Nicht die meisten, sondern die besten Aktien halten! Ein Erfolgsrezept von Philip Fisher

Philip Fisher: Wie streut man richtig?


Philip Fisher war ein hervorragender Investor und ein noch besserer Lehrmeister. Er war sehr gründlich in der Analyse. Er hat sich das Marktpotenzial und die Position der Produkte, die Entwicklung der neuen Produkte, die Unternehmenskultur, sowie die Personal- und Lieferantenführung angeschaut und bewertet. Große Investoren haben von ihm gelernt, ja und auch Warren Buffett hat sich von Philip Fisher einiges abgeschaut. Evtl. trifft das auch auf die Portfoliogestaltung zu. Warum, das erfahren Sie jetzt!


Zusammenfassung / Lessons Learned des Beitrags

  • richtige Diversifikation ist laut Philip Fisher die Investition in: 
  • 5 große, etablierte und richtig ausgewählte Wachstumsaktien
  • 10 gute mittelgroße Wachstumsunternehmen mit guten Management-Team
  • 20 kleine Unternehmen mit überwältigenden Gewinnen im Erfolgsfall und vollständigem oder fast vollständigem Verlust des Kapitals im Falle eines Scheiterns
  • Bei Aktien kann Masse niemals mehr als schwacher Ersatz für Klasse sein



Wie viele Positionen schmücken ihr Depot?


Haben Sie  5, 10, 20 oder 50 Positionen? Und was verrät es über Ihre Investmentklasse? Werfen wir erstmal einen Blick auf die Profis. Dafür haben wir die Portfoliobreite von 7 bekannten Investoren zum ersten Quartal analysiert.

Investor  - Anzahl der Investments(1. Quartal 2019)

Mohnish Pabrai (Pabrai Investments) - 2 nordamerikanische Investments

Charlie Munger (Daily Journal)    - 4

Guy Spier (Aquamarine Capital) - 14



Prem Watsa (Fairfax Financial Holdings) - 33

Seth Klarman (Baupost Group) - 35

Tweedy Browne Co - 46

Thomas Gayner (Markel Asset Management) - 131

Was sagt es über einen Investor aus? Laut Philip Fisher weist "eine sehr lange Wertpapierliste nicht auf einen brillanten, sondern auf einen unsicheren Investor hin. Wenn ein Investor Anteile an so vielen Unternehmen hält, dass er mit dem Management dieser Unternehmen keinen direkten oder indirekten Kontakt mehr halten kann, wird das für ihn mit ziemlicher Sicherheit schlechter ausgehen, als wenn die Zahl seiner Beteiligungen zu gering wäre. Ein Investor sollte niemals vergessen, dass immer Fehler auftreten und dass seine Anlagen ausreichend diversifiziert sein sollten, um einen solchen Fehlschlag nicht zu einem Desaster werden zu lassen.“


Warum ist die perfekte Diversifikation schwierig? 


Die perfekte Portfolioaufteilung ist ein schwieriges Thema. Jeder Anleger hat Angst vor dem Kapitalverlust und durch diese Angst streuen Anleger breit, besonders wenn sie noch von Profis beraten werden. Das heißt, Anleger investieren zu wenig in Unternehmen, über die sie gut Bescheid wissen und viel zu viel in andere, über die sie gar nicht wissen. Niemals scheint diesen Anlegern oder ihren Beratern der Gedanke zu kommen, dass eine Anlage in einem Unternehmen, über das man nicht genügend Kenntnisse besitzt, noch gefährlicher sein kann als ungenügende Diversifizierung.
Für Philip Fischer waren die Wachstumsaussichten eines Unternehmens kombiniert mit Managementfähigkeiten ausschlaggebend für die Qualität des Investments.


Wie würde Philip Fisher sein Portfolio gestalten?


Philip Fisher hat einige Punkte festgelegt, welche heute noch teilweise Gültigkeit haben. Diese Regel spiegelt sich teilweise noch in den Portfolios von Buffett, Pabrai, Munger oder Spier usw. wider.

Zur richtigen Diversifizierung:

1. bei großen, etablierten und richtig ausgewählten Wachstumsaktien reichen fünf verschiedene Aktien aus. (wie früher IBM und heute Apple) --> Anfangsgewichtung von 20% je Position

2. bei guten mittelgroßen Wachstumsunternehmen mit guten Management-Team reichen 10 Aktien aus  --> Anfangsgewichtung von 10% je Position

3. bei kleinen Unternehmen mit überwältigenden Gewinnen im Erfolgsfall und vollständigem oder fast vollständigem Verlust des Kapitals im Falle eines Scheiterns reichen 20 Unternehmen aus. > 5% je Position


Wenn Sie natürlich weitere Wachstumsunternehmen finden, die ein gutes Chance-Risiko- Verhältnis haben und Sie sich bestens auskennen, dann können auch weitere Positionen zielführend sein.

Diese Richtwerte sind schon einige Jahrzehnte alt und starke Investoren, wie Warren Buffett, haben dadurch ihren immensen Erfolg errungen. Jedoch ist die Welt schnell geworden. Disruptive Technologien können auch das Geschäftsmodell von etablierten großen Unternehmen vollständig zerstören, deshalb halte ich Punkt 2 oder 3 für noch sehr Praxis relevant.


"Über diesen Punkt der Diversifizierung hinaus sollte er jedoch peinlich genau darauf achten, nicht die meisten, sondern die besten Aktien zu halten. Bei Aktien kann Masse niemals mehr als schwacher Ersatz für Klasse sein."

Quelle: Philip Fisher (1996): Die Profi- Investment-Strategie S. 145-157.


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