Trumpf: ein fas­zi­nie­rendes Familienunternehmen und seine Geschichte - Teil 2

Die Unternehmensgeschichte von Trumpf in den Jahren 1960-2000

Entwicklung neuer Verfahren

Bild Trumpf
trumpf.com
Trumpf führte 1960 ein Vorführfahrzeug ein, mit dem die stationären Aushauscheren direkt bei den Kunden vorgeführt werden konnten. Berthold Leibinger (Neffe von Christian Trumpf) kam 1961 ins Unternehmen zurück und wurde Leiter der Konstruktion. Das Unternehmen beschäftigte 325 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 11 Mio. DM. Die erste Auslandsgesellschaft wurde 1963 in der Schweiz in Zug gegründet. 1964 führte Trumpf Mithilfe der Firma HAAS die Laserbearbeitung ein und erzielte so eine höhere Genauigkeit. Bereits 1967 zählte das Unternehmen 440 Mitarbeiter bei 20 Mio. DM Umsatz.

Mit der ersten Blechbearbeitungsmaschine, die vollautomatisch durch die numerische Bahnsteuerung arbeitete, gelang es Trumpf international aufsehen zu erregen. 1972 musste Trumpf aufgrund der Größe des Unternehmens nach Ditzingen umziehen. Christian Trumpf gab seine Anteile an Hugo Schwarz und Berthold Leibinger ab. Das Unternehmen hatte 800 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 73 Mio. DM. 

Die Tochtergesellschaft in Japan wurde 1978 gegründet. Eine weitere Neuerung war die Stanzlasermaschine mit der Trumpf in die Lasertechnik einstieg. Die Lasertechnik setzte sich International durch. Trumpf beschäftigte 1985 1.500 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 300 Mio. DM.
"Ich glaube, es gibt kaum einen Menschen, der diese drei Länder und ihre drei Industrien so gut kennt. 50 Jahre lang war ich in Deutschland tätig, über zwei Jahre in den USA und in Japan war ich 70mal auf Messen, Kongressen, in Firmen." Berthold Leibinger schrieb seine Dissertation über die Entwicklung in Deutschland, Japan und der USA
Ab 1985 produzierte Trumpf erstmals selbst entwickelte CO2-Laser in Kooperation mit HAAS-LASER GmbH & Co. KG an dem Trumpf mit einer Mehrheit beteiligt war. 1989 brachte Trumpf eine Neuerung auf dem Markt, einen Multikilowatt-Laser. Bis heute ist das der meistverkaufte Laser weltweit. Im Unternehmen sind zu dieser Zeit 2.400 Personen beschäftigt die einen Umsatz von 525 Mio. DM erzielten.

1991 gründete Trumpf eine Auslandsgesellschaft in Singapur, die sich dann zum Drehkreuz in der Region Asien/Pazifik entwickelte. Zudem wird die Berthold Leibinger Stiftung gegründet. 1992 übernimmt Trumpf die "Sächsische Werkzeug- und Sondermaschinen GmbH" als Tochtergesellschaft, um einen ersten Standort in Ostdeutschland zu eröffnen.

Erschließung neuer Geschäftsfelder

Neben dem starken Marktanteil in der Laserbranche versucht Trumpf neue Geschäftszweige zu erschließen und stieg in den Bereich der Medizintechnik ein. Mit dem 75-jährigen Jubiläum 1998 eröffnete Trumpf eine neue Laserfabrik in Ditzingen. Damit wurde der deutsche Standort gesichert.

Das Unternehmen ging in eine Holding-Struktur über und passte sich damit der Globalisierung an. 1999 beschäftigte Trumpf 4800 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 1 Mrd. €.



Quelle:
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/wirtschaft/trumpf-seniorchef-leibinger-_84_-im-gespraech-ueber-seine-spaete-promotion-11489104.html
https://www.trumpf.com/de_DE/unternehmen/trumpf-gruppe/meilensteine-in-der-trumpf-geschichte/epoche-1996-2004/

2x2 = 5-1, Value Investoren brauchen Geduld, das -1 zu überstehen.

Kostolanys: 2x2 = 5-1, Warum?

“An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1. Man muss nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten.“ hat Kostolany in über 7 Börsendekaden gelernt.

Warum ist 2 x 2 nicht 4 an den Börsen?


Die Börsen unterliegen leider keiner Wissenschaft insbesondere keiner Ingenieurwissenschaft, wie Charlie Munger zum Ausdruck bringt:
"Ingenieure arbeiten mit einer großen Sicherheitsmarge. In der Finanzwelt aber scheren sich die Leute einen Dreck um die Sicherheit. Sie lassen die Kurse steigen, steigen und steigen."
Das Alltagsgeschehen an der Börse wird von Angst und Gier bestimmt, oder wie Epikur es bezeichnet : von Freude und Schmerz.
Dieser Urinstinkt der Menschen führt dazu, dass auch einfache Rechenbeispiele wie zwei mal zwei an der Börse nicht vier sind sondern 5 - 1.
Auch eine sehr einfache und belastbare Investmentthese kann erstmal überhaupt nicht aufgehen und erst nach einer gewissen Zeit dann doch zu dem richtigen Ergebnis, also zum berechneten Inneren Wert, führen. Diese Geduld sollte man als Value Investor mitbringen und nicht nach dem ersten Rücksetzer die Nerven verlieren und die Position abbauen und die Investment These als falsch beziffern.

Tipp zum geduldigen Abwarten auf 4 x 4 = 5 - 1.

mit Geduld zum Ergebnis

Mit Geduld und einem immensen Vertrauen in die eigene Investmentthese kann man das Börsengeschehen relaxt  betrachten und die Märkte schlagen. Bloß der Glaube an die eigene Investmentthese ist meistens schwieriger als man denkt -gerade bei sehr subjektiv geprägten Investmentthesen, die man nur selten mit quantitativen Zahlen, wie dem Preis, hinterlegen kann. Hier kann es erfahrungsgemäß schnell zu Meinungsänderungen kommen, wie wir damals in der Dotcom-Blase
(scheinbar unbegrenztes Wachstum) gesehen haben. Deswegen bevorzugen wir Investmentthesen, die sich sehr nah an dem Preis des Unternehmens orientieren. Der Preis (Graham KGV, nachhaltiger Free Cashflow) ist objektiv und kann auch nur zu einem geringen Maße schön gerechnet werden. Diese Orientierung hilft, um langfristig der Investmentthese treu zu bleiben. Darüber hinaus probieren wir so einfache und belastbare Investmentthesen aufzubauen wie nur möglich. Meist hilft es, in zwei bis drei Sätzen die wichtigsten Treiber des Geschäftsmodells,  die größten Risiken der Unternehmen und deren Bilanz sowie die Einschätzung des Managements festzuhalten und dabei die Antwort auf diese Frage zu klären: Warum wird das Unternehmen noch in 10 oder 15 Jahren florieren?  Diese  Investmentthese können Sie von Zeit zu Zeit nochmal lesen und Ihren Eindruck entweder verstärken oder feststellen, dass sie mit einigen Punkten nicht richtig gelegen haben und Konsequenzen ziehen.

Wir hoffen dass wir mit einfachen und objektiv belastbaren Thesen in Zukunft sehr gute langfristige Renditen erzielen werden.

Quellen:
Andre Kostolany (2015): Die Kunst, über Geldnachzudenken.
Griffin (2015): Charlie Munger, ich habe dem nichts hinzuzufügen, S.48.

Trumpf: ein fas­zi­nie­rendes Familienunternehmen und seine Geschichte - Teil 1

Die Unternehmensgeschichte von Trumpf in den Jahren 1923-1960

Die Anfänge 

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Im Jahr 1923 begann die lange Unternehmensgeschichte des Familienunternehmens Trumpf in Stuttgart. Christian Trumpf erwarb mit zwei Partnern eine mechanische Werkstatt der Julius Geiger GmbH, in der zuerst biegsame Wellen für Zahnärzte und Druckereien gefertigt wurden. Aufgrund des motorischen Antriebs wurde die Welle für die Industrie zur Bearbeitung von Metall und Holz relevant. 

Durch das starke Wachstum musste das Unternehmen bereits 1933 nach Weilimdorf umziehen. Die Julius Geiger GmbH beschäftigte zu der Zeit bereits 70 Mitarbeiter. 1934 entwickelte Trumpf die erste motorbetriebene Handschere, aus der sich ein breites Produktprogramm ergab.


Zweiter Weltkrieg und Folgen

1937 wurde die Julius Geiger GmbH offiziell in TRUMPF & Co. umbenannt. Die Grenze der 100 Mitarbeiter wurde 1939 überschritten. Auch während des Zweiten Weltkriegs behielt Trumpf sein Produktprogramm bei. Die Firmengebäude blieben unbeschädigt.

Der nächste Fortschritt folgte mit der Entwicklung einer stationären Aushauschere 1947. Damit setzte Trumpf auf stationäre Maschinen und ging von kleinen mobilen Maschinen weg. In den Folgejahren zeigte sich, dass Christian Trumpf damit die richtige Entscheidung traf. 1950 übersprang das Unternehmen die 1 Mio. Umsatzgrenze  und beschäftigte 145 Mitarbeiter. Berthold Leibinger begann eine Ausbildung im Unternehmen seines Patenonkels Christian Trumpf.

Internationalisierung 

Die Aushauscheren waren auch international sehr begehrt. Die Firma Trumpf stellte sich auf verschiedenen Messen vor und vertrieb ihre Maschinen erfolgreich. Das Wachstum erforderte einen neuen Produktionsstandort. Hugo Schwarz wurde Gesellschafter und Geschäftsführer und verstärkte das Unternehmen. 

1955 eröffnete Trumpf ein neues Werk in Hettingen auf der schwäbischen Alb. 
Berthold Leibinger verbesserte in seiner Diplomarbeit den Schneidprozess bei Aushauscheren und trat 1958 eine Stelle beim damals größten Werkzeugmaschinenhersteller Cincinnati Milling Machine Company in den USA an. Nach seiner Auslandserfahrung übernahm er das Unternehmen von Christian Trumpf.
"Für mich und das damals noch kleine Unternehmen, in dem ich dann angestellt war, bedeutete das einen entscheidenden Schritt." Berthold Leibinger 
Die NC-Steuerung, erfunden von Trumpf, legte 1957 die Grundsteine für die numerisch gesteuerte Vorschubbewegung und reformierte die Maschinenbauindustrie. Dadurch ist eine Bearbeitung von Blechen nicht mehr manuell nötig. 


Quellen: 
https://www.trumpf.com/de_DE/unternehmen/trumpf-gruppe/meilensteine-in-der-trumpf-geschichte/epoche-1950-1959/
https://www.trumpf.com/de_DE/unternehmen/trumpf-gruppe/unternehmensprofil/

Munger: der Versuch nicht dumm zu sein, statt intelligent lohnt sich langfristig ;-)

Mungers Ziel: Nicht dumm zu sein statt besonders intelligent

"Es ist bemerkenswert, welche langfristigen Vorteile sich Leute wie wir verschaffen, indem sie versuchen, konsistent nicht dumm zu sein statt besonders intelligent. Es muss eine gewisse Wahrheit in dem Sprichwort liegen, dass es immer die besten Schwimmer sind, die ertrinken." so Value Investor Charlie Munger.

Griffin(2016): Charlie Munger, Ich habe dem nichts hinzuzufügen. S.27.

Im Value Investing geht es nicht darum, mit der eigenen Intelligenz anzugeben oder zu prahlen sondern nur Dinge zu tun, wo die Fehlerwahrscheinlichkeit möglichst gering ist. Zur Vermeidung von Fehlern hinsichtlich der finanziellen Stabilität des Unternehmens bieten sich kleine Bilanztests an.

Beim Value Investing muss man auch mal kurzfristige Underperformance in sehr teuren Märkten, wie gegenwärtig zugunsten des langfristigen Erfolgs, akzeptieren und geduldig warten, bis sich eine Investmentmöglichkeit mit geringer Kapitalverlustwahrscheinkeit sowie hoher Gewinnrendite ergibt. Sollte die Möglichkeit offensichtlich erscheinen, muss man entschlossen das verfügbare Geld investieren. Nur so kann man Renditen erzielen wie Warren Buffett und Charlie Munger mit den Aktien-Anleihe-Prinzip.

Kühne+Nagel einer der größten Logistikkonzerne der Welt und Familienunternehmen

Klaus-Michael Kühne führt den Logistikriesen mit 79 Jahren erfolgreich

Logo Kühne+Nagel
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Kein Unternehmen verbindet man mit Hamburg so stark wie Kühne+Nagel. Der Konzern betreibt in Hamburg einen seiner größten Standorte in Deutschland und einen der wichtigsten Standorte in der Welt. Gerade der Hamburger Hafen ist für Kühne+Nagel ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die Transportverbindungen. Deshalb engagiert sich das Unternehmen sehr stark in Hamburg und unterstützt viele Projekte. Unter anderem den Bau der Hamburger Philharmonie. 

Der Hauptsitz des Unternehmens ist jedoch in der Schweiz, in Schindellegi. Die Holding wurde hierher verlegt, bestimmt auch aus steuerlichen Gründen. Von hier aus werden die Geschäfte des deutschen Transportkonzerns koordiniert. Hier lebt auch Klaus-Michael Kühne der Mann hinter dem Unternehmen und einer der reichsten Deutschen. 

Der Hauptinhaber hält sich jedoch bedeckt, es dringen kaum Informationen an die Öffentlichkeit. Klaus-Michael Kühne machte hauptsächlich Schlagzeilen durch die finanzielle Unterstützung des Hamburger SV, mit der er versucht den Sportverein auf neuen Erfolgskurs zu bringen. Insgesamt wird über einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag spekuliert, den Kühne bereits in den HSV investierte. Doch damit scheint es nicht getan zu sein, wahrscheinlich müssen weitere Gelder fließen, um den Verein wieder erfolgreich zu machen. Das alles macht Klaus-Michael Kühne aus Liebe zu dem Verein sowie seiner Frau und nicht aus Profitdenken.
"Ich habe jetzt wirklich schon viel zu viel Geld in dieses Hobby investiert. Beim HSV habe ich mir gesagt, mit wenigen Millionen ist es nicht gemacht." Klaus-Michael Kühne
Auch 2008 machte Klaus-Michael Kühne Schlagzeilen mit der Übernahme des maroden Hapag-Loyd Konzerns. Hier ist von einer Investition von ungefähr 1 Milliarde € die Rede, um das Unternehmen zu retten. Hauptsächlich um der Stadt Hamburg und einem sehr präsenten Unternehmen zu helfen.
"Das war aus Verantwortung für die Stadt Hamburg." Klaus-Michael Kühne 
Es stellte sich heraus das Hapag-Loyd sich schwierig retten ließ, da das Unternehmen zu klein war. Nur durch den Verkauf an CSAV konnten die Arbeitsplätze erhalten werden.

Klaus-Michael Kühne ist trotz seines Wohnsitzes in der Schweiz, Hamburg stark verbunden.

Bewertet wird das Familienunternehmen Kühne und Nagel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 26,5. Also muss der Gewinn des Unternehmens in den nächsten Jahren um rund 9% p.a. (Graham Wachstumsformel ((26,5-8,5)/2) ) wachsen, um den gegenwärtigen Kurs zu rechtfertigen.

Quelle: 
http://www.zeit.de/2016/30/kuehne-nagel-geschichte-nazi-zeit
http://www.zeit.de/2014/51/klaus-michael-kuehne-erfolg-hamburg/seite-2
http://www.swp.de/ulm/lokales/alb_donau/logistik-riese-zeigt-praesenz-14884279.html

Was ist ein Anleger? Kostolanys Definition

Anleger kaufen Aktien und halten sie über Jahrzehnte.


Andre Kostolany war lange Zeit ein Vollblutspekulant an den Devisen- und Rohstoffmärkten und ist im hohen Alter in das Lager der langfristigen Investoren also "Anlegern" gewechselt. Warum?
Er hatte damals schon über 70 Jahre Börsenerfahrung gesammelt. Mit dem Wissen eines "Anlegers" und eines "Spekulanten" definierte er den erfolgreichen Weg der Kapitalanlage:

Anleger sind gedultig"Der Anleger ist das Gegenteil des Spielers. Er kauft Aktien und hält sie über Jahrzehnte als Altersvorsorge oder Aussteuer für die Kinder oder Enkel. Die Kurs schaut er sich nicht einmal an. Sie interessieren ihn nicht. Selbst stärkere Einbrüche sitzt er aus. Das Kapital. das er langfristig in Aktien anlegt wissen will, bleibt in Aktien investiert. Er unternimmt überhaupt keinen Versuch, in Schwächephasen den Aktienanteil seiner Anlagen zu reduzieren. [...] Und in noch einem anderen Punkt ist der Anleger das genaue Gegenteil des Börsenspielers, Während der Spieler auf lange Sicht immer verliert, gehört der Anleger, egal wann er in die Börse einsteigt, langfristig zu den Gewinnern. Zumindest war dies in der Vergangenheit immer so, denn Aktien haben in ihrer Gesamtheit nach einem Krach immer wieder neue Rekordkurse erreicht.

Quelle: Kostolany(2015): Die Kunst, über Geld nachzudenken, S. 42-43.


Bei der langfristigen Anlage unterstützen unter anderem dieser Beiträge:

Bertrandt, ein Ingenieurdienstleister mit Inhaber Porsche?

Der schwäbische Dienstleister Bertrandt wird zu einem großen Teil von Porsche gehalten. Wie funktioniert so etwas?

Die Porsche Holding kaufte 2014 einen weiteren Anteil von 4 % an der Bertrandt AG, direkt vom Familienunternehmer Dietmar Bichler. Damit hält Porsche jetzt 29 % an dem Automobildienstleister, somit eine Sperrminorität. Doch wie funktioniert das für einen selbstständigen Dienstleister in der Automobilindustrie?

Logo Bertrandt
bertrandt.com
Bertrandt arbeitet nicht nur für Porsche oder den Volkswagenkonzern, sondern auch für Daimler, BMW und andere große Automobilkonzerne. Diese Unternehmen stehen aber eher in Konkurrenz zu Porsche. 

Anscheinend ist die Dienstleistung des Unternehmens so gut, dass die anderen Automobilkonzerne auch die starke Beteiligung von Porsche in Kauf nehmen. Die Kunden erachten es als positiv, dass das gesammelte Know-how in ihren Projekten nicht problemlos von chinesischen Konkurrenten durch die Sperrminorität  übernommen werden kann und die Entwicklungsexpertise aus Deutschland abwandert.
Bertrandt bietet Entwicklungslösungen in allen Bereichen des Autobaus. Zudem spezialisiert sich das Unternehmen weiter auf die Assistenzsysteme, die an Bedeutung gewinnen, sowie auf das autonome Fahren.

Porsche mischt sich nicht in die operativen Geschäfte des Unternehmens ein, sondern hält die Beteiligung nur als Kapitalanlage. Die Führung des Unternehmens liegt allein in den Händen des Vorstandsvorsitzenden Dietmar Bichler. 

Bertrandt findet jedoch nicht nur Lösungen für Automobilunternehmen, sondern auch für Unternehmen der Flugzeugbranche. Das bringt dem Unternehmen Sicherheit bei einer schwächelnden Automobilbranche.

Das Unternehmen wächst kontinuierlich ungefähr 8% pro Jahr in der Vergangenheit und erzielte im Geschäftsjahr 2016 einen Jahresüberschuss von 92 Mio. € bei ca. 13.000 Mitarbeitern. Der Umsatz betrug 992 Mio. €.
"Bei insgesamt stabilen Rahmenbedingungen sehen wir weitere Wachstumspotenziale" Dietmar Bichler 

Dennoch ist auf Grund von Zurückhaltung der Automobilhersteller bei Projektvergabe und Konkurrenz von Konstruktionsingenieuren aus Osteuropa gegenwärtig ein Überangebot in der Branche spürbar, welches enormen Preisdruck erzeugt und Bertrandt dazu veranlasst, die Ertragsziele zurück zu schrauben. Aktuell ist der Ingenieurdienstleister mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,5 bewertet, was nach der Wachstumsformel von Graham einer Gewinnwachstumsrate von 2,5 % über die nächste Dekade entspricht. (In der Vergangenheit konnte Bertrandt höheres Wachstum erzielen.)

Quelle:
http://www.automobilwoche.de/article/20140703/NACHRICHTEN/140709972/engineering-porsche-baut-beteiligung-an-bertrandt-aus (Stand: 1.6)
http://www.bertrandt.com/fileadmin/data/downloads/01_InvestorRelations/03_Geschaeftsberichte/2015l2016_Bertrandt-AG-Geschaeftsbericht-20161215_Web.pdf (Stand:1.6)
http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Porsche-erhoeht-Anteil-an-Dienstleister-Bertrandt-78698.html (Stand: 1.6)

Buffett: Meistens erwischt einen es am schwächsten Punkt.

Für Warren Buffett sind die größten Schwachstellen Alkohol und Schulden. 

“Eine Sache - die interessant ist und über die die Menschen nicht genug nachdenken- werden Sie bei den meisten Unternehmen und den meisten Menschen feststellen: Meistens erwischt einen das Leben am schwächsten Punkt. Die nach meiner Erfahrung größten Schwachpunkte: Ich habe mehr Menschen gesehen, die wegen Alkohol und Hebeln gescheitert sind - wobei Hebel geliehenes Geld sind.“ so Value-Investor Warren Buffett
Alkohol und Schulden sind die größten Schwachstellen.Quelle:
Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen. S.81

Quickchecks zur Vermeidung der Schwachstelle Schulden


Wie kann man vermeiden, dass die Schulden eine Investition empfindlich treffen?


Um die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, dass Ihr Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät oder das Ihr Unternehmen doch nicht so qualitativ hoch ist wie es am Anfang der Investition definiert wurde, können Sie einige kleinere Quickchecks durchführen. Anhand dieser lässt sich die finanzielle Stabilität der Investition ablesen und bei Investitionen stetig Monitoren.

Ein erstes Indiz für eine außergewöhnliche Schuldenlast bei einem normalen Unternehmen (keinen Finanzdienstleister) ist der Vergleich von Eigenkapital zu Schulden. Übersteigen die Schulden das Eigenkapital (bereinigt um eigene Aktien in der Bilanz, welche das Eigenkapital reduzieren),  ist Vorsicht geboten.

Machen die Nettofinanzverbindlichkeiten mehr als das Vierfache des Cashflows oder des Betriebsergebnis aus, können diese Schulden nicht umgehend getilgt werden. Die Folge: Man verliert Flexibilität in bestimmten Situationen bzw. in Krisen, wo eine finanzielle Stabilität benötigt wird, um die Marktstellung auszubauen.

Darüber hinaus sollte man die jährlichen Zinsaufwendungen mit dem Betriebsergebnis vergleichen. Sehr gute Unternehmen benötigen weniger als 15 % des Betriebsergebnisses um ihre Zinsaufwendungen zu bezahlen. Beim gegenwärtigen Zinsniveau ist auch eine Normalisierung der Aufwendungen sinnvoll.

Hier gilt natürlich immer die Regel: Umso kleiner der Anteil für die Fremdkapitalgeber am Betriebsergebnis, umso mehr bleibt für den Eigentümer. Mit diesen drei Tests können Sie natürlich eine Insolvenz des jeweiligen Investments nicht zu 100 % ausschließen, sondern nur das Risiko wesentlich reduzieren. Sie sollten in regelmäßigen Abständen oder mindestens einmal im Jahr bei Veröffentlichung des Geschäftsberichts diese Kennziffern anschauen und die finanzielle Stabilität des Investments neu validieren. Jetzt zusammengefasst:


Wie kann man die finanzielle Stabilität
eines Investment in 3 Schritten prüfen?


Mit drei Quickchecks kann man die hervorragende finanzielle Stabilität eines Investments beweisen.

- Erstens: Sind die Schulden nicht größer als das Eigenkapital?


- Zweitens: Benötigt das Unternehmen nicht mehr als das Vierfache des Betriebsergebnisses oder Cashflows zur Tilgung der gesamten Nettoverbindlichkeiten?

- Drittens: Gibt das Unternehmen nicht mehr als 15 % des operativen Ergebnisses für seine Zinsaufwendungen aus?

Unternehmen mit einem Wettbewerbsvorteil schneiden meistens bei den Tests sehr gut ab, weil sie es nicht nötig haben, allein für die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit haufenweise Schulden für die Modernisierung von Anlagen und Equipments aufzunehmen.


Quelle: 
Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen. S.65
Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen. S.81
Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen. S.107
Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen. S.140-142

Lindt&Sprüngli im Kampf gegen Mars und Hershey

Der Schweizer Schokoladenkonzern Lindt&Sprüngli baute seinen Einfluss im amerikanischen Markt stärker aus

Logo Lindt
www.lindt.de
Lindt&Sprüngli übernahm 2014 einen der größten US-amerikanischen Schokoladenhersteller "Russell Stover Candies" und baut damit seinen Einfluss im Weltmarkt weiter aus. Das Schweizer Traditionsunternehmen zahlt für das Familienunternehmen "Russell Stover Candies" einen Preis von 1,4 Milliarden US-Dollar umgerechnet ungefähr 1 Milliarde Euro. Der Wert dieser Übernahme liegt für den Vorstand der Lindt&Sprüngli AG, jedoch wesentlich höher.
„Eine Firma kann sich nicht globaler Player nennen, wenn sie keine starke Position in den USA hat“ Ernst Tanner - Lindt Chef
Durch die Übernahme konnte Lindt&Sprüngli seinen Umsatz im nordamerikanischen Markt auf 1,5 Milliarde US-Dollar steigern und gehört damit zu den größten Anbietern hinter Hershey und Mars.

"Russell Stover Candies" wurde hauptsächlich durch "Forest Gump" sehr bekannt, der im gleichnamigen Film die Pralinen isst und dabei die berühmten Worte:
„Meine Mama hat immer gesagt, das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen“
„Man weiß nie, was man kriegt“ spricht. 
Das Unternehmen beschäftigte zum Zeitpunkt der Übernahme 2700 Angestellte bei einem jährlichen Umsatz von 500 Millionen US-Dollar und besaß bedeutsame Marken, wie z.B. Whitman.

Doch auch außerhalb des amerikanischen Markt läuft es für Lindt&Sprüngli sehr gut. Das Unternehmen wächst weiter und kann seine Jahresergebnisse von Jahr zu Jahr verbessern. 2016 stieg der Umsatz um 6,8 % auf 3,9 Milliarden Schweizer Franken. Der Reingewinn konnte um 10 % auf 420 Millionen Schweizer Franken gesteigert werden.

Damit ist Lindt der führende Anbieter im Premiumsegment weltweit.

Das Schweizer Unternehmen mit starker Marktposition ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 40 bewertet und benötigt grob eine jährliche Wachstumsrate von rund 16% im Gewinn über die nächsten 7-10 Jahre um den Kurs rechtfertigen.

Lesen Sie auch "Hans Riegel leitete mit 90 Jahren noch den Süßwaren-Konzern Haribo".



Quellen: 
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/forrest-gump-pralinen-lindt-kauft-russell-stover/10192964.html (Stand: 28.5)
http://www.lindt.ch/de/die-welt-von-lindt/die-geschichte-von-lindt/schweizer-schokoladepioniere/ (Stand: 28.5)
http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/lindt-und-spruengli-schokoladenhersteller-waechst-weiter/19482894.html (Stand: 28.5)
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/firmenuebernahme-lindt-und-spruengli-kauft-us-familienunternehmen/10196214.html (Stand: 28.5)
https://www.bloomberg.com/quote/LISN:VX

Das Aktien-Anleihe-Prinzip: Buffetts Weg zum Reichtum​

Warren Buffett kassiert von seinen Investments in Coca Cola und American Express mittlerweile jährlich eine Dividendenrendite auf dem Einstiegskurs von 43,7 % und 14,7%. Das Aktien-Anleihe-Prinzip hat Buffett zu enormen Reichtum geführt.
In der nächsten Krise oder bei einer Normalisierung der Aktienkurse kann er wieder die Möglichkeit nutzen und Unternehmen im Sinne des Aktien-Anleihe-Prinzips kaufen, welche ihn auf Dauer noch reicher werden lassen.

Was ist das Aktien-Anleihe-Prinzip?


Eine Aktien-Anleihe ist ein starkes Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteil, welches eine gute Vorhersagbarkeit der Gewinne aufweist, dass die Wertsteigerung des Unternehmens und deren Aktien eine Form von einer Aktien-Anleihe mit steigenden Zinskupon ist.
Kurz gesagt: die Aktie des Unternehmens mit einem Wettbewerbsvorteil ist die Anleihe und der Vorsteuergewinn oder Gewinn je Aktie ist der Kupon. Mit dem Vorteil, dass der Kupon, also der Gewinn je Aktie, von Jahr zu Jahr wächst und damit den Wert der Aktien-Anleihe von Jahr zu Jahr erhöht.

Buffett beobachtet qualitativ hochwertige Unternehmen und schlägt zu, wenn seine Einstiegsrendite und die erwarteten jährlichen Gewinnsteigerungen über Jahre ein sehr ansprechendes Paket für ihn darstellen.
Genauso hat Buffett damals Coca Cola und American Express zu einem sehr guten Einstiegskurs kaufen können mit der Erwartung, dass diese Unternehmen den Gewinn je Aktie um mindestens fünf 10 oder 15% pro Jahr steigern können.

Quelle:
Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Untrnehmenszahlen. S. 177-186.

Beispiel des Aktien-Anleihe-Prinzips an Coca Cola


Der durchschnittliche Einstiegskurs von Warren Buffett lag bei 6,5 US- Dollar (bereinigt um Aktiensplit 3,2475 US-Dollar je Aktie) Ende der 1980er- Jahre.  Das amerikanische Markenunternehmen machte damals einen Nachsteuergewinn je Aktie von 0,46 US-Dollar, dass entspricht einer Einstiegrendite  von 7,1 %. Buffett sah die Historie und konnte davon ausgehen, dass der Gewinn sich um rund 15 % jährlich steigern konnte.
Heute liegt der Gewinn je Aktie bei 1,91 US-Dolar im Geschäftsjahr 2016 und beschert Buffett jetzt jährlich eine Gewinnrendite von 58,8 % auf den bereinigten Einstiegskurs (Aktiensplit 1/2). Als Dividende bekommt Berkshire Hathaway rund 43,7 % des Einstiegskurses ausgeschüttet, also hat Coca Cola innerhalb von 3 Jahren den Einstiegskurs an Buffett zurück gezahlt.

Ganz nach dem Motto von Charlie Munger:

"Viel Geld verdient man nicht mit Kaufen und Verkaufen ... aber mit Warten"
im Orginal:
"the big money is not in the buying and selling... but in the waiting."


Beispiel des Aktien-Anleihe-Prinzips anhand von "American Express"


Für rund 8,48 US-Dollar je Aktie konnte Warren Buffett Anteile an dem Zahlungsdienst American Express erwerben. Der Nachsteuergewinn lag damals bei 1,54 US-Dollar und versprach eine Gewinnrendite  von 18,2 %. Heute wirft American Express eine Nachsteuergewinnrendite von 59,3 % auf den Einstiegspreis ab, denn der Gewinn je Anteil lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 5,03 US-Dollar. Wahnsinn! Auch die Dividendenrendite auf den Einstiegskurs ist mit rund 14,7 % sehenswert.

Was sind die Voraussetzung für die richtige Anwendung des Aktien-Anleihe-Prinzips?


Man sollte probieren, ein Unternehmen richtig zu verstehen, die Geschäftsberichte lesen und die branchenüblichen Dynamiken erkennen, bis man ein Gefühl dafür entwickeln kann, wie das Unternehmen in einem Horizont von 10 bis 15 Jahren florieren wird.
Und wenn man ein Unternehmen aus den Perspektiven einschätzen kann, sollte man noch auf den richtigen Preis, also eine möglichst hohe Gewinnrendite, warten.
Man sollte beim Kaufen und Verkaufen Ruhe bewahren und keine unnötigen Trades durchführen. Auch ist es wichtig sich immer die Frage zu stellen: Was können Unternehmen und Management noch in Zukunft leisten? Wie wird das Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteil noch florieren?

Warum führt das Aktien-Anleihe-Prinzip zu außergewöhnlichen Renditen?

Aktien mit außergewöhnlichen Renditen nach Jahren

Durch dieses sehr langfristige Investieren profitiert man ganz stark von Aktienrückkäufen, Dividendensteigerungen und den Aufschub der Kapitalertragssteuer eines Investments (aufgeschobene Steuerpflicht).

Kauft das Unternehmen über einen langen Zeitraum seine eigenen Aktien zurück, bekommt man einen größeren Gewinnanteil bei gleichbleibenden Aktienbesitz. Das Unternehmen muss, um die Dividende gleich zu behalten, einen geringeren Betrag ausschütten. Der größere einbehaltene Gewinn wird im operativen Geschäft eingesetzt. Fängt dann das Unternehmen an, die Dividenden zu steigern, bekommt man noch zusätzlich Rendite für das eingesetzte Kapital.

Investment von Coca Cola und American Express

Quelle: Berkshire Hathaway (2017): Anual Report 2016, S. 19.

Hinsichtlich der Kursentwicklung konnte Warren Buffett bei Coca Cola Company einen Gewinn von 1176 %, also absolut 15,3 Mrd. US-Dollar  und bei Amercian Express einen Gewinn von 773 %, also absolut 9,94 Mrd. US-Dollar  bis zum Jahresende 2016 ansammeln.
Diese Gewinne werden natürlich auch noch von den steuerlichen Aufschub der Kapitalertragssteuer unterstützt, denn solange man die Position nicht verkauft, fallen auch keine Steuern an. Diese Ersparnis kann auch die Gewinne in gigantische Höhen führen, wie das Beispiel Warren Buffetts zeigt. Was gibt's schöneres als die Anhäufung eines der größten Privatvermögen und das Finanzamt bekommt erstmal keinen Cent. ;-)


Weitere Bewertungsansätze finden Sie auf der Seite Unternehmensbewertung.

Quellen:
Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Untrnehmenszahlen. S. 177-186.
https://www.bloomberg.com/quote/KO:US
http://www.berkshirehathaway.com/2016ar/2016ar.pdf
https://www.bloomberg.com/quote/AXP:US

Wie das BAföG zurückzahlen? Zinseszins + Cost Average Effekt helfen!

Wie ein Darlehen wie das BAföG zurückzahlen?


Wir durften schon feststellen, dass einige unserer Leser selbst noch studieren oder erst vor kurzem das Studium abgeschlossen haben, deshalb thematisieren wir mal die Rückzahlung eines Darlehens wie das BAföG.

Was ist das BAföG und wie hoch sind die Schulden maximal?


Die Studierenden an Universitäten und Hochschulen bekommen BAföG zur Hälfte als Zuschuss vom Staat für ihre Qualifikation und zur Hälfte als zinsfreies Darlehen. Also sitzen einige Absolventen nach dem Studium auf einem großen Berg von Schulden. Diese Schulden kommen in der Regel vom zinsfreien Darlehen des BAföGs. Die BAföG Rückzahlungsobergrenze liegt bei 10.000 €.

Wie kann man das 10.000 € Darlehen zurückzahlen?


Und hier kommt der Zinseszinseffekt ins Spiel. Das BAföG ist so organisiert, dass man die Gesamtsumme erst nach einem Zeitraum von 5 Jahren nach dem Ende der Förderungsdauer tilgen muss. Also muss man das Darlehen als Bachelor nach rund 8 Jahren und als Master nach rund 10 Jahren zurückzahlen. Die Tilgung erfolgt einmalig oder in vierteljährlichen Raten von 315 €, was einer monatlichen Rate von 105 € entspricht, über bis zu 20 Jahre. Über den Förderzeitraum von 8 bis 10 Jahren könnte man monatlich einen gewissen Betrag zurücklegen, was einige versuchen. Viele Studierende und Absolventen streben nach dem schnellen Abbau des Studienkredits, um Flexibilität zu gewinnen.

Jedoch was mit dem Geld machen bei den niedrigen Zinsen?


Mit einem monatlichen Sparplan kann das Geld sinnvoll investiert werden und die Rückzahlung des BAföG Darlehens erleichtern. Wir fragten uns, wieviel ein Student von den BAföG investieren müsste, um das BAföG am Ende der Zeit vollständig tilgen zu können - mit einer einmaligen Zahlung! Wenn wir den Zinseszinseffekt und die üblichen Kapitalmarktrenditen für uns nutzen, entsteht aus kleinen monatlichen Beträgen nach 10 Jahren eine große Summe.


Wieviel Geld sollte man monatlich zurücklegen, um das Darlehen zu zahlen? 
Sparschein für Bafög füllen


Stellen Sie sich folgenden Fall vor: Sie kaufen ein kostengünstiges DAX ETF (voll replizierend). Die langjährige Rendite vom DAX können Sie im Renditedreieck vom deutschen Aktieninstitut einsehen.
Der DAX konnte in den letzten 50 Jahren eine jährliche Rendite von 8,3 %  erzielen. Bei dieser Rendite muss man monatlich 54,27 € (vorschüssig)  über 10 Jahre zurücklegen, um ein Darlehen von 10.000 € zu tilgen.

Die 54,27 € entsprechen rund 7,38 % des monatlichen BAföG Höchstsatzes von 735 € und der eingezahlte Betrag liegt über 10 Jahre bei rund 6512€. Angenommen man hat etwas Glück beim Einstiegszeitsraum und man bekommt eine höhere Rendite von etwa 12 %, so müsste die monatliche Sparsumme nur 44,59 € betragen, was 6,06 % des Bafög Höchstsatzes entspräche, um das BAföG vollständig tilgen zu können.
Erfährt man leider nur eine geringere Rendite über die 10 Jahre von 6,4 % (US- Kapitalmarktrendite seit 1900) , muss die monatliche Einsparrendite bei 59,97 Euro liegen, um die 10.000 € am Ende der Periode zu erhalten. Dementsprechend kann auch ein voll replizierender Dow Jones ETF oder S&P 500 ETF attraktiv sein.

Wo liegt der Vorteil des monatlichen Sparens? Der Cost Average Effekt


Der Cost Average Effekt entsteht, wenn man  mit einem gleich bleibenden Betrag (beispielsweise 54,27 €) bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile erwerben kann. Bei einem langfristigen Sparplan auf ein kostengünstiges ETF oder einen guten
Fonds mit dem Value Investing-Ansatz ist der Durchschnittspreis günstiger als bei einem einzelnen Kauf. Denn, wie schon Peter Lynch meinte:
"Für jemanden, der regelmäßig investiert und einen langen Atem hat, ist es positiv, wenn die Kurse zeitweise sinken."

Quellen:
https://www.xn--bafg-7qa.de/de/darlehensrueckzahlung-383.php
https://www.xn--bafg-7qa.de/de/welche-bedarfssaetze-sieht-das-bafoeg-vor--375.php
https://www.dai.de/de/das-bieten-wir/studien-und-statistiken/renditedreieck.html

Das Wunder von den Alb - Die Berthold Hermle AG

Der Umgang der Unternehmens Hermle AG mit der Branchenkrise

Logo Hermle
hermle.de
2008 gab es weltweite eine große Krise in der Maschinenbauindustrie. Aber wie geht ein Familienunternehmen mit so einer Situation um? 

Dieser Frage wollen wir am Beispiel des deutschen Familienunternehmens Hermle AG nachgehen. 

Während der Krise 

Seit Kriegsende gab es keinen größeren Umsatzeinbruch bei Hermle als im Jahr 2009. Die Umsätze brachen um 55% ein und die Aufträge gingen um 60% zurück. Doch Hermle entliß keine Mitarbeiter sondern stellte noch neue Lehrlinge ein. Wie ist das möglich? 
„Traditionell hohe Margen, extreme Flexibilität, kostengünstige Konzentration auf einen Produktionsstandort“ Maschinenbauanalyst Stefan Maichl LB Baden-Württenberg 
Seit Beginn der Krise führte Hermle immer mal nach Bedarf eine Kurzarbeitswoche ein. In dieser Woche hatten die Angestellten jedoch nicht frei, sondern besuchten Lehrgänge und Fortbildungen. Das Unternehmen wollte sich für die Zukunft gut aufstellen. Doch wie konnte sich Hermle bei diesen Einbußen solche Investitionen eigentlich leisten? 

Ein Schlüssel dazu ist die hohe Eigenkapitalquote von über 75 % und die Nettoliqudität. Zudem machte das Unternehmen auch während der Krisenzeit Gewinn. Somit konnten alle Investitionen aus dem Cash-Flow gestemmt werden.

Auch neue Maschinen wurden auf dem Markt gebracht, denn es gibt auch eine Zeit nach der Krise und Hermle Vorstand Dietmar Hermle versuchte damit seine Kunden zu binden.
„Hermle wird zwar Federn lassen müssen, aus der bevorstehenden Konsolidierung der Branche aber als Sieger hervorgehen.“ Stefan Maichl
Hermle ging verantwortungsvoll mit dem Geld um. Die Chefs besaßen keinen eigenen Fuhrpark, sondern fuhren mit ihren Privatautos. Bei Geschäftsreisen wurden günstige Flüge genommen und in billigen Hotels eingecheckt. Das Unternehmen sparte überall außer an den Mitarbeitern und Maschinen.

Nach der Krise

Die Hermle AG entwickelte sich deutlich besser als die Konkurrenten. Die Strategie während der Krise ging auf und Hermle kam stärker aus der Krise zurück. 

2015 erwirtschaftete Hermle einen Umsatz von ca. 360 Mio. € und beschäftigt ca. 1000 Mitarbeiter.

Quelle: 
http://www.wiwo.de/unternehmen/maschinenbau-mittelstaendler-hermle-das-wunder-von-der-alb-seite-3/5298550-3.html
https://www.hermle.de/de/investor_relations/zahlen_fakten/unternehmenskennzahlen
https://www.maschinewerkzeug.de/maschinen/uebersicht/artikel/interview-hermle-1131636.html

Kostolany: Gold, Kunst und Möbel sind Spekulationsobjekte.

Warum sind Sachwerte (wie Gold usw. ) Spekulationsobjekte?


Laut dem Börsenaltmeister Kostolany:
"Sachwerte werfen keine Rendite ab. Deshalb eignen sie sich als Anlagewerte nicht, es sei denn, man befindet sich in einer Hyperinflation. Das Gleiche gilt auch für Anlagen in Rohstoffe. Selbst bei Aktien mit ihren insbesondere heute nur geringen Dividenden erzielt der Anleger bei der Wiederanlage der Erträge durch den Zinseszinseffekt automatisch einen Wertzuwachs. Für Anleihen gilt dies ohnehin. Während bei der Aktie die Aktiengesellschaft und bei der Anleihe der Emittent (Staat oder Unternehmen) mit dem Geld arbeiten, liegt es in Sachwerten brach. Deshalb kann man mit Sachwerten allenfalls spekulieren."

Goldbarren sind unproduktiv.
Kostolany(2015): Die Kunst, über Geld nachzudenken, S. 65.


Gerade bei Gold spekuliert man darauf, dass irgendwann mal jemand kommt, der mehr bezahlt für das Gold als man selbst gezahlt hat - eine klassische Definition von Spekulation. In der Zwischenzeit liegt es brach und erwirtschaftet keinen Cashflow und Gewinn, dementsprechend zahlt es auch keine Dividende. Gold kann auch nicht zur Aufbesserung des Gehalts oder der Rente dienen. Wir haben uns schon in zwei Artikeln der Problematik genähert:

Gold, Öl, Zins: Spekulation oder Investition?

Warren Buffett: macht ein Gold-Investment Sinn?

Lesenswert!

Wie kann man mit Sachwerten spekulieren?


"Man muss die große Aufwärtsbewegung erkennen, rechtzeitig einsteigen, davon profitieren und anschließend wieder aussteigen. Doch leider ist das fast unmöglich, Preisbewegungen so genau vorauszusagen. Das Hauptproblem ist das Timing. An der Börse kommt immer alles anderes und erst später so, wie man denkt", so der Altmeister Kostolany
Kostolany(2015): Die Kunst, über Geld nachzudenken, S. 65.

Arnold AG - Ursprung von weltbekannten Kunstwerken

Arnold AG ein Allrounder in der Metallverarbeitung

Arnold ist Metallverarbeiter aus Leidenschaft. Im Unternehmen dreht sich alles um den Werkstoff Metall in allen möglichen Kombinationen. Ein genaues Kerngeschäft lässt sich dabei nicht abgrenzen. Arnold fertigt nicht nur für Maschinenbauer oder Unternehmen der Medizintechnik, sondern auch für Hotels, Künstler, Schiffsbauer oder Flughäfen. Gerade Einrichtungsgegenstände aus Metall sind ein Spezialgebiet von Arnold. In Flughäfen installiert das Unternehmen Werbeanzeigen und ganze Schaltersysteme. 
„Bei uns muss jeder wissen, wie Metall riecht“ Uwe Arnold
Ballon Flower Kunst
"ballon flower" jeffkoons.com

Bekannt wurde das Unternehmen durch die Fertigung von Kunstwerken international bekannter Künstler, wie Jeff Koons und Damien Hirst. Alles begann noch vor der Jahrtausendwende mit dem Auftrag von Jeff Koons die erste "Balloon Flower" zu fertigen. Das Kunstwerk wird teilweise über 10 Millionen US-Dollar gehandelt.


Bis heute hat Arnold mehr als 130 Skulpturen für Jeff Koons gefertigt.

„In jeder Schweißnaht, jedem präzise gebogenen Blech, jeder parametrischen Planung, in Gehäusen, in der Medizintechnik und in der Kunst steckt unser Anspruch, mit Metall Erlebnisse zu schaffen“ Uwe Arnold

Wie behauptet sich Arnold in der Industrie? 

Arnold AG Logo
jobportal-friedrichsdorf.de
Metallverarbeitung ist ein stark umkämpfter Markt mit vielen Konkurrenten. Arnold versucht im Alltagsgeschäft hauptsächlich durch die Fertigung von komplexen Teilen, gerne auch in kleiner Stückzahl zu glänzen. Hierzu bietet das Unternehmen in der Unternehmenszentrale in Friedrichsdorf bei Frankfurt Workshops für ihre Kunden. Ziel ist es die Kunden direkt vom Unternehmen und der Arbeit zu überzeugen. 

An großen internationalen Ausschreibungen nimmt Arnold jedoch nicht Teil, da meist nur Dokumente im Internet hochgeladen werden und die Expertise nicht persönlich vermittelt werden kann.

Im Geschäftsjahr 2016 erzielt die Arnold AG einen Umsatz von 45 Mio. € und beschäftigt 350 Mitarbeiter.

Quellen: 
https://www.arnold.de/de/ueber-uns#zahlen (Stand: 14.05)
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/mittelstaendler-arnold-ag-bei-uns-muss-jeder-wissen-wie-metall-riecht-14726754.html (Stand: 14.05)
http://www.jeffkoons.com/artwork/celebration/balloon-flower (Stand: 14.05)

Munger: Ich lasse mir keine Prognosen erstellen!


Charlie Munger spricht sich deutlich gegen Prognosen aus! Warum?

Erst letztes Wochenende fand das Berkshire Hathaway Annual Meeting statt. Haben sich die Value Investoren Warren Buffett und Charlie Munger zu einer Gewinnschätzung hinreißen lassen? Nein, aber warum nicht?
"Ich lasse mir keine Prognosen erstellen, denn ich mag mich nicht so gerne auf meinen Schreibtisch übergeben"


Die Prognose von Gewinnen ist mit Vorsicht zu genießen, denn wir dürfen nicht vergessen, dass das Management sich gerne bei der Prognose auf adjustierte Gewinne (bereinigte Gewinne) konzentriert, welche das Management, wenn es im operativen Geschäft doch nicht so läuft, fast problemlos manipulieren kann.

Wie kann man adjustierte Gewinne und Gewinnmetriken manipulieren?


Prognosen sind wie WürfelnStellt man eine Gewinnprognose und es geschieht wie nicht ganz unwahrscheinlich bei den umfangreichen Facetten der heutigen Geschäftswelt etwas Unvorhersehbares, fühlen sich einige Manager genötigt, die Zahlen künstlich ihren Prognosen anzunähern. Dazu dienen zum Beispiel die Restrukturierungskosten. Es ist nicht unüblich das einige Unternehmen über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren Restrukturierungskosten in unterschiedlicher Höhe präsentieren. Doch sind Restrukturierungskosten nicht einmalige Kosten? Ja, Restrukturierungskosten fallen einmalig an, um das Unternehmen neu zu ordnen und für die Zukunft profitabler zu gestalten. In der Praxis wird der Posten ab und zu genutzt, um die Gewinne zu schönen und die operative Lage positiv darzustellen.
Gehen wir mal davon aus:  Sie sind ein CEO in der IT-Branche. In dieser Position sind Sie sich der Schnelllebigkeit der Technologien bewusst und sie sind dadurch gezwungen, ständig Konkurrenten mit neuen Technologien zu übernehmen, um ihre Marktposition beizubehalten und weiterhin ein attraktiver Ansprechpartner für Ihre Kunden zu bleiben. Würden Sie dann die Implementierungskosten der neuen Unternehmen als Restrukturierungskosten bezeichnen? Oder einfach als operative Kosten, um konkurrenzfähig zu bleiben? Ähnlich ist es bei sehr großen Unternehmen bei denen ständig kleinere Abteilungen verändert und restrukturiert werden, diese Kosten sind ebenso nicht bereinigungswürdig, da es zum Alltag eines großen Konzerns gehört.
Hier entsteht natürlich ein ordentlicher Spielraum zur Manipulation der Geschäftszahlen, auch mit dem Zweck, den Markt nicht zu enttäuschen und die Prognosen zu treffen. Dementsprechend sollte man auch die prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnisse mit gesunden Menschenverstand checken oder noch besser meiden.