Was läuft schief? - Gerry Weber kämpft gegen rapiden Abstieg

Nach Übernahme der Unternehmensleitung durch Ralf Weber vor 3 Jahren geht es mit Gerry Weber bergab


Gerry Weber
group.gerryweber.com
Das einstige Vorzeigeunternehmen Gerry Weber befindet sich momentan auf einem absteigenden Ast. Was läuft schief beim Modehersteller? Ist es nur vorübergehend oder schafft das Unternehmen den Umschwung nicht mehr?

Ein sehr deutliches Anzeichen für die schweren Zeiten bei Gerry Weber ist die Schließung des Flagship-Stores auf der Königsallee (Kö) in Düsseldorf. Die Modemarke Gerry Weber verschwindet aus dem erlesenen Kreis der Modegeschäfte in Düsseldorfs bekanntester Einkaufsstraße.

Gerry Weber und seine Marken wollen jünger und moderner werden, jedoch der Geschmack der Zielgruppe wird noch nicht komplett getroffen. Fixkosten wie Miete sowie Personalkosten und die Schulden für die Übernahme von der jüngeren Marken Hallhuber sorgen  für zunehmenden Druck auf den Nachfolger Ralf Weber.

Performance-Programm


In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres, sanken die Umsatzzahlen um 7,3 % auf 575,1 Mio. €. Der EBIT des Unternehmens sank auf einen Negativrekord von -9,8 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €). Ein Hauptgrund dieser Einbußen ist der heiße Sommer, der bei den Tochterunternehmen für einen Einbruch der Umsatzzahlen sorgte. Ein weiterer Grund ist der Konzernumbau des Unternehmens. Die neue Denkweise soll den Konzern wieder auf Erfolgskurs bringen, sorgt aber vorerst für starke Einbußen. Es bleibt zu hoffen, dass der Modekonzern dieses Tal schnell überwinden kann und die Umstrukturierung greift.

„Wir verändern gerade unsere Denk- und Arbeitsweise grundlegend - ohne Tabus" Vorstandsvorsitzender Ralf Weber
Das gestartete Performance-Programm zeichnet sich dadurch aus, dass es die Geschwindigkeit der Anpassungen auf die Bedürfnisse der Kunden steigern soll. Ein Teil dieses Programms ist
FIT4GROWTH. Hier wurden innerhalb des letzten Jahres 45 Stores geschlossen und nur die profitabelsten 822 Geschäfte blieben bestehen.

Gerade die Geschwindigkeit der Lieferungen an die Märkte soll deutlich erhöht werden. Nach dem Prinzip der großen Modeketten, wie Zara und H&M, dass"Fast Fashion" den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringt. Gerry Weber konzentriert sich zudem verstärkt auf das Modegeschäft über den Onlinevertrieb. Hier stieg der Umsatz um 6,2 % auf 22,1 Mio. €. Gerade die Hauptmarken Gerry Weber, Taifun und Samoon, sollen hier in Zukunft deutlich an Marktanteil zulegen.




Der Abbau des Personalbestands von durchschnittlich 6936 auf 6478 Mitarbeiter sorgt weiterhin für eine Senkung der Lohnkosten um 3,3 %.

Zukunftsaussichten


Im laufenden Geschäftsjahr werden die Sonderausgaben für die Umstrukturierung des Konzerns auf insgesamt 15 Mio. € beziffert.
Trotz der schwächelnden ersten 9 Monate versucht man bis zum Ende des Jahres ein Umsatzziel von 830-840 Mio. € zu erreichen. Der EBIT inklusive der Sonderausgaben soll sich in einem Rahmen zwischen 0 und -10 Mio. € bewegen.

Gerry Weber geht davon aus, dass sich die Maßnahmen erst nach einem weiteren Jahr in Profitabilität umschlagen. Es bleibt spannend, denn Mode ist sehr subjektiv und die Nachfrage kann blitzartig anziehen.

Quellen: 
https://group.gerryweber.com/de/presse/pressemeldung/852/gerry-weber-treibt-umbau-des-geschaeftsmodells-voran-waehrend-umsatz-und-ergebnis-nachgeben (Stand: 20.09.2018)
https://www.nw.de/nachrichten/wirtschaft/22165883_Ralf-Weber-zum-Stellenabbau-Wir-koennen-nicht-weitermachen-wie-bisher.html (Stand: 20.09.2018)

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