Junge Deutsche greifen zu Aktien. SUPER! Was sollten Sie beachten?

Das Deutsche Aktieninstitut vermeldet: Junge Leute greifen zu Aktien. Super! Nur was müssen Sie berücksichtigen?


Die Aktienanlage ist besonders für junge Leute wichtig.


Die Zahl der jungen Aktienanleger im Alter von 14 und 39 Jahren steigt um 4,7 % auf 1,95 Millionen laut einem Bericht des Deutschen Aktieninstituts. Das ist ein kleiner Anstieg aber immerhin. Damit konnte die Zahl der jungen und dynamischen Aktienanleger in den letzten vier Jahren deutlich um 23 % zulegen. Junge Leute kaufen endlich wieder Aktien! 


junge Aktienanleger zwischen 14 und 39 Jahren


Mit einem Blick in die Zukunft versteht man erst die richtige Bedeutung des Anstiegs. Gerade die junge Generation wird den demographischen Wandel mit den Auswirkungen auf das Rentensystem zu spüren bekommen. Es wird nur eine geringe oder keine Rente möglich sein, gerade deswegen ist ein Vermögensaufbau und eine Altersvorsorge in eigener Regie sehr wichtig. Ein Kauf von Unternehmensanteilen, also Aktien, kann den Lebensstandard sichern und evtl. verbessern. Die Dividenden der Unternehmen können die Rente (und Gehalt / Lohn) aufbessern und machen Sie unabhängiger.

Nicht der Investitionszeitpunkt ist entscheidend sondern die Zeit!


Der DAX ist schon gut gelaufen und steht mittlerweile über 11800 Punkten, dennoch ist eine Investition in Aktien sinnvoll, weil wie schon John Templeton meinte nicht der Zeitpunkt der Investition wichtig ist sondern der Zeitraum.

"Die beste Zeit für die Geldanlage ist dann, wenn man Geld hat. Die Geschichte deutet nämlich darauf hin, dass nicht der Zeitpunkt zählt, sondern die Zeit."
Quelle: Jenks &Neumüller (2008):  Die 500 geistreichsten, bissigsten und gelehrtesten Zitate zum Thema Geld

Wenn Sie unter 40 Jahre alt sind, können Sie schätzungsweise noch über 25 Jahre Aktien kaufen, halten und nur wenn nötig verkaufen. Betrachtet man die DAX Entwicklung über die letzten 25 Jahre, konnte man eine Rendite von rund  8,3 % im Jahr erzielen. Durch den Zinseszins-Effekt entstehen über diesen Zeitraum erhebliche Summen.

Warren Buffett hat die Aktienentwicklung auf den Dow Jones analysiert und kam zu dem Entschluss, dass auch das letzte Jahrhundert sehr erfolgreich war:

"In America, gains from winning investments have always far more than offset the losses from clunkers.  During the 20th Century, the Dow Jones Industrial Average – an index fund of sorts – soared from 66 to 11,497, with its component companies all the while paying ever-increasing dividends."

Quelle: Buffett (2016): SHAREHOLDER LETTERS 2015, S. 23f

Mittlerweile steht der Dow Jones bei über  20500 Punkten und damit Nahe am Allzeithoch. Aber eins dürfen wir nicht verschweigen, es geht auch mal bergab mit der Kursentwicklung, wie in der Eurokrise. Dann bekommen auch viele junge Aktienbesitzer Angst, verkaufen zu schlechten Kursen und realisieren Verluste, wie man anhand des Rückgangs der Anzahl der jungen Aktienbesitzer zwischen 2012 und 2013 sehen kann. In Krisenzeiten darf man nicht ängstlich werden, sondern sollte seine Vermögenswerte behalten oder im besten Fall antizyklisch reagieren und weiter investieren! Das ist schwer, stimmt! Was könnte da helfen?

Der Vertrag eines Investors von Benjamin Graham hilft, wenn es bergab geht und es wird mal bergab gehen!


Benjamin Graham hat diesen Vertrag eines Investors schon vor über Jahrzehnten für die Krisenphasen entworfen. Er befindet sich im wirklich empfehlenswerten Buch Intelligent Investieren  (2016, S. 245). Wenn Sie diesen kurzen Vertrag studieren und sich folgende Textbausteine zu Herzen nehmen, können Sie über Jahre sehr gute Geschäfte an der Börse machen. 

"Ich, Königsinvestor, bestätige hiermit, dass ich ein Investor bin, der versucht, noch viele Jahre Geld anzusparen. [...] Außerdem erkläre ich verbindlich, niemals eine Aktie zu kaufen, nur weil der Kurs gestiegen ist, und niemals eine Aktie zu verkaufen, nur weil der Kurs gefallen ist."
Empfehlenswert ist natürlich auch, wenn Sie diesen Vertrag eines Investors unter Zeugen unterzeichnen und sich den Vertrag vor allem in schweren Zeiten, wenn die Kurse nach unten gehen, über den Schreibtisch hängen.


Quelle:

http://boerse.ard.de/aktien/dai-aktionaere-werden-juenger100.html (abgerufen 15.02.2017)
https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/studien/2017-02-14%20DAI%20Aktionaerszahlen%202016%20Web.pdf (abgerufen 15.02.2017)

Der wahre Grund für die Aufspaltung der Metro Group

Erich Kellerhals und sein Kampf um die Macht im Media-Saturn Konzern

Seit vielen Jahren läuft im Metro-Konzern ein Machtkampf um das Sagen bei Mediamarkt und Saturn. Erich Kellerhals der Mitbegründer von Mediamarkt streitet sich mit der Metro Group um Entscheidungsgewalten. Bei der Zusammenlegung von Mediamarkt und Saturn verkaufte Kellerhals einen Großteil seiner Anteile an Kaufhof. Die Metro-Group kaufte später Kaufhof auf, wodurch die Hauptanteile an Media-Saturn Holding an die Metro AG gingen. Die Konstellation im Unternehmen ging so lange gut, wie Mediamarkt und Saturn kontinuierlich wuchsen und Gewinne abwarfen. Erste Konflikte gab es, erst als der Konzern nicht mehr so stark wuchs und Metro die Aufhebung des Vetorechts von Kellerhals forderte. Kellerhals klagt an das bei Media-Saturn keine klare Führung mehr zu erkennen ist und es so mehr Rückschritt als Fortschritt im Unternehmen gibt. Die Metro-Group soll laut Kellerhals den Bereich Media-Saturn nur noch verwalten und so im Konkurrenzkampf mit den Onlinegegnern weiter verlieren. Kellerhals hält eine Beteiligung von ca. 22 % an der Media-Saturn Holding. Die anderen 78 % Beteiligung liegen bei der Metro AG. Jedoch ist Kellerhals mit einem Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen ausgestattet. Von der Entscheidungsgewalt liegt also die Gewichtung bei 50 % zu 50 % zwischen Kellerhals und der Metro AG.
Bild Koenigsinvestor.de"Ich kämpfe um mein Lebenswerk“ von Erich Kellerhals
Um nun die Streitigkeiten von der Metro Group abzuwenden, gründet der Konzern ein eigenes Unternehmen unter dem Namen Ceconomy nur mit Mediamarkt und Saturn. Die Beteiligungsverhältnisse bleiben aber identisch. Kellerhals behält sich jedoch eine Klage gegen diese Entscheidung der Metro Group vor. Die dauerhaften Streitigkeiten haben Auswirkungen auf die Konkurrenzpolitik des Unternehmens. Es sind neue starke Gegner, wie Amazon in den Markt getreten und der Media-Saturn Konzern wirkt wie gelähmt, da er dieser neuen Macht kaum etwas entgegensetzt.

Hier zum vorherigen Beitrag zur Metro.Aufspaltung:

http://www.koenigsinvestor.de/2017/02/aufspaltung-von-metro-in-2-konzerne.html

Quellen: 
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/media-saturn-gruender-kellerhals-prueft-klage-gegen-metro-aufspaltung/19357376.html (Stand:14.2)
https://www.welt.de/wirtschaft/article161857931/Media-Markt-Scheidung-lohnt-sich-zuerst-fuer-die-Chefs.html (Stand: 14.2)
http://www.crn.de/server-clients/artikel-109934.html (Stand: 14.2)
http://www.zeit.de/2014/04/media-markt-erich-kellerhals-metro/seite-2 (Stand: 14.2)

Mit einer Frage gab Warren Buffett den Anstoß, dass Bill Gates Microsoft zum Weltkonzern entwickelte. Welche das war?

Eine lange Freundschaft zwischen Warren Buffett und Bill Gates beeinflusste die Erfolgsstory von Microsoft.


Mittlerweile sind Warren Buffett und Bill Gates von Microsoft über 25 Jahre befreundet. Ihre Freundschaft ist sehr eng, sie telefonieren regelmäßig und treten auch gemeinsam bei der Berkshire Hathaway Hauptversammlung auf.

Wo stand Microsoft vor 25 Jahren?


Microsoft aus Albuquerque war damals schon börsennotiert und erwirtschaftete laut Geschäftsberichten einen Umsatz von rund 3 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von etwa 700 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen besaß damals schone eine ordentliche Nettoliquidität.

Was fragte Warren Buffett damals den Jungunternehmer Bill Gates?

Bill Gates verriet die geheime Frage zur Feier der 25-jährigen Freundschaft in der Columbia Universität:
„Hey, Microsoft ist ein kleines Unternehmen, IBM diese große Firma; warum kannst du das besser? Warum können sie dich in diesen Software-Wettbewerbs-Spielchen, die ihr da spielt, nicht schlagen?'“
Diese Frage krempelte die Denkweise von Bill Gates um. Er entfernte sich etwas von dem Ziel, die Software so gut wie möglich zu entwickeln und konzentrierte sich mehr auf den Wettbewerb am Markt. Er dachte darüber nach, wie man die vorhandenen Wettbewerbsvorteile ausbauen könne. Das sollte der Grundstein für die Erfindung vom Windows Betriebssystem sein, eine Bedieneroberfläche, welche auch nicht so technikaffine Menschen beherrschen konnten. 

Warren Buffett sieht schon länger den Schlüssel für eine erfolgreiche Firma in der ständigen Verbreiterung des Burggrabens:
“We think in terms of that moat and the ability to keep its width and its impossibility of being crossed as the primary criterion of a great business. And we tell our managers we want the moat widened every year.”
Frei übersetzt bedeutet es:
„Wir sehen im Burggraben und der Fähigkeit seiner Verbreiterung sowie der Unmöglichkeit seiner Überschreitung das oberste Kriterium für ein großartiges Unternehmen. Und wir sagen unseren Managern, dass wir den Burggraben jedes Jahr weiter ausgebaut haben möchten."
Quelle: Warren Buffett auf der Berkshire Hathaway Hauptversammlung im Jahr 2000

Man darf sich als Unternehmenslenker nicht auf den Wettbewerbsvorteil ausruhen, sondern muss auch Innovationen vorantreiben, wie bei Microsoft damals das Windows-Betriebssystem, welche womöglich zu einer Verbreiterung des Burggrabens führte und das Unternehmen auf ein ganz neues Level hob - wie der Fall Microsoft zeigte. 
Bill Gates und Warren Buffett veränderten Microsoft.


Wo steht Microsoft heute?

Der Technologiekonzern Microsoft ist mit Windows und Office aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Das Unternehmen generiert rund 85 Mrd. US-Dollar Umsatz und einen Gewinn von 16,5 Mrd. USD-Dollar. Gewinn und Umsatz haben damit in einer Bandbreite vom 22-30- fachen zugelegt. Auch die Nettoliquidität ist auf einen gigantischen Berg angewachsen. Damit zählt Microsoft zu einem guten Beispiel für die kontinuierliche Verbreitung des Burggrabens und Warren Buffett soll es indirekt beeinflusst haben - was für ein Zufall ;-)

Quelle:
www.businessinsider.de/diese-kleine-frage-von-warren-buffet-hat-bill-gates-komplett-zum-umdenken-bei-microsoft-bewegt-2017-2 (abgerufen 11.02.2017)


Aufspaltung von Metro in 2 Konzerne

Ein Food-Konzern und ein Elektronik-Konzern entstehen aus der Metro-Group

Eines der größten deutschen Familienunternehmen die Metro AG spaltet seine Geschäftsteile in 2 neue Konzerne auf. Einmal der Lebensmittelbereich, unter dem Metro die Metro-Großmärkte und die Real-Supermärkte vereint und den Elektronik-Bereich zudem in Zukunft Media Markt und Saturn gehören werden. Der Elektronikbereich bekommt den Name "Ceconomy", der Lebensmittelbereich besteht weiter unter dem Namen Metro.

Gründe für die Aufspaltung des einst größten Handelskonzerns Deutschland sind einerseits unterschiedliche Strategien der einzelnen Geschäftszweige, andererseits das Zusammenschrumpfen des Konzerns in den letzten Jahren.
Metro verkaufte die Warenhauskette Galeria Kaufhof und musste das Auslandsgeschäft von Real abgeben. Damit war der Verlust des Status des größten Handelskonzerns Deutschlands verbunden, sowie die Position im Dax.
Bild Koenigsinvestor.de
Die beiden neuen Unternehmen werden im M-Dax notiert sein und die Aktionäre werden Aktien im Zuteilungsverhältnis von 1:1 erhalten.
Der "neue" Metro-Konzern, also der Lebensmittelbereich plant in Zukunft einen Umsatz von ca. 37 Mrd. €. Der neu gegründete Konzern Ceconomy, also der Elektronikbereich erwirtschaftet ungefähr einen Umsatz von 22 Mrd. €.

Der gesamte alte Konzern erwirtschaftet im Jahr 2016 einen Umsatz von 58,5 Mrd. € mit rund 230.000 Mitarbeitern.

Quelle:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/metro-aktionaere-stimmen-fuer-aufspaltung-a-1133440.html
https://www.metrogroup.de/verantwortung/mitarbeiter
http://www.finanzen.net/termine/METRO

Höheres Risiko ist gleich höhere Rendite! Stimmt nicht, warum?

Größeres Risiko ist gleich höhere Rendite! Falsch!


Eine weitverbreitete Denkweise ist, dass höheres Risiko zuverlässig höhere Renditen bringt. Das stimmt so nicht! Obwohl es in einigen Schulen und Universitäten mit Hilfe dieses Risiko- Rendite Charts gelehrt wird: 

Das herkömmliche Risko-Rendite-Chart enthält einen Fehler.



Quelle: Howard Marks (2015): Memo Risk Revisted Again, S.8.

Was sagt die Grafik aus? Höhere Risiken führen automatisch zu höheren Renditen. Es besteht eine positive Korrelation zwischen Risiken und Renditen. Geht man größere Risiken ein, bekommt man auch höhere Renditen. Wenn das stimmt, warum macht es nicht jeder? Das kann ja nicht stimmen.

Warum bringen höhere Risiken nicht zuverlässig höhere Renditen?


Dazu ein Beispiel: Wenn Sie auf einer Landstraße sehr schnell in eine enge Kurve fahren, gehen Sie generell sehr hohes Risiko mit zwei möglichen Resultaten:
Sie kommen aus der engen Kurve mit quietschenden Reifen heraus und fahren ihre Bestzeit auf der Strecke oder sie werden für die hohe Geschwindigkeit bestraft und das Auto trägt sie aus der Kurve. Sie fliegen förmlich aus der Kurve  und kommen von der Straße ab. Ihr Auto erleidet einen Totalschaden (und hoffentlich bleiben die Insassen unverletzt.) 
Das bedeutet, je höher das Risiko umso größer ist auch die Bandbreite der Ergebnisse, welche man teilweise nicht beeinflussen kann. Für Investoren ist die Bandbreite der erwarteten Renditen ausschlaggebend für die Investitionsentscheidung. Die erwarteten Renditen können bei einem riskanten Investment deutlich in den negativen Bereich (auch Totalverlust) fallen, was bei dem normalen Rendite-Risiko-Chart nicht vorgesehen ist.   Howard Marks sagte einmal:
“In brief, if riskier investments could be counted on to produce higher returns, they wouldn´t be riskier.”

Quelle: Howard Marks (2015): Memo Risk Revisted Again, S.8.

Frei übersetzt bedeutet es: 
„Würden riskantere Investments zuverlässig höhere Renditen bringen, dann wären Sie nicht riskanter!“ 
Und diese Feststellung nutzt er, um das Rendite-Risiko-Chart weiter zu entwickeln. In einem interessanten Video von Howard Marks mit dem Titel „Risk Revisited Again“ können Sie seine Denkweise nochmal  nachvollziehen. 

neues Risiko-Rendite-Chart mit Bandbreiten der erwarteten Ergebnisse



Quelle: Howard Marks (2015): Memo Risk Revisted Again, S.8.

Die neue Rendite- Risiko-Grafik zeigt deutlich, dass die Bandbreite der Renditen bei hohem Risiko deutlich größer wird. Es besteht eine enorme Unsicherheit über die zukünftigen Ergebnisse riskanter Investments. Bei riskanten Anlagen sind negative Renditen und sogar ein Totalverlust möglich. Das entspricht der Realität und ist auch ein wichtiger Punkt bei jeder Investmententscheidung. Value Investoren scheuen in der Regel riskante Investments mit hohem Preis, weil sie folgende Botschaft von Benjamin Graham verinnerlicht haben: 
"Wenn die Verluste minimiert werden, erzeugen durchschnittliche Gewinne überdurchschnittliche Ergebnisse"
Quelle: Cunningham(2005):  Value-Investing - simplified: simplified S.20

Die Entwicklung von Sixt zur größten Autovermietung Deutschlands

Die Errichtung eines Großkonzerns durch Verleih von Mietwagen

Martin Sixt gründete 1912 in München mit 3 Fahrzeugen die erste Autovermietung. 1927 gibt er das Unternehmen an seinem Neffen Hans Sixt weiter. Die Firmenflotte wir komplett auf Mercedes-Benz umgestellt.
Im 2. Weltkrieg zog die deutsche Wehrmacht alle Fahrzeuge der Firma Sixt zu Kriegszwecken ein, dies bedeutete vorerst das Ende für das Unternehmen. 

Doch bereits 1951 gründet Hans Sixt die Firma Auto-Sixt und bereits nach wenigen Jahren eröffnen erste Filialen an Flughäfen in Frankfurt und München. Zudem steigt Sixt in den Geschäftszweig Leasing ein.
1967 startet aufgrund der hohen Nachfrage das Full-Service-Leasing-Programm von Sixt.
1969 übernahm der heutige Vorstandsvorsitzende Erich Sixt die Leitung des Unternehmens und vermietete nun auch Lkws.
Bereits 1986 geht Sixt an die Börse und wandelt das Unternehmen in die Sixt SE um neue Wachstumschancen wahrzunehmen.
1991 beginnt die internationale Expansion von Sixt durch Vergabe von Lizenzen. Durch den Einstieg in den direkten Autohandel 2003 erschließt sich Sixt ein neues Geschäftsfeld. Diese Marktposition wird gestärkt durch die Onlineplattform autohaus24.de auf der Kunden Neufahrzeuge online kaufen können. 
2009 steigen Konstantin und Alexander Sixt in das Unternehmen ein und übernehmen Aufgaben in der Konzernleitung.
Mit dem Expansionschritt in die USA 2011 soll ein weiterer großer Markt erschlossen werden. Durch das Joint Venture Drive Now mit BMW 2011, soll die Marktposition in der Vermietung von Fahrzeugen weiter gestärkt werden.
2016 wird Drive Now international und ist auch in den Städten Brüssel, Kopenhagen, London, Mailand und Stockholm verfügbar. 
Bild Koenigsinvestor.de
2015 erwirtschaftete Sixt einen Umsatz von 2,18 Mrd. € mit einer Firmenflotte von 172.400 Fahrzeugen und über 5.000 Angestellten.

Auf die Frage ob Erich Sixt stolz auf die Unternehmensgeschichte ist, antwortete er:
„Stolz ist ein ganz dummes Wort. Stolz bringt Hochmut mit sich, Überheblichkeit. Ich reagiere allergisch auf das Wort Stolz.“
Quelle: 
https://about.sixt.com/websites/sixt_cc/German/0/ueber-uns.html (Stand: 3.2)
http://www.spiegel.de/spiegel/erich-sixt-im-interview-a-1098914.html (Stand: 3.2)
http://www.wiwo.de/unternehmen/mittelstand/erich-sixt-wer-nur-traditionen-fortfuehrt-wird-nicht-ueberleben/13608980.html (Stand: 3.2)

Charlie Munger: Warum sind Value Investoren sparsam?

Die meisten Value Investoren sind sparsam! Warum?

Value Investor Walter Schloss hat seine Anlagefirma aus einem sehr kleinen Zimmer herausgeführt. In der Berkshire Hathaway Zentrale arbeiten rund 25 Mitarbeiter in einem sehr kleinen Raum zusammen. Warum ist das so?

Kann sich das große Konglomerat aus Omaha keine prunkvolle Zentrale leisten? An den finanziellen Mitteln dürfte es nicht scheitern. Bloß, Value Investoren sind aus Prinzip sehr sparsam, denn Sie wissen über die Macht des Zinseszins-Effekts und können die Opportunitätskosten sehr gut einschätzen.

Sie vergleichen automatisch den Wert des heutigen Konsums mit dem Wert von größeren Konsummöglichkeiten in der Zukunft. Zum Beispiel geht mir da immer der 5 € Burger durch den Kopf. Was könnten diese 5 € in 10 oder 20 Jahren sein?


Bei einer Verzinsung von 10% p.a. stehen nach einer Dekade rund 12,97 € , also ein ordentliches Schnitzel zur Verfügung oder nach zwanzig Jahren - ein gutes Rumpsteak im Wert von 33,64 €. Lecker!










Das Ergebnis dieser Überlegungen ist Sparsamkeit und wenn man dieses Denken verinnerlicht ist es scheinbar ein sicherer Weg ins Glück, so Charlie Munger:


"Mozart [..] hat sein ganzes Leben hindurch mehr Geld ausgegeben als er hatte - das ist ein sicherer Weg ins Unglück"



Quelle: Griffin (2016): Charlie Munger: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen S. 132

Machtkampf in Deutschlands größten Fleischkonzern

Clemens Tönnies im dauerhaften Streit mit seinem Neffen um die Macht im Tönnies-Konzern

"Ich werde, wenn nötig, bis zur letzten Instanz für mein Recht kämpfen." 
Im größten deutschen Fleischkonzern gibt es Streit um die Mehrheit und somit um die Macht im Konzern. Sowohl der Geschäftsführer des Unternehmens Clemens Tönnies, als auch seine Neffe Robert Tönnies halten 50 % des Konzerns.

Das doppelte Stimmrecht, was Clemens Tönnies bis 2015 inne hatte wurde vom Oberlandesgericht Hamm aberkannt. Sein Bruder Bernd Tönnies, der Firmengründer des Fleischkonzerns verstarb 1994. Daraufhin schenkte Robert Tönnies, der Erbe der Anteile, seinem Onkel Clemens 5 % des Unternehmens. Clemens übernahm die Führung des Fleischkonzerns. Robert Tönnies versucht den Vertrag nun rückgängig zu machen. Er argumentiert mit arglistiger Täuschung, groben Undank etc. Eine Entscheidung durch das Landesgericht Bielefeld ist in dieser Sache noch nicht gefallen. Falls Robert Tönnies den Prozess gewinnt, hält er 55 % der Anteile des Unternehmens und hätte so Clemens Tönnies entmachtet.

Bild Koenigsinvestor.deBis zu einer Entscheidung des Gerichtes strebt Robert Tönnies weitere Verfahren gegen den Unternehmensleiter Clemens an. Hier geht es hauptsächlich um kleinere Umstände, wie Amtsenthebungsverfahren gegen die Berater von Clemens Tönnies.

Der Konzern erwirtschaftet im Jahr 2015 einen Umsatz von 5,6 Milliarden € mit ungefähr 10.000 Beschäftigten.

Quellen:
https://www.welt.de/wirtschaft/article138191294/Toennies-und-doppeltes-Stimmrecht-an-falscher-Stelle.html (Stand: 29.1)
http://www.toennies.de/ueber-toennies.html (Stand 29.1)
http://www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/693747/tonnies-umsatz-stagniert-schlachtzahlen-gesteigert (Stand: 29.1)

DAX und S&P 500 über- oder unterbewertet?

Was ist der DAX wert?

Werthaltigkeit von kurzfristigen Prognosen


Eine beliebte Frage am Anfang des Jahres ist: Wo steht der DAX am Jahresende? Einige Experten, Fondmanager und Vermögensverwalter äußeren sich liebend gerne zu diesem Thema. Aus unserer Sicht ist es reine Spekulation, denn keiner kann die Kurse vorhersagen! Dasselbe gilt für Öl, Gold  usw. Diese Ansicht teilt auch Charlie Munger mit uns, denn:

“ich lasse mir keine Prognosen erstellen, denn ich mag mich nicht so gerne auf meinem Schreibtisch übergeben“

Quelle: Buffett Speaks 2007

Auch Howard Marks hat dazu in seinem Memo “Expert Opinion “ Stellung genommen.



Was ist der DAX wert?

Wir wollen die Perspektive wechseln und einmal fragen: Ist der DAX zum gegenwärtigen Preis über-, fair- oder unterbewertet?
Die Bewertungsmetriken wie ein Kurs- Gewinn- Verhältnis von 19 sowie ein Kurs- Buchwert- Verhältnis von 2 müssten die Lage unserer größten Unternehmen gut wiedergeben.

Also ist es angemessen, sein Kapital mit einer Gewinnrendite (die Reziproke des KGVS) von knapp 5,3% für den Korb DAX zu verzinsen?

Wir konzentrieren uns vorwiegend auf Einzelinvestments und deren Bewertung und sind auch der Meinung, dass man so eine Aussage nicht ebenso belastbar für einen ganzen Korb von Aktien geben kann. Deshalb wollen wir hier nur eine Tendenz abfragen.

Ist der DAX tendenziell über, fair- oder unterbewertet?

Königsinvestor: Was ist der DAX wert?



Was ist das Aktienindex S&P 500 wert?


Der große Aktienindex von Amerika, also die größten 500 Unternehmen der USA, wird zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von  21 und zu einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 3 gehandelt. Halten Sie die Bewertung des Standard & Poors 500 für angemessen? Reicht Ihnen gegenwärtig eine Gewinnrendite von 4,7%?
In einer kleinen Umfrage am Rand der Webseite können Sie ihre Stimme abgeben und ein Gefühl dafür bekommen, wie Leute mit Interesse an Unternehmern und Investoren denken.

Rocket Internet - die größte Onlineplattform außerhalb der USA

Oliver Samwer - Gründer von Rocket Internet über die Gründung eines Start-Ups:

„Zu viele Menschen glauben ihren eigenen Pressemitteilungen. Messt Erfolg nicht an Berichterstattung, sondern ökonomischem Einfluss. […] Betreibt ein Start-up wie eine Bäckerei: Backt am Morgen, verkauft über den Tag und zählt die Einnahmen in der Nacht! […] Fürchtet euch nicht davor, im Dreck zu leben. […] Geht zu McKinsey, wenn ihr gescheitert seid. Warum vorher? Jetzt seid ihr jung. Ihr solltet glücklich sein. Gott hat euch das Internet gegeben!“ 
Rocket Internet investiert über verschiedenste Fonds in weltweite Start-Ups. Momentan zählen über 500 Beteiligungen an Unternehmen zum Portfolio des Unternehmens. Die Fonds versuchen vielversprechende Start-Ups weltweit zu fördern und Beteiligungen zu erwerben. Hierzu zählt neben Rocket Internet der 2006 gegründete European Founders Fund und der 2013 gegründete Global Founders Capital.

Alles begann 1999 mit der Gründung von Alando.de, einem Online-Auktionshaus mit Vorbild des amerikanischen Auktionshauses ebay.de. Bereits nach 3 Monaten verkauften die 6 Gründer, darunter die Samwer-Brüder das Unternehmen an eBay für 43 Millionen $. Im Jahr 2000 gründeten die 3 Brüder mit weiteren Partnern die Jamba GmbH, die sich innerhalb kürzester Zeit zum Marktführer in Europa in Sachen Klingeltönen entwickelte. Nach 4 Jahren verkauften sie das Unternehmen für 273 Millionen €.

Value Investoren und Unternehmer2007 gründeten die Brüder dann Rocket Internet. Die bekanntesten Beteiligung des Unternehmens bestehen hauptsächlich an Zalando, Westwing und Home 24. Das Geschäftsmodell des Unternehmens konzentriert sich darauf amerikanische Geschäftsmodelle zu kopieren und auf dem europäischen Markt umzusetzen. Schätzungen zu Folge arbeiten in den Unternehmen, an den Rocket Internet Beteiligungen hält mehr als 35.000 Angestellte.

Das Ziel der 3 Brüder ist es die reichsten Menschen Europas zu werden.

Quelle: 
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/rocket-internet-samwers-rendezvous-mit-der-realitaet/14585612.html (Stand: 23.1)
https://www.rocket-internet.com/ (Stand: 23.1)

Warren Buffett bleibt optimistisch! Trump hin oder her. Warum?

Warren Buffett und die Zukunft Amerikas.


Lassen wir Buffetts Statement aus seinem letzten Shareholder Letter auf uns wirken:

“For 240 years it’s been a terrible mistake to bet against America, and now is no time to start. America’s golden goose of commerce and innovation will continue to lay more and larger eggs. America’s social security promises will be honored and perhaps made more generous. And, yes, America’s kids will live far better than their parents did.”

Quelle: Warren Buffett (2016): BERKSHIRE HATHAWAY INC. SHAREHOLDER LETTERS 2015, 8.

Frei übersetzt heißt sein Statement zu Amerika folgendes:

240 Jahre lang war es ein schrecklicher Fehler gegen Amerika zu wetten und jetzt ist auch nicht die Zeit damit anzufangen. Die goldene Gans Amerikas im Bereich Handel und Innovation wird weiterhin mehr und größere Eier legen. Amerikas soziale Versprechen werden geehrt und vielleicht noch großzügiger. Und, ja, Amerikas Kinder werden weit besser leben als ihre Eltern.

Warum ist sich Warren Buffett da so sicher?


Warren Buffett liefert sogar eine kleine Beispielrechnung zu diesem Thema. In dieser Rechnung setzt er sich mit dem amerikanischen Bruttoinlandsprodukt (Wachstum von rund 2 %) auseinander, was einige Amerikaner sehr beklagen.

“Some commentators bemoan our current 2% per year growth in real GDP – and, yes, we would all like to see a higher rate. But let’s do some simple math using the much-lamented 2% figure. That rate, we will see, delivers astounding gains. America’s population is growing about .8% per year (.5% from births minus deaths and .3% from net migration). Thus 2% of overall growth produces about 1.2% of per capita growth. That may not sound impressive. But in a single generation of, say, 25 years, that rate of growth leads to a gain of 34.4% in real GDP per capita. […] In turn, that 34.4% gain will produce a staggering $19,000 increase in real GDP per capita for the next generation. Were that to be distributed equally, the gain would be $76,000 annually for a family of four. Today’s politicians need not shed tears for tomorrow’s children.“

Quelle: Warren Buffett (2016): BERKSHIRE HATHAWAY INC. SHAREHOLDER LETTERS 2015, 7f.



Warren Buffett meint sinngemäß: Das Bruttoinlandsprodukt(BIP)- ein Wachstum von 2 % pro Jahr - erscheint wirklich sehr gering, jedoch können auch kleine Wachstumszahlen zu erstaunlichen Zugewinnen führen. Warum das so ist, wollen wir Ihnen an der Beispielrechnung von Warren Buffett erklären: Durch Zuwanderungen und Geburten verkleinert sich das BIP-Wachstum auf ein BIP-Wachstum von 1,2 % pro Kopf. Bei einem gegenwärtigen BIP pro Kopf von rund 55000 US-Dollar im Jahr nimmt das BIP bei einem Wachstum von 1,2 % im ersten Jahr um 660 US-Dollar auf 55660 US-Dollar zu. Im zweiten Jahr wächst das BIP, dank des Zinseszins-Effekts, auf 56328 US-Dollar an. Dies ist ein Anstieg von 1328 US-Dollar zum Anfangswert und eine Zunahme von 668  US - Dollar, also ein Plus von 1,2%, im zweiten Jahr. Wie der Zinseszins-Effekt wirkt, können Sie im folgenden Chart gut sehen.

BIP Zuwachs bei 1,2 % p.a., in 25 Jahren sind es 19000 US-Dollar


Auch nach Warren Buffetts Meinung kann bei einer jährlichen BIP-Zunahme von 1,2% nach 25 Jahren ein Gesamtgewinn von 19000 US-Dollar pro Kopf entstehen. Bei einer vierköpfigen Familie würde der Zuwachs rund 76000 US-Dollar betragen. Nach 40 Jahren nimmt der BIP je Kopf um absolute 33500 US-Dollar zu, was bei einem Vierpersonenhaushalt einer Zunahme von 134000 US-Dollar entspräche. Addieren wir die absolute Zunahme auf den gegenwärtigen BIP pro Kopf von rund 55000 US-Dollar resultiert ein BIP pro Kopf von 74000 US- Dollar nach 2,5 Dekaden, ( ein Wachstum von rund 34,5 %) und 88500 US- Dollar nach 4 Dekaden (ein Plus von rund 61 %).
Auch kleine Wachstumsraten können zu erstaunlichen Gewinnen führen. Das kann selbst Trumps Politik nicht verhindern ;-)

Trump gegen die deutsche Automobilindustrie

Kann Trump seine Drohungen gegen die Automobilindustrie durchsetzen?

„Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen.“ Donald Trump zukünftiger Präsident der USA
Donald Trump äußerte sich gestern in einem Interview erstmals zu der deutschen Politik und Wirtschaft. Er kündigte an gegen die Einfuhr von deutschen Autos vorzugehen, falls die Produktion aus der USA ausgelagert wird. Dies bezieht sich hauptsächlich auf den Bau des neuen BMW-Werks in San Luis Potosí in Mexiko. Aber kann er seine Drohungen wirklich wahr machen? 

Generell besteht natürlich die Möglichkeit Strafzölle auf gewisse Produkte zu erheben, das hätte jedoch weitreichende Konsequenzen in der ganzen Weltwirtschaft. Die Automobilindustrie ist global gesehen einer der bedeutendsten Industriezweige und damit einer der größten Arbeitgeber. Allein in Deutschland sind ungefähr 800.000 Angestellte in der Automobilindustrie beschäftigt. Dazu kommen ca. 350.000 Beschäftigte in der Automobilzuliefererindustrie. Somit sind in Deutschland ungefähr 1.200.000 Menschen in der Automobilindustrie beschäftigt. In den USA sind es ungefähr 1.500.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie.

Die USA stellen einen der größten Absatzmärkte der Welt dar, der mit diesen Strafzöllen sehr schnell abbauen würde. Jedoch ist die deutsche Automobilindustrie sehr stark vernetzt und Strafzölle würden nicht nur Konsequenzen für der Branche, sondern auch auf ganz andere Zweige der Wirtschaft haben. Dabei ist hauptsächlich an die Maschinenbauindustrie und die IT-Industrie zu denken. Die amerikanischen Strafzölle würden, also nicht nur deutsche Unternehmen, sondern auch amerikanische Unternehmen, sowie internationale Unternehmen treffen. 

Zudem ist davon auszugehen, dass auch amerikanische Autos nicht mehr günstig produziert werden können, da Zulieferteile dann auch mit Strafzöllen belegt werden und sehr große Automobilzulieferer deutsche Unternehmen sind.
 "Die amerikanische Autoindustrie wird dadurch schlechter, schwächer und teurer" Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel
Natürlich muss man auch mit einer starken politischen Reaktion der deutschen Regierung rechnen. Eine logische Konsequenz wäre die Erhebung von Strafzöllen für amerikanische Produkte. Zudem kann es europaweit zu Strafzöllen gegen amerikanische Produkte kommen, da Deutschland eines der stärksten Mitglieder der Europäischen Union ist.

Bild Koenigsinvestor.deEine Erhebung von Strafzöllen auf deutsche Autos hätte also nicht nur Konsequenzen für die Weltwirtschaft, sondern auch für die Weltpolitik. Es würde im schlimmsten Fall zu einer Art Handelskrieg zwischen Deutschland und der USA kommen.

Vorher sollte versucht werden diese Uneinigkeiten anders zu lösen.
"Dafür müssen die USA bessere Autos bauen." Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel
Quellen: 
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/nach-interview-bmw-reagiert-gelassen-auf-trumps-drohungen-14667420.html (Stand: 17.1)
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/30703/umfrage/beschaeftigtenzahl-in-der-automobilindustrie/ (Stand: 17.1)
http://www.gaccmidwest.org/industrien/automobilindustrie/ (Stand 17.1)




Was haben wir von Value Investoren und Unternehmern gelernt?

Unser Value - Investoren und Unternehmer Rückblick im Jahr 2016


Was haben wir von Unternehmern und Value Investoren gelernt?

Sortiert nach Themen.

Cash und Schulden

„Wir hatten vor Beginn der Krise keine Schulden, und wir haben auch jetzt keine.“
„Alles, was wir tun, wird aus dem laufenden Geschäft finanziert. Und wir würden uns auch bei einer größeren Übernahme sehr schwer tun, dafür einen Kredit aufzunehmen“ von Hans Riegel dem Gründer von Haribo

"Geliehenes Geld hat keinen Platz im Investoren-Werkzeugkasten. An den Märkten kann jederzeit alles passieren." von dem Investor Warren Buffett
„Überschüssiges Geld ist ein Vorteil, kein Nachteil“ so Charlie Munger.

Vermögen


"Geld war nie meine Motivation. Ich weiß nicht mal, wann ich meine erste Million zusammen hatte." von Hans Riegel
"Kaufe eine Aktie, wenn du dir wünscht, dass dir das Unternehmen gehört - nicht wenn du dir wünscht, dass die Aktie steigt." von Warren Buffett

Bei Beiden steht nicht in erster Linie der Profit im Vordergrund, sondern das Unternehmen und dessen Wert. 

E-Commerce / Veränderung von Geschäftsmodellen


"Unser Ansatz ist, von der Unveränderung zu profitieren und nicht von der Veränderung. Genau wie mit Wrigley Kaugummis, die verändern sich nicht und ich glaube nicht, dass Kaugummis negativ vom Internet betroffen sein werden. Das ist die Art Geschäft, die ich mag." von Warren Buffett

"Was wir erleben ist, eine schöpferische Zerstörung. Eine Revolution"
"Entweder man lehnt sie ab und wird abgehängt, oder man umarmt sie." von Karl-Ervin Haub Geschäftsführer der Tengelmann-Gruppe

Ziele und Überzeugung


"Ich war von Anfang an fest davon überzeugt, dass BMW es schaffen wird. Es mussten nur die Fehler erkannt werden und es galt, sie entschlossen zu beseitigen." von Herbert Quandt Hauptaktionär von BMW

"Ihr Ziel als Investor sollte es einfach sein, zu einem vernünftigen Preis einen Teil eines leicht verständlichen Geschäfts zu kaufen, dessen Gewinne in fünf, zehn und zwanzig Jahren nahezu sicher erheblich höher ausfallen werden, als heute." von Warren Buffett

Marktbewegungen und Marktwirtschaft

"Marktbewegungen sind für den Investor nur insofern von praktischer Bedeutung, als sie entweder niedrige Kurse verursachen, zu denen man kauft, oder hohe Kurse, bei denen man Kaufzurückhaltung übt und gut beraten ist, zu verkaufen" von Benjamin Graham

"In der freien Marktwirtschaft ist es wie auf der Straße: Die Schnelleren überholen die Langsamen. Auf die Überholspur kommt aber nur, wer dafür sorgt, dass sich seine Mitarbeiter sämtlich als Unternehmer fühlen und auch entsprechend handeln dürfen." von Erich Sixt

Unternehmer und Value Investoren bei Königsinvestor

Wir blicken auf ein sehr interessantes und lehrreiches Jahr 2016 zurück. Seit vier Monaten konnten wir durch unsere Recherchen viel über die Einstellungen und Denkweisen von Unternehmern und Investoren lernen. Wir erfuhren viele neue Dinge über Unternehmen und Investmentstrategien, die unser Leben als Investor und Unternehmer nachhaltig prägen und langfristig große Erfolge gewährleisten.

Wir danken unseren Lesern, dass Sie dieses Interesse mit uns teilen.


Quelle: 
Griffin(2016): Charlie Munger: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen.
Graham (2016): Intelligent Investieren.
 Miller (2016): Warren Buffetts fundamentale Investment-Geheimnisse: Die Essenz der Partnership Letters des erfolgreichsten Investors aller Zeiten.
Greenblatt(2011): Die Börsen-Zauberformel: Wie Sie den Markt mit Leichtigkeit.
Bloch (2015): My Warren Buffett Bible.
Marks(2012): Der Finanz-Code: Die Erfolgsphilosophie des letzten großen Investors.
Graham & Dood (2016) : Die Geheimnisse der Wertpapieranalyse: Das Standardwerk des modernen Investierens.

Bettina Würth die Schraubenkönigin Deutschlands

Bettina Würth eine Konzernlenkerin mit sozialem Charakter 

Bild KoenigsinvestorBettina Würth übernahm am 1. März 2006 den Vorsitz des Beirates der Würth-Gruppe und trat damit die Nachfolge ihres Vaters an. In ihrerer Verantwortung ist ab diesem Zeitpunkt die strategische Führung des Konzerns.

Die Schwäbin durchlief jedoch keinen geplanten Karriereweg. Sie nabelte sich früh von der Familie und dem Einfluss des Vaters ab und ging ihren eigenen Weg.
Nachdem Sie in der elften Klasse die Schule schmiss und nach München zog, machte sie ein Praktikum in einem Kindergarten. Der Umgang mit den Kindern im Kindergarten war jedoch nicht in ihrem Sinne.
"Statt die Kinder am Leben zu packen und individuell auf sie einzugehen, waren die Einrichtungen eigentlich nur auf das Verwahren ausgerichtet"
Mit dieser Erkenntnis ging sie zurück ins Familienunternehmen und begann eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Ihre Bestimmung fand sie dann in der neu gegründeten Baubranche des Unternehmens. Grundsätzlich bestand aber für sie nie die Perspektive an der Spitze des Konzerns zu stehen, da ihr Vater Reinhold Würth einen sehr konservativen Standpunkt vertrat.
"Zwischen uns ist abgesprochen, dass sie nicht die Nummer eins wird, weil ich ihr das als vierfacher Mutter gar nicht zumuten möchte."
Diese Meinung änderte sich sehr schnell, als sich Bettina gut ins Unternehmen einbrachte und zunehmend mehr Verantwortung übernahm.
Auch in ihrer neuen Position als Konzernlenkerin bleibt sie ihrem sozialen Interesse weiter treu. Sie gründete bereits in ihrer Heimatstadt die "Freie Schule Anne Sophie", in der die Kinder nach ihren Vorstellungen unterrichtet werden.
"Wir brauchen aber auch Querdenker, Menschen mit Ecken und Kanten, die Eigeninitiative zeigen und Risiken eingehen"
Kennzahlen der Würth-Gruppe 2015:
Die Unternehmensgruppe erzielt einen Umsatze von ca. 11Mrd.€ mit 69.000 Mitarbeitern.

Quelle: https://www.welt.de/print-wams/article144533/Die-Koenigin-der-Schrauben.html (Stand: 12.1)

die Bedeutung von Kurscharts und Kursdynamik für uns?

Munger, Graham und (wir) lassen uns nicht von der Kursdynamik leiten, warum ist das sinnvoll?

In unserem Blog der koenigsinvestor.de werden Sie keine Kurscharts finden. Da stellt sich Ihnen sicher die Frage: Ein Investor ohne steigendes oder fallendes Kurschart, ist das ein Investor? Hat er sich im Namen geirrt? Nein, denn wir sehen es ähnlich wie die legendären Value-Investoren Charlie Munger und Benjamin Graham. Ersterer positioniert sich zur Sinnhaftigkeit von Kurscharts folgendermaßen:
"Lassen Sie sich beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren vom inneren Wert leiten, nicht von der Kursdynamik" von Charlie Munger
 der typsiche Investor "(...)wäre besser beraten, wenn seine Aktien überhaupt nicht notiert werden, denn dann würde ihm die mentale Pein erspart, die Fehlinterpretationen anderer bei ihm verursachen" so Graham.

Warum schauen wir nicht auf Kurscharts und wollen auch keine Kurscharts veröffentlichen?


Angenommen Sie besitzen eine Wohnung, ein Haus oder eine Gartenhütte, so können Sie den Marktwert Ihres Objektes nicht jede Minute im Internet, im Fernsehen oder in der Zeitung nachprüfen. Macht es Ihnen dennoch Freude in Ihrem Haus zu wohnen? Oder rufen Sie jede Stunde Ihren Makler an, um den Marktwert ihres Objektes zu erfahren?

Wenn ja, wie reagieren Sie wenn der Marktwert sich um 2 % nach oben oder um 20 % nach unten bewegt? Werden Sie sofort verkaufen?
keine Kurscharts bei Königsinvestor.de

Bei einer Immobilie legt wohl niemand so ein Verhalten an den Tag, warum dann bei Unternehmensanteilen, also Aktien? Unternehmensanteile sind Vermögenswerte wie Immobilien.

kein Kurschart, bringt das Vorteile?


Wenn man sich vom Kurschart trennt, erleidet man auch nicht die Schmerzen des Verlustes, wenn mal der Börsenkurs sinkt. In der Regel sind die Schmerzen der Verluste doppelt so stark wie die Freude über den Gewinn in gleicher Höhe. Also lassen Sie schon aus Prinzip keine rationale Entscheidung zu.
Wir schauen lieber - beispielsweise wie ein Ingenieur - auf die IST- und SOLL-Werte unserer Anlage (da ist es in Prinzip egal, ob Kompressoranlage beim Ingenieur oder Aktienanlage).  Wird die Differenz zwischen SOLL-Wert (Innerer Wert) und IST-Wert größer, so kaufen wir. Nährt sich der IST-Wert (Kurs) den SOLL-Wert an, so verkaufen wir. Wir probieren natürlich beim Kauf eine erhebliche Sicherheitsmarge zu berücksichtigen.
Das hat auch Charlie Munger erkannt: "Ingenieure arbeiten mit einer großen Sicherheitsmarge. In der Finanzwelt aber scheren sich die Leute einen Dreck um die Sicherheit. Sie lassen die Kurse steigen, steigen und steigen."
Auf königsinvestor.de werden keine Kurscharts veröffentlicht, ausgenommen sind die Gewinn-, Cashflow- oder Umsatzscharts der Unternehmen, welche uns zur Visualisierung der Unternehmensentwicklung sinnvoll erscheinen.


Quelle: Graham (2016): Intelligent Investieren. S.241
Griffin(2016): Charlie Munger: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen.