Kostolany: Wer hat Geld?

Geld hat derjenige der keine Schulden hat.



Nach der Definition von Kostolany hängt der Begriffe Geld -Wer hat Geld?- nicht von der Höhe des Vermögens ab, sondern davon ob die Person Eigenkapital zur Verfügung hat und keine Schulden. In der Praxis hat derjenige Geld, welcher 10.000 € Vermögen hat, davon 5.000 € in Wertpapieren und keine Schulden.

Geld hat, der keine Schulden.





Umgekehrt: Eine Person, die 100.000 € in Aktien angelegt hat und davon nur 50.000 € Eigenkapital und den Rest, also 50.000€ Schulden, hat kein Geld. Denn diese Person schuldet der Bank 50.000 €.

Schulden sind an der Börse selten gut. Das sieht auch Value Investor Warren Buffett so:


"Geliehenes Geld hat keinen Platz im Investoren-Werkzeugkasten. An den Märkten kann jederzeit alles passieren."


An der Börse ist alles möglich, sogar das Gegenteil. Die Folgen von Schulden sind meist negativ!


Wieso sind die Folgen von Schulden meist negativ?


Ein Beispiel: Sie investieren in ihr Lieblingsunternehmen und sie sind vom Potenzial des Unternehmens absolut überzeugt. Diese Überzeugung veranlasst Sie dazu, Schulden aufzunehmen und die Position zu verdoppeln. Jetzt drehen die Zinsen rapide und der gegenwärtig vorliegende Bewertungsbonus schmilzt. Die Kurse rutschen aufgrund der Zinserhöhung ins Minus. Die Bank fragt bei Ihnen nach und möchte weitere Sicherheiten oder das Geld zurück. Was machen Sie? Mit Verlust verkaufen? Oder das Tal aussitzen? Sie bekommen weiteren Druck von der Bank und müssen mit Verlust verkaufen. Sie müssen - unüblich für einen Value Investor - im fallenden Markt verkaufen, in einem Moment, wo sie mit ihrer Überzeugung für das Unternehmen lieber nachkaufen sollten, denn der Markt spiegelt nicht annähernd den wahren Wert des Unternehmens wider. In so einer Situation zeigt sich wieder: Cash ist King, denn Cash schafft Überrenditen.


Darüber hinaus befähigt es Sie, gelassen die Entscheidungen zum langfristigen Investieren treffen zu können, antizyklisch zu investieren und verhilft zu einem ruhigen Schlaf.

Quelle:
Kostolany(2015): Die Kunst, über Geld nachzudenken, S. 121-122.

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Kommentare:

  1. Das leuchtet mir nicht ein, da gehen doch die Begriffe Geld, Geld-Äquivalent und Nettovermögen durcheinander: wenn jemand 100k in Aktien und 50k Schulden hat, hat er ein Nettovermögen von 50k. Ob das nun Geld(-Äquivalent) ist oder nicht, hängt von der Liquidität der Aktie ab. Und 10k in einem Blue Chip oder Commercial Papers kann man durchaus als Geld-Äquivalent von 10k betrachten. Geliehenes Geld ist nur dann schlecht, wenn man es schlecht investiert. In Aktien finde ich Schulden auch schlecht investiert, aber in Anleihen oder Häuser: wieso nicht? Ich glaube sogar: wer sichere (in Dodd/Grahams Sinne) Investments kaufen kann, deren erwartete Rendite über dem Kreditzins liegt und seine Bonität dafür nicht bis zum letzten ausnutzt, der verschwendet Vermögen.

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  2. Hallo Andi,
    vielen Dank für deinen Kommentar.
    Zugegeben: Spekulant Kostolany war da nicht so genau. Sein genauer Wortlaut in dem Buch ist:
    „der hundertfache Millionär, der für 200 Millionen Aktien kauft, hat hingegen kein Geld. Er hat nur ein Saldo.“
    Kurz gefasst: Aktien für 200 Mio., Eigenkapital von 100 Mio. € und Schulden von 100 Mio. € sinken die Aktien unerwartet um 50% bleiben nur noch Schulden.
    Dadrüber wollten wir mal nachdenken, deshalb entstand der Artikel.
    Bei der Bewertung von Unternehmen sehen wir es auch als Geld(-Äquivalent) an, weil es sich rasch liquidieren lässt und sobald wir das Unternehmen komplett übernehmen, können wir flexibel mit dem Geld(-Äquivalent) agieren.

    Jedoch können an der Börse Schulden Druck erzeugen und rationale Entscheidungen in bestimmten Situationen verhindern, deshalb sollte Schulden aus unserer Perspektive möglichst vermieden werden (Verkaufsdruck ist nur für den Käufer schön). Ähnlich bei deutlich überbewerteten Anleihen und Immobilien.
    Da gehen die Meinungen natürlich weit auseinander. Korrekt ist auch, dass Warren Buffett den Versicherungsfloat (Art langfristige Schulden, welche meist nur teilweise zurückgezahlt werden müssen) nutzt, um in Unternehmen zu investieren. Das heißt, soweit man seinen Rahmen kennt und nicht überschreitet, können Schulden schon sinnvoll sein.
    Schönen Abend

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