Wie das BAföG zurückzahlen? Zinseszins + Cost Average Effekt helfen!

Wie ein Darlehen wie das BAföG zurückzahlen?


Wir durften schon feststellen, dass einige unserer Leser selbst noch studieren oder erst vor kurzem das Studium abgeschlossen haben, deshalb thematisieren wir mal die Rückzahlung eines Darlehens wie das BAföG.

Was ist das BAföG und wie hoch sind die Schulden maximal?


Die Studierenden an Universitäten und Hochschulen bekommen BAföG zur Hälfte als Zuschuss vom Staat für ihre Qualifikation und zur Hälfte als zinsfreies Darlehen. Also sitzen einige Absolventen nach dem Studium auf einem großen Berg von Schulden. Diese Schulden kommen in der Regel vom zinsfreien Darlehen des BAföGs. Die BAföG Rückzahlungsobergrenze liegt bei 10.000 €.

Wie kann man das 10.000 € Darlehen zurückzahlen?


Und hier kommt der Zinseszinseffekt ins Spiel. Das BAföG ist so organisiert, dass man die Gesamtsumme erst nach einem Zeitraum von 5 Jahren nach dem Ende der Förderungsdauer tilgen muss. Also muss man das Darlehen als Bachelor nach rund 8 Jahren und als Master nach rund 10 Jahren zurückzahlen. Die Tilgung erfolgt einmalig oder in vierteljährlichen Raten von 315 €, was einer monatlichen Rate von 105 € entspricht, über bis zu 20 Jahre. Über den Förderzeitraum von 8 bis 10 Jahren könnte man monatlich einen gewissen Betrag zurücklegen, was einige versuchen. Viele Studierende und Absolventen streben nach dem schnellen Abbau des Studienkredits, um Flexibilität zu gewinnen.

Jedoch was mit dem Geld machen bei den niedrigen Zinsen?


Mit einem monatlichen Sparplan kann das Geld sinnvoll investiert werden und die Rückzahlung des BAföG Darlehens erleichtern. Wir fragten uns, wieviel ein Student von den BAföG investieren müsste, um das BAföG am Ende der Zeit vollständig tilgen zu können - mit einer einmaligen Zahlung! Wenn wir den Zinseszinseffekt und die üblichen Kapitalmarktrenditen für uns nutzen, entsteht aus kleinen monatlichen Beträgen nach 10 Jahren eine große Summe.


Wieviel Geld sollte man monatlich zurücklegen, um das Darlehen zu zahlen? 
Sparschein für Bafög füllen


Stellen Sie sich folgenden Fall vor: Sie kaufen ein kostengünstiges DAX ETF (voll replizierend). Die langjährige Rendite vom DAX können Sie im Renditedreieck vom deutschen Aktieninstitut einsehen.
Der DAX konnte in den letzten 50 Jahren eine jährliche Rendite von 8,3 %  erzielen. Bei dieser Rendite muss man monatlich 54,27 € (vorschüssig)  über 10 Jahre zurücklegen, um ein Darlehen von 10.000 € zu tilgen.

Die 54,27 € entsprechen rund 7,38 % des monatlichen BAföG Höchstsatzes von 735 € und der eingezahlte Betrag liegt über 10 Jahre bei rund 6512€. Angenommen man hat etwas Glück beim Einstiegszeitsraum und man bekommt eine höhere Rendite von etwa 12 %, so müsste die monatliche Sparsumme nur 44,59 € betragen, was 6,06 % des Bafög Höchstsatzes entspräche, um das BAföG vollständig tilgen zu können.
Erfährt man leider nur eine geringere Rendite über die 10 Jahre von 6,4 % (US- Kapitalmarktrendite seit 1900) , muss die monatliche Einsparrendite bei 59,97 Euro liegen, um die 10.000 € am Ende der Periode zu erhalten. Dementsprechend kann auch ein voll replizierender Dow Jones ETF oder S&P 500 ETF attraktiv sein.

Wo liegt der Vorteil des monatlichen Sparens? Der Cost Average Effekt


Der Cost Average Effekt entsteht, wenn man  mit einem gleich bleibenden Betrag (beispielsweise 54,27 €) bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile erwerben kann. Bei einem langfristigen Sparplan auf ein kostengünstiges ETF oder einen guten
Fonds mit dem Value Investing-Ansatz ist der Durchschnittspreis günstiger als bei einem einzelnen Kauf. Denn, wie schon Peter Lynch meinte:
"Für jemanden, der regelmäßig investiert und einen langen Atem hat, ist es positiv, wenn die Kurse zeitweise sinken."

Quellen:
https://www.xn--bafg-7qa.de/de/darlehensrueckzahlung-383.php
https://www.xn--bafg-7qa.de/de/welche-bedarfssaetze-sieht-das-bafoeg-vor--375.php
https://www.dai.de/de/das-bieten-wir/studien-und-statistiken/renditedreieck.html

Das Wunder von den Alb - Die Berthold Hermle AG

Der Umgang der Unternehmens Hermle AG mit der Branchenkrise

Logo Hermle
hermle.de
2008 gab es weltweite eine große Krise in der Maschinenbauindustrie. Aber wie geht ein Familienunternehmen mit so einer Situation um? 

Dieser Frage wollen wir am Beispiel des deutschen Familienunternehmens Hermle AG nachgehen. 

Während der Krise 

Seit Kriegsende gab es keinen größeren Umsatzeinbruch bei Hermle als im Jahr 2009. Die Umsätze brachen um 55% ein und die Aufträge gingen um 60% zurück. Doch Hermle entliß keine Mitarbeiter sondern stellte noch neue Lehrlinge ein. Wie ist das möglich? 
„Traditionell hohe Margen, extreme Flexibilität, kostengünstige Konzentration auf einen Produktionsstandort“ Maschinenbauanalyst Stefan Maichl LB Baden-Württenberg 
Seit Beginn der Krise führte Hermle immer mal nach Bedarf eine Kurzarbeitswoche ein. In dieser Woche hatten die Angestellten jedoch nicht frei, sondern besuchten Lehrgänge und Fortbildungen. Das Unternehmen wollte sich für die Zukunft gut aufstellen. Doch wie konnte sich Hermle bei diesen Einbußen solche Investitionen eigentlich leisten? 

Ein Schlüssel dazu ist die hohe Eigenkapitalquote von über 75 % und die Nettoliqudität. Zudem machte das Unternehmen auch während der Krisenzeit Gewinn. Somit konnten alle Investitionen aus dem Cash-Flow gestemmt werden.

Auch neue Maschinen wurden auf dem Markt gebracht, denn es gibt auch eine Zeit nach der Krise und Hermle Vorstand Dietmar Hermle versuchte damit seine Kunden zu binden.
„Hermle wird zwar Federn lassen müssen, aus der bevorstehenden Konsolidierung der Branche aber als Sieger hervorgehen.“ Stefan Maichl
Hermle ging verantwortungsvoll mit dem Geld um. Die Chefs besaßen keinen eigenen Fuhrpark, sondern fuhren mit ihren Privatautos. Bei Geschäftsreisen wurden günstige Flüge genommen und in billigen Hotels eingecheckt. Das Unternehmen sparte überall außer an den Mitarbeitern und Maschinen.

Nach der Krise

Die Hermle AG entwickelte sich deutlich besser als die Konkurrenten. Die Strategie während der Krise ging auf und Hermle kam stärker aus der Krise zurück. 

2015 erwirtschaftete Hermle einen Umsatz von ca. 360 Mio. € und beschäftigt ca. 1000 Mitarbeiter.

Quelle: 
http://www.wiwo.de/unternehmen/maschinenbau-mittelstaendler-hermle-das-wunder-von-der-alb-seite-3/5298550-3.html
https://www.hermle.de/de/investor_relations/zahlen_fakten/unternehmenskennzahlen
https://www.maschinewerkzeug.de/maschinen/uebersicht/artikel/interview-hermle-1131636.html

Kostolany: Gold, Kunst und Möbel sind Spekulationsobjekte.

Warum sind Sachwerte (wie Gold usw. ) Spekulationsobjekte?


Laut dem Börsenaltmeister Kostolany:
"Sachwerte werfen keine Rendite ab. Deshalb eignen sie sich als Anlagewerte nicht, es sei denn, man befindet sich in einer Hyperinflation. Das Gleiche gilt auch für Anlagen in Rohstoffe. Selbst bei Aktien mit ihren insbesondere heute nur geringen Dividenden erzielt der Anleger bei der Wiederanlage der Erträge durch den Zinseszinseffekt automatisch einen Wertzuwachs. Für Anleihen gilt dies ohnehin. Während bei der Aktie die Aktiengesellschaft und bei der Anleihe der Emittent (Staat oder Unternehmen) mit dem Geld arbeiten, liegt es in Sachwerten brach. Deshalb kann man mit Sachwerten allenfalls spekulieren."

Goldbarren sind unproduktiv.
Kostolany(2015): Die Kunst, über Geld nachzudenken, S. 65.


Gerade bei Gold spekuliert man darauf, dass irgendwann mal jemand kommt, der mehr bezahlt für das Gold als man selbst gezahlt hat - eine klassische Definition von Spekulation. In der Zwischenzeit liegt es brach und erwirtschaftet keinen Cashflow und Gewinn, dementsprechend zahlt es auch keine Dividende. Gold kann auch nicht zur Aufbesserung des Gehalts oder der Rente dienen. Wir haben uns schon in zwei Artikeln der Problematik genähert:

Gold, Öl, Zins: Spekulation oder Investition?

Warren Buffett: macht ein Gold-Investment Sinn?

Lesenswert!

Wie kann man mit Sachwerten spekulieren?


"Man muss die große Aufwärtsbewegung erkennen, rechtzeitig einsteigen, davon profitieren und anschließend wieder aussteigen. Doch leider ist das fast unmöglich, Preisbewegungen so genau vorauszusagen. Das Hauptproblem ist das Timing. An der Börse kommt immer alles anderes und erst später so, wie man denkt", so der Altmeister Kostolany
Kostolany(2015): Die Kunst, über Geld nachzudenken, S. 65.

Arnold AG - Ursprung von weltbekannten Kunstwerken

Arnold AG ein Allrounder in der Metallverarbeitung

Arnold ist Metallverarbeiter aus Leidenschaft. Im Unternehmen dreht sich alles um den Werkstoff Metall in allen möglichen Kombinationen. Ein genaues Kerngeschäft lässt sich dabei nicht abgrenzen. Arnold fertigt nicht nur für Maschinenbauer oder Unternehmen der Medizintechnik, sondern auch für Hotels, Künstler, Schiffsbauer oder Flughäfen. Gerade Einrichtungsgegenstände aus Metall sind ein Spezialgebiet von Arnold. In Flughäfen installiert das Unternehmen Werbeanzeigen und ganze Schaltersysteme. 
„Bei uns muss jeder wissen, wie Metall riecht“ Uwe Arnold
Ballon Flower Kunst
"ballon flower" jeffkoons.com

Bekannt wurde das Unternehmen durch die Fertigung von Kunstwerken international bekannter Künstler, wie Jeff Koons und Damien Hirst. Alles begann noch vor der Jahrtausendwende mit dem Auftrag von Jeff Koons die erste "Balloon Flower" zu fertigen. Das Kunstwerk wird teilweise über 10 Millionen US-Dollar gehandelt.


Bis heute hat Arnold mehr als 130 Skulpturen für Jeff Koons gefertigt.

„In jeder Schweißnaht, jedem präzise gebogenen Blech, jeder parametrischen Planung, in Gehäusen, in der Medizintechnik und in der Kunst steckt unser Anspruch, mit Metall Erlebnisse zu schaffen“ Uwe Arnold

Wie behauptet sich Arnold in der Industrie? 

Arnold AG Logo
jobportal-friedrichsdorf.de
Metallverarbeitung ist ein stark umkämpfter Markt mit vielen Konkurrenten. Arnold versucht im Alltagsgeschäft hauptsächlich durch die Fertigung von komplexen Teilen, gerne auch in kleiner Stückzahl zu glänzen. Hierzu bietet das Unternehmen in der Unternehmenszentrale in Friedrichsdorf bei Frankfurt Workshops für ihre Kunden. Ziel ist es die Kunden direkt vom Unternehmen und der Arbeit zu überzeugen. 

An großen internationalen Ausschreibungen nimmt Arnold jedoch nicht Teil, da meist nur Dokumente im Internet hochgeladen werden und die Expertise nicht persönlich vermittelt werden kann.

Im Geschäftsjahr 2016 erzielt die Arnold AG einen Umsatz von 45 Mio. € und beschäftigt 350 Mitarbeiter.

Quellen: 
https://www.arnold.de/de/ueber-uns#zahlen (Stand: 14.05)
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/mittelstaendler-arnold-ag-bei-uns-muss-jeder-wissen-wie-metall-riecht-14726754.html (Stand: 14.05)
http://www.jeffkoons.com/artwork/celebration/balloon-flower (Stand: 14.05)

Munger: Ich lasse mir keine Prognosen erstellen!


Charlie Munger spricht sich deutlich gegen Prognosen aus! Warum?

Erst letztes Wochenende fand das Berkshire Hathaway Annual Meeting statt. Haben sich die Value Investoren Warren Buffett und Charlie Munger zu einer Gewinnschätzung hinreißen lassen? Nein, aber warum nicht?
"Ich lasse mir keine Prognosen erstellen, denn ich mag mich nicht so gerne auf meinen Schreibtisch übergeben"


Die Prognose von Gewinnen ist mit Vorsicht zu genießen, denn wir dürfen nicht vergessen, dass das Management sich gerne bei der Prognose auf adjustierte Gewinne (bereinigte Gewinne) konzentriert, welche das Management, wenn es im operativen Geschäft doch nicht so läuft, fast problemlos manipulieren kann.

Wie kann man adjustierte Gewinne und Gewinnmetriken manipulieren?


Prognosen sind wie WürfelnStellt man eine Gewinnprognose und es geschieht wie nicht ganz unwahrscheinlich bei den umfangreichen Facetten der heutigen Geschäftswelt etwas Unvorhersehbares, fühlen sich einige Manager genötigt, die Zahlen künstlich ihren Prognosen anzunähern. Dazu dienen zum Beispiel die Restrukturierungskosten. Es ist nicht unüblich das einige Unternehmen über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren Restrukturierungskosten in unterschiedlicher Höhe präsentieren. Doch sind Restrukturierungskosten nicht einmalige Kosten? Ja, Restrukturierungskosten fallen einmalig an, um das Unternehmen neu zu ordnen und für die Zukunft profitabler zu gestalten. In der Praxis wird der Posten ab und zu genutzt, um die Gewinne zu schönen und die operative Lage positiv darzustellen.
Gehen wir mal davon aus:  Sie sind ein CEO in der IT-Branche. In dieser Position sind Sie sich der Schnelllebigkeit der Technologien bewusst und sie sind dadurch gezwungen, ständig Konkurrenten mit neuen Technologien zu übernehmen, um ihre Marktposition beizubehalten und weiterhin ein attraktiver Ansprechpartner für Ihre Kunden zu bleiben. Würden Sie dann die Implementierungskosten der neuen Unternehmen als Restrukturierungskosten bezeichnen? Oder einfach als operative Kosten, um konkurrenzfähig zu bleiben? Ähnlich ist es bei sehr großen Unternehmen bei denen ständig kleinere Abteilungen verändert und restrukturiert werden, diese Kosten sind ebenso nicht bereinigungswürdig, da es zum Alltag eines großen Konzerns gehört.
Hier entsteht natürlich ein ordentlicher Spielraum zur Manipulation der Geschäftszahlen, auch mit dem Zweck, den Markt nicht zu enttäuschen und die Prognosen zu treffen. Dementsprechend sollte man auch die prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnisse mit gesunden Menschenverstand checken oder noch besser meiden.

Jungheinrich ein "hanseatisch-schwäbisches" Familienunternehmen (2/2)

Entwicklung eines der größten Lagertechnikanbieter weltweit Teil 2

Börsengang von Jungheinrich


Die 90er Jahre beginnen für das Unternehmen mit Erreichung eines weiteren Meilensteins. Am 30.9.1990 wurde das Unternehmen in eine AG umgewandelt und ging an die Börse. Durch den Mauerfall entstand für Jungheinrich ein komplett neuer Markt in Ostdeutschland und Osteuropa. Es wurder Auslandsfilialen in Tschechien, Ungarn, Polen, Slowenien und Slovakei gegründet.

Durch die Übernahme der britischen Boss-Gruppe mit der deutschen Traditionsmarke Steinbock 1994 führt Jungheinrich seine Wachstumsstrategie weiter fort und gewinnt in Europa weiter an Einfluss. Es folgt die Gründung einer Auslandsfiliale in Portugal.
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Im technischen Bereich entwickelte Jungheinrich 1995 den weltweit ersten Schubmaststapler mit zentralen Steuerungshebel. 1998 wurden die Bereiche Technik und Vertrieb getrennt, wodurch ein markenunabhängiger Produktionsverbund, also ein Plattformsystem für alle Marken des Konzerns, entstand.1999 feierte das Unternehmen den 100. Geburtstag des Firmengründers Dr. Friedrich Jungheinrich.

Globalisierung der Jungheinrich AG


Zu Beginn des neues Jahrtausends begann sich Jungheinrich sofort global aufzustellen. Im Jahr 2000 wurden Auslandsfilialen in der Türkei, Griechenland, USA und Singapur eröffnet. Der Konzern begibt sich bei seiner Vertriebsstrategie weg von mehreren Marken zu einer einheitlichen Marke "Jungheinrich" und vertreibt diese im Direktvertrieb. 

In den folgenden Jahren  werden weitere Auslandsfilialen in Brasilien, Russland, Lettland, Litauen, Finnland und China eröffnet. 2005 präsentiert Jungheinrich den ersten Gabelstapler mit drehbaren Führerhaus der Welt.

2006 wurde ein neues Werk in Qingpu, China gebaut. Das Portfolio des Unternehmens wurde 2010 um „Warehouse-Management-System" erweitert. Somit geht Jungheinrich einen weiteren Schritt in Richtung Automatisierung.
Jungheinrich, ein Familienunternehmen mit Wachstum
Quelle: jungheinrich.de

Mit dem 60. Firmenjubiläum 2013 wurden neue Werke in Degernpoint bei Moosburg und in Qingpu geöffnet. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt nun immer mehr auf kompletten Systemlösungen in der Logistik. Hierzu wurde ein Trainingszentrum zum Bedienen der Systeme mit einer jährlichen Teilnehmerkapazität von 5000 Personen eröffnet. Mit einem Joint Venture mit Chinas größten Staplerherstellern zur Vermietung der Maschinen gewinnt Jungheinrich weiter Einfluss im chinesischen Markt.

Jungheinrich ist mit Direktniederlassungen in 36 Ländern weltweit vertreten. Im Geschäftsjahr 2016 vermeldete das Unternehmen einen neuen Rekordumsatz von erstmals 3 Mrd. € und damit eine Steigerung um 14% zum Vorjahr. Das Nettoergebnis je Vorzugsaktie legt um 12% auf 1,52 € zu.  Erstmals beschäftigt der Konzern über 15.000 Mitarbeiter.
Hier bekommen Sie einen kleinen Eindruck über die Produkte des Familienunternehmens Jungheinrich:



Investmentpotenzial der Jungheinrich AG


Das Familienunternehmen ist momentan mit einen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 sehr hoch bewertet. Nach der Wachstumsformel von Benjamin Graham muss das Unternehmen bei so einer Bewertung jährlich um 6,5% wachsen. Im letzten Geschäftsjahr ist es Jungheinrich eindrucksvoll gelungen diese Marke mit 12% Gewinnwachstum je Aktie zu überschreiten. Wenn dieses Wachstums über einen Zeitraum von 7-10 Jahren gehalten werden kann, ist Jungheinrich ein gutes Investment. Entscheiden Sie selbst, ob das für dieses Unternehmen realistisch ist.

Lesen sie auch:

Jungheinrich ein "hanseatisch-schwäbisches" Familienunternehmen (1/2)

Quelle:
http://www.jungheinrich.de/wir-ueber-uns/unternehmensgeschichte/
http://www.jungheinrich.de/fileadmin/Redaktion/Investor_Relations/2017/Q1/PDF/Jungheinrich_GB16_AG-Abschluss.pdf
http://www.finanzen.net/aktien/Jungheinrich-Aktie
https://www.bloomberg.com/quote/JUN3:GR

Warren Buffett und Charlie Munger live ab 16Uhr

Charlie Munger und Warren Buffett live!


Als gute Value Investoren bezeichnen sich einige, jedoch gibt es nur wenige, welche die Stile des Value Investings in dieser Form geprägt haben.
Warren Buffett und Charlie Munger bei Berkshire
Quelle: boerse.ard.de
Warren Buffett, ein Schützling von Benjamin Graham  und Charlie Munger, der Pionier des Investierens in Qualitätsunternehmen, schenkten uns Zitate wie:


Charlie Munger:

"Vom Erfolg wie vom Scheitern anderer zu lernen, ist die schnellste Methode um intelligenter und klüger zu werden, ohne dabei allzu viel selbst erleiden zu müssen."


Warren Buffett:

„Jobs nur anzunehmen, um einen guten Lebenslauf zu haben, ist, als würde man sich Sex für's Alter aufsparen.“

Charlie Munger:

"Sich dafür zu interessieren, ob jemand anderes schneller Geld verdient [als Sie selbst] ist eine der Todsünden. Neid ist eine wirklich dumme Sünde, denn sie ist die einzige, mit der man wahrscheinlich nie irgendwelchen Spaß haben wird. Er bringt viel Schmerz und kein Vergnügen. Warum sollte man dabei mitmachen wollen?"

Warren Buffett:


"Wenn wir wieder bei Zinssätzen ankommen, die normal sind, sehen diese Aktienpreise hoch aus. Wenn die Zinssätze auf diesem Niveau bleiben, sehen Aktien billig aus."

Charlie Munger:

“Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen.“


Und Sie sind heute wieder in der Annual Meeting Liveübertragung auf Yahoo zu sehen.
Der Link, Mitschnitte und Zusammenfassung zu der Berkshire Harthaway Hauptversammlung sind bei Yahoo verfügbar. Einfach den Links folgen.

Programm der Berkshire Harthaway Hauptversammlung / Annual Meeting 2017


Das Programm kann nach deutscher Zeit  so aussehen:

16:00 Uhr: Yahoo Finanzen Pre-Show
16:15 Uhr: Livestream der Morgensitzung sowie Fragen & Antworten mit Warren Buffett und Charlie Munger.
Die Vorstellung der Geschäftszahlen des ersten Quartals 2017 von Berkshire Hathaway in einer kurzen Version, anschließend Frage und Antwort-Sessions

19:00 Uhr: Yahoo Finanzen Halbzeitbericht
20:00 Uhr: Livestream der Nachmittagssitzung, zusätzliche Fragen- & Antworten-Runde und Business-Meeting
22:30 Uhr: Yahoo Finanzen Post-Show

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und ähnlich lehrreiche Weisheiten wie aufgeführt. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns eure Highlights mitteilt.

Vielen Dank im Voraus.

Quelle:
Yahoo.com
boerse.ard.de
https://m.pressebox.de/boxid/851087#

Kostolany: Wer hat Geld?

Geld hat derjenige der keine Schulden hat.



Nach der Definition von Kostolany hängt der Begriffe Geld -Wer hat Geld?- nicht von der Höhe des Vermögens ab, sondern davon ob die Person Eigenkapital zur Verfügung hat und keine Schulden. In der Praxis hat derjenige Geld, welcher 10.000 € Vermögen hat, davon 5.000 € in Wertpapieren und keine Schulden.

Geld hat, der keine Schulden.





Umgekehrt: Eine Person, die 100.000 € in Aktien angelegt hat und davon nur 50.000 € Eigenkapital und den Rest, also 50.000€ Schulden, hat kein Geld. Denn diese Person schuldet der Bank 50.000 €.

Schulden sind an der Börse selten gut. Das sieht auch Value Investor Warren Buffett so:


"Geliehenes Geld hat keinen Platz im Investoren-Werkzeugkasten. An den Märkten kann jederzeit alles passieren."


An der Börse ist alles möglich, sogar das Gegenteil. Die Folgen von Schulden sind meist negativ!

Wieso sind die Folgen von Schulden meist negativ?


Ein Beispiel: Sie investieren in ihr Lieblingsunternehmen und sie sind vom Potenzial des Unternehmens absolut überzeugt. Diese Überzeugung veranlasst Sie dazu, Schulden aufzunehmen und die Position zu verdoppeln. Jetzt drehen die Zinsen rapide und der gegenwärtig vorliegende Bewertungsbonus schmilzt. Die Kurse rutschen aufgrund der Zinserhöhung ins Minus. Die Bank fragt bei Ihnen nach und möchte weitere Sicherheiten oder das Geld zurück. Was machen Sie? Mit Verlust verkaufen? Oder das Tal aussitzen? Sie bekommen weiteren Druck von der Bank und müssen mit Verlust verkaufen. Sie müssen - unüblich für einen Value Investor - im fallenden Markt verkaufen, in einem Moment, wo sie mit ihrer Überzeugung für das Unternehmen lieber nachkaufen sollten, denn der Markt spiegelt nicht annähernd den wahren Wert des Unternehmens wider. In so einer Situation zeigt sich wieder: Cash ist King, denn Cash schafft Überrenditen.


Darüber hinaus befähigt es Sie, gelassen die Entscheidungen zum langfristigen Investieren treffen zu können, antizyklisch zu investieren und verhilft zu einem ruhigen Schlaf.

Quelle:
Kostolany(2015): Die Kunst, über Geld nachzudenken, S. 121-122.

Jungheinrich ein "hanseatisch-schwäbisches" Familienunternehmen (1/2)

Entwicklung eines der größten Lagertechnikanbieter weltweit Teil 1

Bild Jungheinrich
Quelle: Jungheinrich.de

Anfänge des Unternehmens


Die Erfolgsgeschichte der Firma Jungheinrich begann mit der Erfindung der Ameise und deren Patentanmeldung am 22.10.1948. Die H. Jungheinrich & Co. Maschinenfabrik produzierte ihren ersten elektrisch angetriebenen Vierrad-Stapler die Ameise 55 im Jahr 1953.

Wirtschaftswunder in Deutschland


Das Unternehmen wird von Friedrich Jungheinrich geführt und erlebt einen starken Aufschwung in den folgenden Jahren. 1958 bringt Jungheinrich ihren ersten dieselangetriebenen Gabelstapler auf den Markt und gewinnt somit immer mehr an Popularität. In den folgenden Jahren werden Vertriebsgesellschaften in Österreich, Schweden, Italien, Schweiz, Großbritannien, Niederlande und Frankreich gegründet.

"Wir sind ein börsennotiertes Unternehmen mit  dem Charakter einer Familiengesellschaft." Jungheinrich

1966 werden in Norderstedt neue Gewerbeflächen erworben, um ein neues größeres Werk zu errichten. Das Werk gilt als Grundstein für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens.
1968 verstirbt der langjährige Unternehmensführer und Gründer des Unternehmens Dr. Friedrich Jungheinrich. Das Unternehmen wird unter den beiden Gesellschafterfamilien Lange und Wolf selbstständig weitergeführt.

Ausbau des europäischen Markts


Die Firma Jungheinrich errichtet ab 1970 neue Filialen in Norwegen, Spanien und Belgien. Damit ist das Unternehmen mit seinen Leistungen fast in ganz Europa vertreten.
Durch die zunehmende Kommissionierung in den Lagern entwickelt das Unternehmen neue Spezialgeräte zur Erleichterung der Kommissionierung. Zudem bietet das Unternehmen eine Vermietung derer Maschinen an, wodurch erneut Kunden gewonnen werden.

Es entstehen in der Industrie erstmals automatisierte Lagersysteme. Jungheinrich stellt 1982 ihren ersten automatisierten Regalstapler, das System ARS, vor. Das neue Montagewerk in Norderstedt wird 1984 in Betrieb genommen und bildet damit die Zentrale des Unternehmens.

1987 zählt Jungheinrich bereits 5.330 Mitarbeiter und erwirtschaftet erstmals einen jährlichen Umsatz von über 1 Milliarde DM.

Hier geht es zum 2. Teil Jungheinrich ein "hanseatisch-schwäbisches" Familienunternehmen (2/2).

Quellen:
http://www.jungheinrich.de/wir-ueber-uns/unternehmensgeschichte/ (Stand: 30.04)
http://www.jungheinrich.de/wir-ueber-uns/ (Stand: 30.04)
http://www.jungheinrich.de/fileadmin/redaktion/investor_relations/2015/pdf/konzernpraesentation_20151210.pdf (Stand: 30.4)

Ottobock IPO: Familienunternehmen mit Zukunft, aber ein attraktives Investment?

Ottobock ein starkes Familienunternehmennternehmen

Mit den Prothesen- und Bandagenhersteller Otto Bock mit Sitz in Duderstadt kommt nach langer Zeit mal wieder ein interessantes Unternehmen an die Börse. Das Unternehmen gilt als Technologieführer in seiner Branche und baut auch durch Übernahmen wie BionX die Prothetik Marktführerschaft aus. Auch das neue Quartier in Berlin zeigt in einen futuristischen Stil, welche Erkenntnisse und Produkte das Unternehmen hat und entwickeln kann. Die familiengeführte Firma beschäftigt 6800 Mitarbeiter in über 50 Ländern.

Laut Aussagen des Managements arbeitet das Unternehmen stets profitabel und steigerte die Erlöse von Jahr zu Jahr. Erst vor kurzen konnte das Unternehmen die eine Milliarde Umsatzgrenze überschreiten. Einen kleinen Einblick in die Produkte, vor allem Bandagen, erhalten Sie in der unten aufgeführten Produktauswahl.








Hier erhalten Sie einen guten Einblick wie die Produkte des Unternehmens beim Kunden ankommen und welche unterschiedlichen Produkte das Unternehmen in seiner Vielzahl erstellt. Die Prothesen liegen sehr eng am Körper und müssen in der Regel auch für jeden Körper eingestellt und angepasst werden. Daraus ergibt sich auch ein Wettbewerbsvorteil für Otto Bock. Die Kunden von Otto Bock vertrauen auf ihre eingestellten Geräte und sind sehr loyal.

Ottobock vor Börsengang 2017
Quelle: ottbock.de

Ottobock operiert in einer Zukunftsbranche





Aufgrund einer Verletzung nie mehr sein Lieblingssport ausüben? Das muss nicht immer sein, mit Hilfe der Bandagen und Orthesen von Otto Bock kann man einige Sportarten wieder ausführen. Darüber hinaus helfen einige Geräte die Leistungsfähigkeit des Körpers beizubehalten und zu steigern wie zum Beispiel eine Art Exoskelett. So können sehr schwere Tätigkeiten, wie das Lagern von Autoreifen, fast kraftlos ausgeübt werden, so wie im Alter einige Alltagstätigkeiten ohne Unterstützung möglich werden.


Inhaber Prof. Hans Georg Nädel wiederholt mit starken Timing für Börsengang, deshalb Vorsicht!


Eine Beteiligung direkt nach Börsengang ist eigentlich nie zu empfehlen. Das Unternehmen wird von großen Vertriebstruppen unterstützt, die Aktien am Markt zu platzieren wollen. Bei Vertriebspower kann der Preis nicht im Sinne eines Value Investors sein, denn die Vertriebler wollen auch etwas verdienen.



Da halten wir es wie die Regel von Value Investor Guy Spier:


"Wenn der Verkäufer etwas davon hat, dass ich kaufe, kaufe ich nicht."

Quelle: Spier (2016): Die Value-Investor-Ausbildung. S. 163

Der Vorstandsvorsitzende wollte das Unternehmen Otto Bock schon zur Jahrtausendwende an die Börse bringen. Er zeigte damals schon ein exzellentes Gespür dafür, wenn man für sich und seine Unternehmen einen möglichst hohen Preis erzielen kann. Damals wurde der Börsengang von seinem Vater untersagt.

Auch jetzt scheint die Börsenstimmung ausreichend euphorisch zu sein, um so ein gutes Unternehmen an die Börse zu bringen und dann einen möglichst hervorragenden Preis zu erzielen.

Quelle;
http://www.capital.de/dasmagazin/otto-bock-prothesen-hidden-champion-boersengang-8590.html (Stand 23.04.2017)
http://www.ottobock.de/ (Stand 23.04.2017)
http://www.ottobock.com/de/unternehmen/der-inhaber/ (Stand 23.04.2017)
http://www.ottobock.com/de/unternehmen/ (Stand 23.04.2017)
http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Wirtschaftszeitung/Ottobock-Ein-Handschlag-fuer-Generationen (Stand 23.04.2017)
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/prothesen-hersteller-ottobock-sucht-investoren-14735585.html (Stand 23.04.2017)

Machtkampf in Deutschlands größten Fleischkonzern

Einigung zwischen den beiden Konfliktparteien bei Tönnies

Kuh, Schaf und Schwein
Quelle: Tönnis.com
Der Streit zwischen Clemens Tönnies und Robert Tönnies scheint vorerst beigelegt. Aber wie lange halten die getroffenen Kompromisse? Kann es zu einer langanhaltenden Lösung in dem lange anhaltenden Streit kommen?

Ausgangspunkt


Robert Tönnies (Sohn des Gründers) übergab seinem Onkel Clemens Tönnies 5 % am Unternehmen, da dieser nach dem Tod von Bernd Tönnies (Gründer des Unternehmens) 1994 den Fleischkonzern weiterführte. Damit hält Clemens Tönnies die Mehrheit von 55% am Unternehmen. Robert Tönnies war 1994 noch nicht in der Lage das Unternehmen zu führen. Zudem bekam Clemens Tönnies das doppelte Stimmrecht in der Gesellschaftsversammlung. 

Streitgrund


Robert Tönnies versucht den damals geschlossenen Vertrag wieder aufzuheben, um die Mehrheit am Unternehmen zurückzubekommen. Er argumentiert mit arglistiger Täuschung und führt verschiedenste Verfahren gegen seinen Onkel. Die Verfahren haben meistens keinen direkten Bezug zum Unternehmen, sondern gehen auch auf persönliche Stufe. Teilweise erhebt Robert Vorwürfe der Steuerhinterziehung gegen Clemens Tönnies. Es konnte jedoch bisher nichts nachgewiesen werden.

Kompromiss


Clemens Tönnies hält 50 % am Unternehmen und bringt seinen privaten Beteiligungen an der Zur-Mühlen-Gruppe (Böklunder) in den Tönnies Konzern ein. Zudem beteiligt er seinen Sohn Maximilian Tönnies am Unternehmen. Sein Ziel ist es eine neue Generation ins Unternehmen zu bringen, die nicht vom Streit belastet ist. Die Familien stehen sich also mit gleicher Beteiligung im Tönnies Konzern gegenüber. Streitpunkte sollten im Beirat des Unternehmens geregelt werden.

Fazit


Es ist sehr unwahrscheinlich das diese Regelungen einen langanhaltenden Frieden zwischen den Familien zur Folge haben wird. Die Gemüter sind sehr stark erhitzt auch auf Grund der vielen Vorwürfe gegen Clemens Tönnies. Es wird zu weiteren Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien kommen. Die Frage ist nur, wie gut diese untereinander gelöst werden können und wie sie das Unternehmen beeinflussen. 

Quelle:
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/toennies-familienfrieden-auf-dem-schlachthof/19698526.html (Stand: 23.4)
https://www.welt.de/wirtschaft/article138191294/Toennies-und-doppeltes-Stimmrecht-an-falscher-Stelle.html (Stand: 23.4)
http://www.toennies.de/ueber-toennies.html (Stand 23.4)
http://www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/693747/tonnies-umsatz-stagniert-schlachtzahlen-gesteigert (Stand:23.4)

Der Kunde ist König!

Der Kunde ist König: das ist auch für den Investor wichtig!


Die Beziehung zu dem Kunden ist nicht nur laut den Porters five Forcess eines der entscheidenden Elemente in der Unternehmensbewertung. Denn ob es einem Unternehmen gut geht oder nicht, hängt entscheidend von den Aufträgen und Produktverkäufen, also den Umsatzerlösen ab.

Die Einnahmen kommen direkt von den Kunden oder Klienten. Kauft der Kunde weiterhin Produkte? Bestellt der Klient weiterhin die Dienstleistung des Unternehmens? Alles Fragen, welche sich ein Investor stellen muss, denn auch das beste Unternehmen ist fast wertlos, wenn die Kunden wegrennen.
Der Kunde ist König auch für den Investor

Denn Einnahmen vom Kunden abzüglich aller Ausgaben ergeben den Gewinn für den Anteilseigner. Der Gewinn oder der frei verfügbare Cashflow je Anteil ist eine signifikante Größe für die Unternehmensbewertung. Dementsprechend heißt es auch für den Investor: der Kunde ist König.

Wie kommt das Unternehmen bei den Kunden an?


Wie bekommt man ein Gefühl dafür, ob die Kunden mit dem Produkt oder Dienstleistungen des Unternehmens zufrieden sind? Dabei können Gespräche mit Bekannten und Verwandten, ein Besuch in den Shoppingcentern oder das Internet helfen. Sehr schnell verfügbar sind Erfahrungen und Bewertungen im Internet.

Im Internet gibt es einige Bewertungsportale für verschiedenste Dienstleistungen und viele Produkte. Vor allem bei Produkten kann man sich zahlreiche Produktbewertungen im Internet durchlesen. Aufgrund der Größe von Amazon erhält man dort einen guten Einblick in das Denken und Handeln der Kunden gegenüber dem Unternehmen, in das der Investor investieren möchte.

Im Beitrag "Der Mann hinter L'Occitane" haben wir uns schon mit dem Naturkosmetikhersteller beschäftigt. Dieses Unternehmen soll jetzt auch als Beispiel dienen.

 Wie kommen die Produkte von L'Occitane an?


Hier hilft ein Blick auf die Produktauswahl von Amazon. Sie können anhand der Bewertungs-Sterne erahnen, wie gut die Produkte von L'Occitane sind. Natürlich muss man auch hier etwas Arbeit investieren und einzelne Produktbewertungen lesen und analysieren. Es ist wichtig, dass man sich nicht auf die schönsten Bewertungen verlässt und auch nicht die Schlechtesten als die Wahrheit annimmt, sondern sich ein gutes Bild von der Gesamtheit schafft. Bei L'Occitane liegen noch zu wenige Bewertungen vor. Also vorsichtig: Bei den Internetbewertungen können auch Manipulationen vorliegen, deshalb sollte man mit gesundem Menschenverstand herangehen.





Die Produkte von L'Occitane sind gegenwärtig mit vier bis fünf Sternen bewertet. Diese Bewertung spricht erst einmal dafür, dass die Kunden dem Unternehmen und seinen Produkten positiv gegenüberstehen. Darüber hinaus sollte man einige Bewertungen, die nur dem Verkäufer und nicht dem Produkt gelten, filtern.

Wie kommen die Produkte von Familienunternehmen und anderen Firmen an?


In unserem Blog haben wir ja schon mehrere Familienunternehmen thematisiert. In den jeweiligen Beiträgen können sie sehen, wie die Produkte der Unternehmen ankommen. In der Regel stellen Familienunternehmen den Kunden in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Denn bei Familienunternehmen gilt besonders: Der Kunde ist König.


Anbei befindet sich eine Beitragsauswahl:

Wie werden Ersatzteile oder Kühlschränke von Liebherr bewertet?

Wie wertvoll ist die Marke Porsche und wie kommt Porsche Merchandise an?

Wie bewerten Kunden die Geräte von Siemens?

Welche Produkte vertreibt Bosch und wie kommen Sie an?

Wie kommen die Produkte von Edding an?

Schmecken den Käufern Haribos genauso wie uns?

Wie ist die Meinung im Internet zu Wrigley Kaugummis?

Wie kommen die Würth-Produkte beim Kunden an?

Welche Bewertungen gibt es zu Hipp- Produkten?


Wie schafft es ein 29-Jähriger den Edding-Konzern zu führen?

Unternehmensnachfolge im Edding-Konzern

Per Ledermann übernahm im Alter von 29 Jahren den Edding-Konzern von seinem Vater Volker-Detlef Ledermann, der wiederum das Unternehmen mit 29 Jahren zusammen mit Carl-Wilhelm Edding gründete. 
Logo Edding
Quelle: edding.com
In so jungen Jahren war es für Per Ledermann eine große Herausforderung den Konzern zu führen.
"Mir war bewusst, dass ich als 29-Jähriger den Vorstand eines börsennotierten Unternehmens vor allem deshalb übernehme, weil ich der Sohn bin. Es galt, mich zu beweisen. Das sorgte für Bodenhaftung." Per Ledermann
Sehr hilfreich war dabei der familiäre Umgang im Unternehmen auch mit den Mitarbeitern. Als Unternehmenslenker muss man Vertrauen in seine Angestellten haben, da man nicht alles kontrollieren kann. Erst recht nicht in einem großen Unternehmen mit über 600 Angestellten.
"Als ich anfing, dachte ich, ich müsste überall mit drinstecken, unter jeden Stein gucken. Mit der Zeit lernt man, dass man fürs Unternehmen wertvoller ist, wenn man sich nicht zu tief ins Operative begibt, sondern nur da, wo es nötig ist, hilft. Die Mitarbeiter wissen, dass ich eine offene Tür habe." Per Ledermann
Als er 2005 das Unternehmen übernahm, wusste er noch nicht, dass die erst große Prüfung, die Weltwirtschaftskrise direkt bevorstand. Das Unternehmen bekam Probleme im internationalen Absatz und musste teilweise Zeitarbeit einführen. Die Schwächephase konnte mit dem Glauben an die Zukunft gut überwunden werden. Heute ist die Edding Gruppe stärker als je zuvor und baut sein Portfolio kontinuierlich weiter aus.

Im Jahr 2015 erzielt die Unternehmensgruppe einen Umsatz von 138,37 Mio. € und
damit einen Jahresüberschuss von 8,55 Mio. €.

Wie kommen die Produkte beim Benutzer an?

Eine kleine Produktauswahl mit Bewertungen von Edding:




Quelle:
http://www.edding.com/de/unternehmen/marke/historie/ (Stand: 17.4)
http://www.edding.com/de/unternehmen/marke/55-jahre/freude-bei-der-arbeit/ (Stand: 17.4)

http://www.edding.com/de/unternehmen/investor-relations/berichte-und-kennzahlen/finanzkennzahlen/ (Stand: 17.4)

Was steht hinter Kursbewegungen?

John M. Keynes Antwort ist Stimmung!


Wenn hinter der Kursbewegung keine fundamentalen Daten stehen, was ist es dann?

Was steht hinter Kursbewegungen? Stimmung.“Es liegt in der Natur der Anlagemärkte, dass ein Markt mit plötzlicher und sogar katastrophaler Wucht abstürzt, wenn sich auf diesem überoptimistischen und überkauften Markt Desillusion unter dem Einfluss von Käufern breitmacht, die größtenteils nicht wissen, was sie kaufen und von Spekulanten, die sich mehr damit beschäftigen, die nächste Änderung der Stimmung auf den Markt vorhersagen, als mit einer plausiblen Schätzung der zukünftigen Renditen von Kapitalwerten."

so John Maynard Keynes in Kapitel 22, The General Theory.

In diesem Zusammenhang fasst James Montier eine Studie über Kursbewegungen im Zeitraum von 1949 bis 1987 am amerikanischen Aktienmarkt des ehemaligen Finanzminister der USA Larry Summer zusammen:
“Mehr als die Hälfte der größten Marktbewegungen steht in keinem Zusammenhang mit irgendwas, das als fundamentale Daten klassifiziert werden könnte.“

Quelle: Montier(2010): Die Psychologie der Börse, S.120- 121.

Charlie Munger: Neid ist eine Todsünde.

Neid ist eine emotionale Verschwendung! 

"Sich dafür zu interessieren, ob jemand anderes schneller Geld verdient [als Sie selbst] ist eine der Todsünden. Neid ist eine wirklich dumme Sünde, denn sie ist die einzige, mit der man wahrscheinlich nie irgendwelchen Spaß haben wird. Er bringt viel Schmerz und kein Vergnügen. Warum sollte man dabei mitmachen wollen?" so Charlie Munger.

Ab und zu kann man als anspruchsvoller Value Investor bemerken, dass man in sich emotionale Fassetten besitzt, wenn man die Entwicklung von interessanten Investments verfolgt, die man aus Gründen wie zu hohe Schulden, schwer prognostizierbarer Geschäftsverlauf, zu hohe immaterielle Vermögenswerte (Goodwill usw.) sowie einfach zu hoher Preis des Investments abgelehnt hat, und bei denen die Kurse steil nach oben gehen.

Oh nein! ich habe es doch gewusst! Verdammt! Wieso bin ich nicht investiert? Schade!

Diese Periode des Ärgerns oder des Beneidens des Erfolgs der Anderen kann andauern, sollte jedoch so schnell wie möglich abgehakt werden, denn Emotionen führen an der Börse nicht zum Erfolg. Der bessere Weg ist der, wie ihn Charlie Munger beschreibt:
"Eine Gelegenheit zu verpassen, macht uns nie etwas aus. Was soll falsch daran sein, wenn jemand etwas reicher wird als man selbst? Es ist verrückt, sich darüber Gedanken zu machen."
Investieren ist ein Marathon

Quelle: Griffin (2016): Charlie Munger: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen S. 87.

Investieren ist ein Marathon, wenn man anfängt aufgrund von verpassten Investments seine Kriterien zu lockern, wird man auf Dauer keinen Erfolg haben. Neid ist auch ein Grund, warum man sich von Kurscharts lösen sollte und ein Unternehmen als langfristiges Investment sehen sollte.