Dividendenrendite, -abzinsung und bald auch -risiko?

Dividendenrendite und -abzinsung zur Unternehmensbewertung


Der Ruf, Aktien wären Spekulationsobjekte, ist leider weit verbreitet. Einige Mitmenschen verstehen nicht, dass ein langfristiger Aktieninvestor nicht auf kurzfristige Kurssprünge spekuliert, sondern eine zusätzliche Einnahmequelle für sich möchte. Durch Dividenden erhält man zusätzliche Einnahmen und verliert stetig die Abhängigkeit vom Gehalt. Investoren können das langfristige Ziel verfolgen, ihr Leben selbst zu bestimmen und nur von Dividendeneinnahmen zu leben. Verfolgt man dieses Ziel, muss man einen verschärften Blick auf die Dividendenrendite oder sogar auf den Wert der Abzinsung der zukünftigen Dividenden werfen.
regelmäßige Einnahmen durch Dividenden


Dividendenrendite



Wie wird mein Aktieninvestment verzinst? So lautet die Frage beim Blick auf die Dividendenrendite. Ohne die Berücksichtigung von Kapitalertrags- und Kirchensteuer ist es eine einfache Metrik und dient gut als Vergleichsparameter zwischen Unternehmen und Anlageformen.

Dividendenrendite- formel





Am Beispiel BMW Vz.

Dividende je Vorzugsaktie = 4,02 EUR

Berechnung der Dividendenrendite am Beispiel BMW







Die Dividendenrendite bringt einige Vorteile mit sich. Man kann Branchen und sogar Anlageformen übergreifende Vergleiche anstellen. Zum Beispiel kann man Anlagerenditen von Anleihen mit Dividendenrenditen von Unternehmen vergleichen oder innerhalb des Aktienuniversums unterschiedlichste Branchen wie ein Sondermaschinenbauer und eine Bank vergleichen.


Ein Nachteil der Bewertungskennziffer ist, dass diese immer etwas durch Dividendenkürzung und -steigerung variieren kann und keine Informationen über die Bilanzstabilität des Unternehmens enthält. Dividenden sollten in der Regel aus den frei verfügbaren Free Cashflow oder aus dem Gewinn (insbesondere bei Finanzunternehmen) gezahlt werden und nicht aus der Substanz des Unternehmens.

Zusätzlich sollte man berücksichtigen, dass am Tag der Auszahlung die Dividende vom Aktienkurs abgezogen wird, weil Geld aus dem Unternehmen fließt.

Weitere Kennziffern sind auf unserer Seite Unternehmensbewertung erklärt.



Dividend Discount Methode



In dieser Methode des Discounted Cash Flow wird ein konservativer Wert des Eigenkapitals ermittelt. Über Dividendenwachstum kann man eine Vorstellung über die zukünftige Höhe der Dividenden erlangen. Dieser Wert wird dann auf den heutigen Tag abgezinst, dadurch erhält die Dividende in naher Zukunft eine höhere Bedeutung als die Dividenden in fünf bis zehn Jahren. In unserem einfachen Modell wird die Dividende als ewige Rente angesehen. Das bedeutet, wir gehen davon aus, dass das Familienunternehmen BMW immer in der Lage ist, seine Aktionäre mit einer Dividende zu bedienen.



 BMW ist aber ein Automobilhersteller und Fahrzeugkäufe werden in der Krise zurückgestellt. Dadurch ist es wahrscheinlich, dass BMW die Dividende nicht steigern oder sogar kürzen muss. Also ist diese Methode besser für sehr stabile Unternehmen mit nachhaltiger Dividendenpolitik geeignet.


Dividend Discount Methode Abzinsung der Dividenden



Am Beispiel von BMW Vz.


Dividende je Vorzugsaktie = 4,02 EUR

Dividendenwachstum = 3%

Diskontierungsfaktor = 10%
Wert des Eigenkapitals nach Abzinsung der Dividende als ewige Rente



Der Wert des Eigenkapitals je Aktie liegt bei 59,15 EUR und bildet einen sehr konservativen Inneren Wert. Im Vergleich zum Aktienkurs von 73,8 EUR ist noch kein Potenzial vorhanden.

Weitere Methoden finden sie auf unserer Seite Unternehmensbewertung.


Risiko der Dividendenrenditen


Das Risiko der Dividendenrendite liegt darin begründet, dass in der Vergangenheit ein hoher Sicherheitsaspekt beigemessen wurde. Risikoscheue Investoren suchen in diesem niedrigen Zinsumfeld vermehrt nach stabilen Konsumgüterunternehmen mit hohen und stabilen Ausschüttungen. Drehen die Zinsen, werden Anleihen wieder attraktiver, weil die Couponzahlung von Rentenpapieren als wesentlich sicherer gelten als Dividendenzahlungen. Das heißt, dass bei Zinssteigerungen Kapital aus dem Aktienmarkt abfließen wird. Man sollte also nicht nur die Dividendenrendite beobachten, sondern die Zukunftsaussichten des Unternehmens analysieren. Als Ergebnis sollte man stabile, stetig wachsende Unternehmen zum niedrigen Preis einkaufen und nicht nur auf Aufschüttungen setzen. Unternehmen mit hohen Gewinnwachstum können auch ihre Dividende regelmäßig steigern und sorgen damit für eine gute Verzinsung des eingesetzten Kapitals in Zukunft.

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