Vorsprung durch Design und Patente: der Prym Konzern

Wie hält sich ein Designunternehmen über 500 Jahre? - Die Geschichte der William Prym GmbH


Bild Prym
prym.com
Das älteste deutsche industrielle Familienunternehmen wurde 1530 gegründet und ist über die vergangenen 500 Jahre zum europaweiten Marktführer im Bereich Knöpfe geworden. Heute produziert der Prym-Konzern pro Tag 15 Mio. Druckknöpfe.

Tradition des Familienunternehmen Prym


Alles begann in Aachen mit einer Goldschmiede gegründet von Wilhelm Prym. Sein Sohn Kerstgen unterhielt ein Messingwerk ab 1559 in der  Nähe zu den Zinkerzlagerstätten, die das Geschäft deutlich erleichterten. Die Familie war protestantisch geprägt, weshalb sie 1642 das katholische Aachen verlassen musste und sich in Stolberg niederließ. Hier befindet sich bis heute der Hauptsitz des Unternehmens.

Durch Heirat zwischen den Zunftfamilien entstand in den 1700er Jahren ein gut abgestimmte Branche mit großen Erfolgsausichten für die Unternehmen. Mit dem Untergang des Messinggewerbes
durch die gelungene Verhütung von Zink im 18. Jahrhundert, stand auch die Familie Prym vor dem aus und beschäftigte nur noch eine Hand voll Mitarbeiter.

Der Untergang des Unternehmens konnte jedoch durch kluges Handeln abgewendet werden, indem man  nicht nur Kupferlegierungen, sondern ganze Produkte aus Messing vertrieb. Unter William Prym erlebte das Familienunternehmen eine neue Blüte. Es wurden Metallkurzwaren, hauptsächlich Nadeln hergestellt. Prym wurde zu einem Markenartikel und vergrößerte sich nach Österreich.
Die Erfindung des Druckknopfs mit Feder legte den Grundstein für den heutigen Erfolg. Während des 2. Weltkriegs wurde die Produktion gestoppt, da Prym nun kriegswichtiges Material herstellen musste. Durch den Krieg verlor das Unternehmen erhebliche Vermögenswerte, darunter alle Produktionsstätten in Österreich, Polen, Berlin und Dresden. Erst im Jahr 1960 gelang es die verlorenen Vermögenswerte zu erwerben.




1970 verzeichnete das Unternehmen die größten Mitarbeiterzahlen der Geschichte mit 4.000 Angestellten. In den folgenden Jahren schrumpfte das Unternehmen wieder leicht auf heute 3.339 Mitarbeiter. Neben Nadeln und Druckknöpfen stellt der Konzern nun auch Accessoires und andere Handarbeitsartikel her.

Wie kann sich das Unternehmen gegen die Konkurrenz verteidigen?


Das Unternehmen hat eine gigantische Auswahl an Produkten. Das Produktsortiment besteht aus knapp 10.000 Artikeln und davon sind gegenwärtig 76  Produkte für kreatives Nähen, Handarbeiten und Gestalten ausgezeichnet. Das Unternehmen stellt die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt der Tätigkeit und überrascht mit Innovationen und Mehrwert für den Kunden. Diese neuen Produkte werden natürlich vor der Konkurrenz durch Patente geschützt, deshalb hat das Unternehmen über 400 gewerbliche Schutzrechte inne. Der Korb von Patenten besteht aus über 300 Markeneintragungen und über 100 Patente, Gebrauchsmuster und Designeintragungen in Deutschland.



Unternehmenskennzahlen



Die Prym Anteilsverwaltung GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 382,28 Mio. €, was einen Abschwung von 1 % im Vergleich zum Vorjahr darstellte. Der Konzernjahresüberschuss konnte von 13,85 Mio. € auf 16,26 Mio. € gesteigert werden. Der Free Cash-Flow des Konzerns lag bei 19,25 Mio. €. Im Jahr 2016 konnte Prym sein EBITDA auf  46,82 Mio. € steigern.

Die Gesellschaft befindet sich zu 100% in Familienhand.

Quelle: 
https://www.prym.com/de/ueber-uns/ (Stand: 06.09.2017)
https://www.prym.com/de/ueber-uns/historie/ (Stand: 06.09.2017)


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