gewinn vor Steuern

Ausblick von Warren Buffett:


Buffett ist optimistisch für die Zukunft von Berkshire Hathaway und beschreibt seinen Plan wie folgt:
“Our expectation is that investment gains will continue to be substantial – though totally random as to timing – and that these will supply significant funds for business purchases. Concurrently, Berkshire’s superb corps of operating CEOs will focus on increasing earnings at the individual businesses they manage, sometimes helping them to grow by making bolt-on acquisitions. By our avoiding the issuance of Berkshire stock, any improvement in earnings will translate into equivalent per-share gains”
Quelle: Warren Buffett's Letters to Berkshire Shareholders 2016, S. 4 

Er geht weiterhin von erheblichen Investmentgewinnen aus, welche enorme Mittel für Berkshire Hathaway liefern und weitere Zukäufe begünstigen werden. Auf steigende Einnahmen der Tochterunternehmen konzentrieren sich seine hervorragenden Manager, welche auch durch Akquisitionen, wie den Hidden Champion Wilhelm Schulz GmbH, den Wettbewerbsvorteil weiter ausbauen können. Insgesamt geht Warren Buffett von steigenden Gewinnen je Aktie für die Zukunft von Berkshire Hathaway aus.

In seinem Brief an die Aktionäre hebt er auch nochmal die Stärke von Amerikas wie
"den Einfallsreichtum, das Marktsystem, einer Flut an talentierten und ehrgeizigen Immigranten sowie die Rechtsstaatlichkeit" hervor und stichelt etwas gegen Trump:
"Americans have combined human ingenuity, a market system, a tide of talented and ambitious immigrants, and the rule of law to deliver abundance beyond any dreams of our forefathers."
Quelle: Warren Buffett's Letters to Berkshire Shareholders 2016, S. 5

Aktienrückkäufe bei unterbewerteten Unternehmen sind nicht immer sinnvoll!  2 Ausnahmen 




Zum Thema Aktienrückkäufe äußert sich Warren Buffett sehr ausführlich. Er betont wieder, dass ein Aktienkauf nur sinnvoll ist, wenn der Kaufpreis unter dem Inneren Wert liegt. Dabei ergänzt er, dass es dennoch zwei Ausnahmen gibt, auch bei einer Unterbewertung des Unternehmens keine Aktienrückkäufe vorzunehmen.


1. Ausnahme liegt vor, wenn das Unternehmen die Rückkäufe nicht aus dem operativen Geschäft bezahlen kann, sondern dafür Schulden aufnehmen muss.

2. Ausnahme besteht dann, wenn eine Investition in das Unternehmen (Projekte, Maschinen) oder ein Unternehmenserwerb einen deutlich größeren Wert, also eine deutlich höhere Rendite auf das eingesetzte Kapital verspricht, als der Rückkauf von unterbewerteten Aktien.


Abschließend sagte Warren Buffett dazu:
“What is smart at one price is stupid at another.”



Berkshire Hathaway hält an seiner Rückkauf-Regel fest und ein Aktienrückkauf kann bei einem Kurs- Buchwert-Verhältnis von unter 1,2 stattfinden, weil Warren Buffett den Inneren Wert von Berkshire Hathaway deutlich über dieser Marke sieht. Nach dem Anstieg des Buchwertes um 10,7 Prozent auf 172100 US-Dollar je A- Aktie liegt das Kurs- Buchwert- Verhältnis bei rund 1,5.

Wilhelm Schulz GmbH: Warum kauft Buffett den Hidden Champion?

Der Hidden Champion Wilhelm Schulz  GmbH gehört
demnächst zu Berkshire Hathaway. Doch warum?



Das Familienunternehmen aus Krefeld produziert Spezialrohre jeglicher Durchschnitte und andere Bauteile. Die über 400 Mitarbeiter stellen unter anderem nahtlose und geschweißte plattierte (CLAD) Produkte als Rohr samt zugehöriger Fittings und Flansche aus einer Hand her. Diese Produkte werden in Kraftwerken, in der Öl- und Gas- Industrie sowie im Flugzeugbau eingesetzt. Das sind alles zyklische Branchen, welche sich gegenwärtig nicht wirklich am zyklischen Peak befinden. Die Investitionsbereitschaft von Öl- und Gasunternehmen ist aktuell aufgrund der Rohstoffpreise gedämpft.

Dies hört sich erstmal nicht so interessant an, denn laut Charlie Munger gibt es
“zwei Arten von Unternehmen: Die erste verdient 12 Prozent, die man am Ende des Jahres aus ihnen herausnehmen kann. Die zweite Art verdient ebenfalls 12 Prozent, aber all das verdiente Geld muss wieder investiert werden - es gibt nie freies Cash. Das erinnert mich an den Mann, der sich all seine Maschinen anschaut und sagt: “Das ist mein gesamter Gewinn.“ Wir hassen diese Art von Unternehmen.“ 

Quelle: Griffin(2016): Charlie Munger: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen S. 140

gehört das Familienunternehmen Wilhelm Schulz GmbH zu der zweiten Art von Unternehmen?


Wie ist die Geschäftsentwicklung  von der Wilhelm Schulz GmbH? 


Die Geschäftsentwicklung der Wilhelm Schulz GmbH mit Cashflow, Umsatz und Betriebsergebnis
Quelle: Bundesanzeiger.de (abgerufen am 21.02.2017)

Laut Bundesanzeiger (nach HGB) ist nur das Betriebsergebnis innerhalb der letzten fünf Jahre stetig gestiegen. Die Umsätze und die operativen Cashflows schwanken, typisch für eine zyklische Branche. Frei verfügbares Cash ist nicht immer vorhanden und die Investitionen in Anlagen liegen im Schnitt bei rund 5 Mio. €. Also man konnte nicht jedes Jahr Geld aus dem Unternehmen herausnehmen.

Im Geschäftsjahr 2014 wurde ein Umsatz von 172 Mio. Euro erwirtschaftet und ein operativer Gewinn von 33,6 Mio. Euro generiert, dass entspricht einer operativen Marge von 19 %. Sehr ordentlich! Die Wilhelm Schulz GmbH erwirtschaftete eine niedrige durchschnittliche Rendite auf das Eigenkapital von rund 6 %.

Wo liegt der Wettbewerbsvorteil von Wilhelm Schulz GmbH?


Die Wilhelm Schulz GmbH hat an den großen Standorten in Houston (USA), Krefeld (Deutschland) und Rio de Janeiro (Brasilien) enormes Wissen und Know How angesammelt. Diese Erfahrungen machten das Unternehmen zum Technologieführer für Herstellung von Rohrzubehör durch Hydroforming/ Kaltmassivumformung. Schnell etablierte sich ein bekannter Markenname innerhalb der Branche.

Zum Ausbau der Position investiert das Unternehmen in Forschung und Entwicklung, mit dem Ziel ein breiteres Spektrum von Produkten durch eigene Herstellungskapazitäten, nach dem Sinne alles aus einer Hand, abzudecken. Damit verbreitet sich der Burggraben stetig, ganz im Sinne Warren Buffetts.  

Die Mitarbeiter beherrschen die Fertigungsoperationen und wissen, wie sich die Stahlröhren bei Wärme- und Krafteinsatz verziehen und wie man es schnell und produktiv wieder richten kann. Die Fähigkeiten führen zu kurzen Auftragsdurchlaufzeiten und wettbewerbsfähigen Produktionskosten.

Vor allem bedarf die Bearbeitung von nahtlosen Edelstahl-Röhren mit großen Durchmessern enormer Investitionen in Zerspan- und Umformmaschinen sowie Beschichtungs- und Wärmebehandlungsanlagen. Dieser Investitonsbedarf schreckt einige Konkurrenten ab.

Darüber hinaus bestehen langfristige und nachhaltige Vertiebsbeziehungen zu dem kleinen Kreis an Abnehmern wie zum Beispiel Esso, Shell oder Exxon. Die globale Organisation bietet Serviceleistungen an, welche genutzt werden können, um den Kontakt zu den Schlüsselkunden konsequent auszudehnen.

Der Schmierstoffhersteller Lubrizol besitzt einen ähnlichen Wettbewerbsvorteil wie der Hidden Champion Wilhelm Schulz, welcher von Warren Buffett wie folgt definiert wird:

"Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es hier wahrscheinlich einen ordentlichen Schutzgraben gibt. Sie haben jede Menge Patente, aber noch wichtiger ist, dass sie eine Verbindung zu den Kunden haben."
Quelle: Griffin(2016): Charlie Munger: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen S. 193.

All das sind gute Gründe für die Eingliederung in das Buffett Tochterunternehmen Precision Castparts und diese Wettbewerbsvorteile bieten gute Ansätze, um Synergien für Berkshire Hathaway zu heben.


Quelle:
www.Bundesanzeiger.de (abgerufen am 21.02.2017)
www.welt.de/wirtschaft/article161448864/Was-sieht-Buffett-in-der-Wilhelm-Schulz-GmbH-aus-Krefeld.html (abgerufen am 21.02.2017)



Wie kommt es zu hohen Unternehmensbewertungen der Start-ups?

Die Erfolgsgeschichte von Start-Ups, die Jungunternehmen scheinen so wertvoll wie nie zuvor.

Junge Unternehmen, die nur wenige Jahre alt sind, werden bereits mit Milliardensummen bewertet. Wie ist das möglich und welche Unternehmen sind die wertvollsten Start-Ups der Welt? 

Die Gründungen von Start-Ups nahmen in den letzten Jahren sehr stark zu aufgrund der sich stark ändernden IT-Branche. Durch immer neue Entwicklungen im Bereich Online-Handel, Online-Plattformen oder Smartphones, sowie Apps gründen sich immer neue Unternehmen mit neuen Geschäftsideen. 
Wenn die Geschäftsideen Potenzial haben schnellen die Bewertungen der Unternehmen sehr stark in die Höhe, so kommt es zu mehrstelligen Milliardenbeträgen für Unternehmen, die noch nicht mal 5 Jahre alt sind. 

Bild Koenigsinvestor.deEin sehr bekanntes Beispiel ist die Snap Inc. der Betreiber von Snapchat. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und liegt mit einem Unternehmenswert von 17,8 Milliarden Dollar auf Platz 8 der wertvollsten Start-Ups der Welt. Die einfache Idee Fotos zu verschicken, die sich nach wenigen Sekunden wieder löschen, scheint so viel wert zu sein.

Das wertvollste Start-Up der Welt ist Uber mit einer Bewertung von 68 Milliarden Dollar (entspricht rund 1,2x der BMW - Marktbewertung). Das Unternehmen, was auf einen Klick ein privates Taxi bestellt weitet seine Tätigkeiten weiter aus. Es wird geplant, das Uber seine Geschäftstätigkeit um Transformation von Gütern und Services erweitert. Außerdem forscht Uber an selbstfahrenden Autos.

Die Unternehmen Snap und Uber müssen Ihren gigantischen Preis erstmal durch zukünftige Gewinne und Free Cashflows rechtfertigen, sonst kann es zu einem bösen Erwachen kommen.


Quellen:
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/snap-airbnb-uber-das-sind-die-wertvollsten-start-ups-der-welt/19414470.html
https://www.snapchat.com/l/de-de/

Junge Deutsche greifen zu Aktien. SUPER! Was sollten Sie beachten?

Das Deutsche Aktieninstitut vermeldet: Junge Leute greifen zu Aktien. Super! Nur was müssen Sie berücksichtigen?


Die Aktienanlage ist besonders für junge Leute wichtig.


Die Zahl der jungen Aktienanleger im Alter von 14 und 39 Jahren steigt um 4,7 % auf 1,95 Millionen laut einem Bericht des Deutschen Aktieninstituts. Das ist ein kleiner Anstieg aber immerhin. Damit konnte die Zahl der jungen und dynamischen Aktienanleger in den letzten vier Jahren deutlich um 23 % zulegen. Junge Leute kaufen endlich wieder Aktien! 


junge Aktienanleger zwischen 14 und 39 Jahren


Mit einem Blick in die Zukunft versteht man erst die richtige Bedeutung des Anstiegs. Gerade die junge Generation wird den demographischen Wandel mit den Auswirkungen auf das Rentensystem zu spüren bekommen. Es wird nur eine geringe oder keine Rente möglich sein, gerade deswegen ist ein Vermögensaufbau und eine Altersvorsorge in eigener Regie sehr wichtig. Ein Kauf von Unternehmensanteilen, also Aktien, kann den Lebensstandard sichern und evtl. verbessern. Die Dividenden der Unternehmen können die Rente (und Gehalt / Lohn) aufbessern und machen Sie unabhängiger.

Nicht der Investitionszeitpunkt ist entscheidend sondern die Zeit!


Der DAX ist schon gut gelaufen und steht mittlerweile über 11800 Punkten, dennoch ist eine Investition in Aktien sinnvoll, weil wie schon John Templeton meinte nicht der Zeitpunkt der Investition wichtig ist sondern der Zeitraum.

"Die beste Zeit für die Geldanlage ist dann, wenn man Geld hat. Die Geschichte deutet nämlich darauf hin, dass nicht der Zeitpunkt zählt, sondern die Zeit."
Quelle: Jenks &Neumüller (2008):  Die 500 geistreichsten, bissigsten und gelehrtesten Zitate zum Thema Geld

Wenn Sie unter 40 Jahre alt sind, können Sie schätzungsweise noch über 25 Jahre Aktien kaufen, halten und nur wenn nötig verkaufen. Betrachtet man die DAX Entwicklung über die letzten 25 Jahre, konnte man eine Rendite von rund  8,3 % im Jahr erzielen. Durch den Zinseszins-Effekt entstehen über diesen Zeitraum erhebliche Summen.

Warren Buffett hat die Aktienentwicklung auf den Dow Jones analysiert und kam zu dem Entschluss, dass auch das letzte Jahrhundert sehr erfolgreich war:

"In America, gains from winning investments have always far more than offset the losses from clunkers.  During the 20th Century, the Dow Jones Industrial Average – an index fund of sorts – soared from 66 to 11,497, with its component companies all the while paying ever-increasing dividends."

Quelle: Buffett (2016): SHAREHOLDER LETTERS 2015, S. 23f

Mittlerweile steht der Dow Jones bei über  20500 Punkten und damit Nahe am Allzeithoch. Aber eins dürfen wir nicht verschweigen, es geht auch mal bergab mit der Kursentwicklung, wie in der Eurokrise. Dann bekommen auch viele junge Aktienbesitzer Angst, verkaufen zu schlechten Kursen und realisieren Verluste, wie man anhand des Rückgangs der Anzahl der jungen Aktienbesitzer zwischen 2012 und 2013 sehen kann. In Krisenzeiten darf man nicht ängstlich werden, sondern sollte seine Vermögenswerte behalten oder im besten Fall antizyklisch reagieren und weiter investieren! Das ist schwer, stimmt! Was könnte da helfen?

Der Vertrag eines Investors von Benjamin Graham hilft, wenn es bergab geht und es wird mal bergab gehen!


Benjamin Graham hat diesen Vertrag eines Investors schon vor über Jahrzehnten für die Krisenphasen entworfen. Er befindet sich im wirklich empfehlenswerten Buch Intelligent Investieren  (2016, S. 245). Wenn Sie diesen kurzen Vertrag studieren und sich folgende Textbausteine zu Herzen nehmen, können Sie über Jahre sehr gute Geschäfte an der Börse machen. 

"Ich, Königsinvestor, bestätige hiermit, dass ich ein Investor bin, der versucht, noch viele Jahre Geld anzusparen. [...] Außerdem erkläre ich verbindlich, niemals eine Aktie zu kaufen, nur weil der Kurs gestiegen ist, und niemals eine Aktie zu verkaufen, nur weil der Kurs gefallen ist."
Empfehlenswert ist natürlich auch, wenn Sie diesen Vertrag eines Investors unter Zeugen unterzeichnen und sich den Vertrag vor allem in schweren Zeiten, wenn die Kurse nach unten gehen, über den Schreibtisch hängen.


Quelle:

http://boerse.ard.de/aktien/dai-aktionaere-werden-juenger100.html (abgerufen 15.02.2017)
https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/studien/2017-02-14%20DAI%20Aktionaerszahlen%202016%20Web.pdf (abgerufen 15.02.2017)

Der wahre Grund für die Aufspaltung der Metro Group

Erich Kellerhals und sein Kampf um die Macht im Media-Saturn Konzern

Seit vielen Jahren läuft im Metro-Konzern ein Machtkampf um das Sagen bei Mediamarkt und Saturn. Erich Kellerhals der Mitbegründer von Mediamarkt streitet sich mit der Metro Group um Entscheidungsgewalten. Bei der Zusammenlegung von Mediamarkt und Saturn verkaufte Kellerhals einen Großteil seiner Anteile an Kaufhof. Die Metro-Group kaufte später Kaufhof auf, wodurch die Hauptanteile an Media-Saturn Holding an die Metro AG gingen. Die Konstellation im Unternehmen ging so lange gut, wie Mediamarkt und Saturn kontinuierlich wuchsen und Gewinne abwarfen. Erste Konflikte gab es, erst als der Konzern nicht mehr so stark wuchs und Metro die Aufhebung des Vetorechts von Kellerhals forderte. Kellerhals klagt an das bei Media-Saturn keine klare Führung mehr zu erkennen ist und es so mehr Rückschritt als Fortschritt im Unternehmen gibt. Die Metro-Group soll laut Kellerhals den Bereich Media-Saturn nur noch verwalten und so im Konkurrenzkampf mit den Onlinegegnern weiter verlieren. Kellerhals hält eine Beteiligung von ca. 22 % an der Media-Saturn Holding. Die anderen 78 % Beteiligung liegen bei der Metro AG. Jedoch ist Kellerhals mit einem Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen ausgestattet. Von der Entscheidungsgewalt liegt also die Gewichtung bei 50 % zu 50 % zwischen Kellerhals und der Metro AG.
Bild Koenigsinvestor.de"Ich kämpfe um mein Lebenswerk“ von Erich Kellerhals
Um nun die Streitigkeiten von der Metro Group abzuwenden, gründet der Konzern ein eigenes Unternehmen unter dem Namen Ceconomy nur mit Mediamarkt und Saturn. Die Beteiligungsverhältnisse bleiben aber identisch. Kellerhals behält sich jedoch eine Klage gegen diese Entscheidung der Metro Group vor. Die dauerhaften Streitigkeiten haben Auswirkungen auf die Konkurrenzpolitik des Unternehmens. Es sind neue starke Gegner, wie Amazon in den Markt getreten und der Media-Saturn Konzern wirkt wie gelähmt, da er dieser neuen Macht kaum etwas entgegensetzt.

Hier zum vorherigen Beitrag zur Metro.Aufspaltung:

http://www.koenigsinvestor.de/2017/02/aufspaltung-von-metro-in-2-konzerne.html

Quellen: 
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/media-saturn-gruender-kellerhals-prueft-klage-gegen-metro-aufspaltung/19357376.html (Stand:14.2)
https://www.welt.de/wirtschaft/article161857931/Media-Markt-Scheidung-lohnt-sich-zuerst-fuer-die-Chefs.html (Stand: 14.2)
http://www.crn.de/server-clients/artikel-109934.html (Stand: 14.2)
http://www.zeit.de/2014/04/media-markt-erich-kellerhals-metro/seite-2 (Stand: 14.2)

Mit einer Frage gab Warren Buffett den Anstoß, dass Bill Gates Microsoft zum Weltkonzern entwickelte. Welche das war?

Eine lange Freundschaft zwischen Warren Buffett und Bill Gates beeinflusste die Erfolgsstory von Microsoft.


Mittlerweile sind Warren Buffett und Bill Gates von Microsoft über 25 Jahre befreundet. Ihre Freundschaft ist sehr eng, sie telefonieren regelmäßig und treten auch gemeinsam bei der Berkshire Hathaway Hauptversammlung auf.

Wo stand Microsoft vor 25 Jahren?


Microsoft aus Albuquerque war damals schon börsennotiert und erwirtschaftete laut Geschäftsberichten einen Umsatz von rund 3 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von etwa 700 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen besaß damals schone eine ordentliche Nettoliquidität.

Was fragte Warren Buffett damals den Jungunternehmer Bill Gates?

Bill Gates verriet die geheime Frage zur Feier der 25-jährigen Freundschaft in der Columbia Universität:
„Hey, Microsoft ist ein kleines Unternehmen, IBM diese große Firma; warum kannst du das besser? Warum können sie dich in diesen Software-Wettbewerbs-Spielchen, die ihr da spielt, nicht schlagen?'“
Diese Frage krempelte die Denkweise von Bill Gates um. Er entfernte sich etwas von dem Ziel, die Software so gut wie möglich zu entwickeln und konzentrierte sich mehr auf den Wettbewerb am Markt. Er dachte darüber nach, wie man die vorhandenen Wettbewerbsvorteile ausbauen könne. Das sollte der Grundstein für die Erfindung vom Windows Betriebssystem sein, eine Bedieneroberfläche, welche auch nicht so technikaffine Menschen beherrschen konnten. 

Warren Buffett sieht schon länger den Schlüssel für eine erfolgreiche Firma in der ständigen Verbreiterung des Burggrabens:
“We think in terms of that moat and the ability to keep its width and its impossibility of being crossed as the primary criterion of a great business. And we tell our managers we want the moat widened every year.”
Frei übersetzt bedeutet es:
„Wir sehen im Burggraben und der Fähigkeit seiner Verbreiterung sowie der Unmöglichkeit seiner Überschreitung das oberste Kriterium für ein großartiges Unternehmen. Und wir sagen unseren Managern, dass wir den Burggraben jedes Jahr weiter ausgebaut haben möchten."
Quelle: Warren Buffett auf der Berkshire Hathaway Hauptversammlung im Jahr 2000

Man darf sich als Unternehmenslenker nicht auf den Wettbewerbsvorteil ausruhen, sondern muss auch Innovationen vorantreiben, wie bei Microsoft damals das Windows-Betriebssystem, welche womöglich zu einer Verbreiterung des Burggrabens führte und das Unternehmen auf ein ganz neues Level hob - wie der Fall Microsoft zeigte. 
Bill Gates und Warren Buffett veränderten Microsoft.


Wo steht Microsoft heute?

Der Technologiekonzern Microsoft ist mit Windows und Office aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Das Unternehmen generiert rund 85 Mrd. US-Dollar Umsatz und einen Gewinn von 16,5 Mrd. USD-Dollar. Gewinn und Umsatz haben damit in einer Bandbreite vom 22-30- fachen zugelegt. Auch die Nettoliquidität ist auf einen gigantischen Berg angewachsen. Damit zählt Microsoft zu einem guten Beispiel für die kontinuierliche Verbreitung des Burggrabens und Warren Buffett soll es indirekt beeinflusst haben - was für ein Zufall ;-)

Quelle:
www.businessinsider.de/diese-kleine-frage-von-warren-buffet-hat-bill-gates-komplett-zum-umdenken-bei-microsoft-bewegt-2017-2 (abgerufen 11.02.2017)