Warren Buffett kauft Berkshire Hathaway Aktien zurück. Wie groß ist die Unterbewertung?

Zum 88. Geburtstag kauft Warren Buffett Aktien seines eigenen Unternehmens zurück


Warren Buffett hat die Rückkaufgrenze abgeschafft.


Warren Buffett hat im ersten Halbjahr 2018 die strikte Rückkaufquote abgeschafft und nun kauft er eigene Aktien.
Das starre Kurs-Buchwert-Verhältnis berücksichtigt die Entwicklung der Tochtergesellschaften unzureichend und bietet vor allem durch die neuen Bilanzierungsvorschriften (unrealisierte Gewinne in der Gewinn- und Verlustrechnung zu berücksichtigen) keine ordentliche Orientierung mehr.
Warren Buffett schafft Werte

Diese Problematik haben wir in den folgenden Artikeln hervorgehoben:

Berkshire Hathaway: Gewinn vor Steuern + 30 Prozent und nur durch den irrationalen Aktienmarkt Verlust verzeichnet

Wo liegt der Innere Wert von Berkshire Hathaway?


Im Brief von Warren Buffett aus dem Jahr 2010 steht eine Anleitung zur groben Berechnung des Inneren Wertes von Berkshire. Die Berechnung untergliedert sich in drei Komponenten. Die Summe aus Marktwert der Investments, der Ertragskraft der 100%igen Tochtergesellschaft ohne Versicherungen und Bonus für die clevere Kapitalallokation bilden den Inneren Wert.

1. Komponente: Marktwert der Investments


Die erste Komponente beinhaltet den Wert der Investments (Aktien, Anleihen und Liquidität). Aktuell ist das Aktienportfolio rund 195,6 Mrd. USD am zweiten Quartalsende schwer. Zusätzlich kommt eine konservative Annahme für die Nettoliquidität von 100 Mrd. USD hinzu. Der Wert der Investments liegt bei knapp 295,6 Mrd. USD.
Dieser Betrag wird zu 114,5 Mrd. USD durch den „Float“ aus dem Versicherungsgeschäft finanziert. Die Versicherungen erzielen in der Regel einen Gewinn, da die Schadens- und Kostenquote im Schnitt unter 100 Prozent liegt. Dadurch können die Investments zu negativen Zinsen refinanziert werden.



2. Komponente: Ertragswert der Tochtergesellschaft




Die zweite Komponente konzentriert sich auf die nicht börsennotierten Tochtergesellschaften außerhalb des Versicherungsgeschäfts. Deren normalisierter Gewinn vor Steuern liegt bei 20,2 Mrd. USD im Geschäftsjahr 2017. Bei einem Multiplikator von 12 liegt der Wert bei 242,4 Mrd. USD.

3. Komponente: zukünftige Kapitalallokation


Die letzte Komponente ist subjektiv. Im Prinzip muss man sich die Frage stellen: Wie gut kann Berkshire die einbehaltenen Gewinne anlegen?

Die Steigerung des Eigenkapitals je Aktie ist seit 1965 einzigartig hoch. Das Eigenkapital der Aktionäre konnte jährlich um 19,1 Prozent gesteigert werden. Die Wachstumsrate können wir für die Zukunft nicht erwarten, aber wir denken die Rate wird noch deutlich zweistellig sein. Hierfür ist insbesondere das Prämienvolumen der Versicherungssparten verantwortlich, was Warren Buffett über viele Jahre gewinnbringend anlegen kann, bis etwaige Versicherungsschäden anfallen. Unbezahlbar wertvoll ist die Geduld der Legende. Er wartet bis der Preis stimmt und das Investment starke Renditen verspricht.

Der Innere Wert von Berkshire Hathaway


Werfen wir nur mal einen Blick auf den ermittelten Wert: Die Summe von Marktwert der Investments mit 295,6 Mrd. USD und von der Ertragskraft der Tochtergesellschaft mit 242,2 Mrd. USD liegt bei 538 Mrd. USD. Der konservative Wert je A-Aktie liegt bei 327.000 USD und Warren Buffett hat bei einer leichten Unterbewertung des Unternehmens Aktien zurück gekauft und dadurch Mehrwert für seine Aktionäre geschaffen. Der Innere Wert von der B-Aktie beträgt 218 USD.

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