Der Peitscheneffekt sorgte für Wachstum und führt jetzt zu Gewinnwarnungen!

Familienunternehmen zeigen den Zustand der Wirtschaft


Es lohnt immer, sich mit Unternehmen und nicht mit Kursen an der Börse zu beschäftigen. Familienunternehmen wie Zollner schaffen Werte und bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Auch einfache Effekte wie den Peitscheneffekt (Bullwhip Effekt) kann man mit Hilfe der Praxis erklären und verstehen.
Peitscheneffekt führt zu Abschreibungen innerhalb der Lieferkette


Das Familienunternehmen Zollner kennen Sie nicht? Dann aufgepasst!

Zusammenfassung / Lessons Learned des Beitrags

  • Familienunternehmen Zollner ist ein Mechatronikdienstleister mit Blick in verschiedene Branchen
  • Peitscheneffekt beschreibt das Prinzip der Schwankungen der Nachfrage innerhalb der Wertschöpfungskette.
  • Schwankungen werden umso stärker, je weiter man sich in der Lieferkette vom Endkunden bis hin zu den Herstellern der Einzelteile bewegt.
  • Das führt zu Lagerbestandserhöhungen, Ineffizienzen und Kosten entlang der Wertschöpfungskette und zu Gewinnwarnungen bei Zulieferern




Zollner bietet mechatronische Systeme für alle Branchen


Die Zollner-Unternehmensgruppe ist ein Mechatronikdienstleister und befindet sich zu 100% im Familienbesitz. Das Unternehmen beschäftigt über 11.000 Mitarbeiter und wurde vor über fünf Jahrzehnten gegründet. Der Unternehmenszweck ist es, mit komplexen mechatronischen Systemen die Wettbewerbsvorteile der Kunden über den gesamten Lebenszyklus der Produkte und Dienstleistungen zu verbessern.
Dazu gehört auch das Schlagwort Digitale Fabrik. Hier bietet das Unternehmen Softwarelösungen für die Abarbeitung lean orientierter Prozessplanung an, wie MTM (Methods-Time Measurement), Linienaustaktung, Simulation und 3D-Layoutplanung.
Die Kunden von Zollner sind sowohl in der Automobilindustrie als auch in der Bahntechnik, Messtechnik, Datentechnik und im Maschinenbau zu finden. Das breite Spektrum bietet einen guten Einblick in die wirtschaftliche Verfassung und lässt Rückschlüsse zu.

Was ist der Peitscheneffekt (Bullwhip Effekt) ?



Angst und Gier spielen nicht nur an der Börse eine Rolle, es gibt sie auch in der Wertschöpfungskette von Unternehmen. Der Bullwhip-Effekt oder auch Peitscheneffekt genannt,  ist das Prinzip der Schwankungen der Nachfrage innerhalb der Wertschöpfungskette.
Entlang der gesamten Lieferkette treten Nachfrageschwankungen auf, wobei die Schwankungen umso stärker werden, je weiter man sich in der Lieferkette vom Endkunden über die Händler bis hin zu den Herstellern der Einzelteile bewegt.
Fragt der Kunde anstatt von 10 Produkten mal 12 Produkte nach, reagieren die Händler in der vorgelagerten Stufe durch eine Ausweitung der Bestellmenge (Komponenten für 14 Produkte), um Lieferengpässe zu vermeiden. Die Akteure in der Stufe davor sehen sich einer höheren Bestellmenge ausgesetzt.
Als Konsequenz weiten die Akteure ihre Bestellmenge noch mehr aus (Komponenten für 20 Baugruppen). Innerhalb der Lieferkette verstärkt sich der Effekt bis hin zum Hersteller einzelner Produkte.
Als Resultat werden bereits kleine Schwankungen in der Endkundennachfrage zu enormen Bestellmengenvergrößerungen. Das führt zu Lagerbestandserhöhungen, Ineffizienz und Kosten entlang der Supply Chain und dies wiederum zu kräftigen Rücksetzern in der Wirtschaftlichkeit von Zulieferern, wenn es zu einem Abschwung kommt (siehe Automobilindustrie).




Was wirkt sich auf die Stärke des Peitscheneffekts aus?


Verstärkt wird der Effekt durch die Bündellung von Aufträgen zur Erzielung von niedrigeren bestellfixen Kosten wie den Versand. Aber auch die Gewährung von Mengenrabatten wirkt sich auf den Peitscheneffekt aus.

Der Peitscheneffekt (Bullwhip Effekt) am Beispiel Zollner


Die mechatronischen Lösungen von Zollner waren im Aufschwung sehr nachgefragt und das birgt Gefahr für einen Rückschlag. Wie der Vorstandsvorsitzende Weber in der Zeitung DIE ZEIT [Ausgabe vom 22.11.18] erklärt, sind die Preise bei wichtigen elektronischen Bauteilen und -gruppen durch die Nachfrage stark gestiegen, wodurch es zu Lieferengpässen kam. So wurden von 100 bestellten Bauelementen nur 50 geliefert. Als Reaktion haben viele Einkäufer beim nächsten Mal die doppelte Menge bestellt. Irgendwann schlägt das wieder um und normalisiert sich. Die Produzenten können wieder mehr liefern und die Abnehmer müssen die übertriebenen Bestellungen schnell stornieren, sonst füllt sich das Lager und es kommt zu Abschreibungen beim Abnehmer oder Produzenten.


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