Warum haben einige Familienunternehmen Net Cash?

Die Net Cash-Position ist eine Festung für Familienunternehmen


Bei einigen Familienunternehmen übersteigt das Geld in der Kasse die Netto- Finanzverbindlichkeiten um mehrere Millionen oder Milliarden. Warum setzen die Familienunternehmen auf eine ausreichende Nettoliquiditäts- Position?
Der Mehrheitseigner Johann Rupert vom Schweizer Luxusgüterhersteller Compagnie Financière Richemont äußerte sich gegenüber der Zeitschrift Finanz und Wirtschaft:
“Ich habe in meinem Leben zu viele Katastrophen gesehen. Die Cashreserven sind unsere Festung.“

Herr Rupert ist mit seiner Zuneigung zur Net Cash Position nicht alleine. Auch Unternehmen wie Fuchs, Schindler, Kühne und Nagel, Metall Zug, Atoss Software, Berthold Hermle, L'occitane und Edding sitzen ebenso auf einem Cash-Berg.


Was sind Vorteile der Net Cash Position?


- Reserven für die Krise zur Qualifikation von Mitarbeitern und zur Investition in neue Bereiche

- Möglichkeit zur Übernahme von kriselnden Unternehmen zum günstigen Preis

- Prüfung von Übernahmen bis die Preisvorstellungen übereinstimmen

- Ergänzungsinvestition zur Stärkung der Marktstellung

- keine Abhängigkeit von Banken

- geringerer Einfluss der gegenwärtigen Darlehenzins-entwicklung

- Flexibilität bei Ausschüttung und Aktienrückkauf für Aktionäre, langfristige Investoren profitieren von regelmäßigen Sonderdividenden und Aktienrückkäufen (falls ausreichender FreeFloat vorhanden)

- Vermeidung von Existenznot im zyklischen Tief
Net Cash bei Familienunternehmen

Was sind die Nachteile der Net Cash Position?


- ineffiziente Kapitalnutzung

- niedrige Eigenkapitalrendite

- Negativzinsen reduzieren das Kapital

- Währungs- und Inflationsrisiko

- das Management wirkt im ersten Moment ideenlos





Einige Familienunternehmen mit viel Netto- Liquidität haben gering kapitalintensive Geschäftsmodelle und erzeugen hohe Free Cashflows. Die stabilen Cashflows in Verbindung mit der stabilen Bilanz mit Net Cash bringen die Unternehmen in eine Luxusposition während einer Krisenphase und sorgen dafür, dass ausgewählte Familienunternehmen langfristige Überrenditen für ihre Anteilseigner schaffen.

Ähnlich wie es der Haribo Chef Hans Riegel handhabt:
„Alles, was wir tun, wird aus dem laufenden Geschäft finanziert. Und wir würden uns auch bei einer größeren Übernahme sehr schwer tun, dafür einen Kredit aufzunehmen“


Quelle: Welt

Schmocker(2017): Schweizer Unternehmen schwimmen im Geld, FuW

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