Limited Brands: ein Familienunternehmen hinter Victoria's Secret mit hängendem Engelsflügeln

Ein weltweit fast unbekanntes Familienunternehmen mit unglaublich bekannten Marken: Limited Brands.

Vorstellung von Dessous
victoriasecret.com

Der weltweit größte Bekleidungskonzern Limited Brands ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, tritt aber durch große Marken, wie Victoria's Secret, Bath & Body Works und Pink nach außen auf. Der Konzern hat ganz klare Regeln, die einer der Hauptgründe sind warum das Unternehmen gut am Markt da steht und seinen Einfluss weiter ausbaut. 

Die Ideen von Großaktionär und CEO Leslie Wexner bringen das Unternehmen in die Position des weltweit größten Bekleidungskonzerns.
Leslie Wexner hat Bath & Body Works eigenhändig aufgebaut und Victoria's-Secret als Start up im Jahr 1982 von Roy Larson Raymond übernommen.


Die Victoria's-Secret-Show findet jedes Jahr vor der Weihnachtszeit statt. In dieser Show laufen die berühmtesten und schönsten Modells mit Reizwäsche über den Laufsteg. Zu den Modells gehören unter anderem Alessandra Ambrosio, Adriana Lima, Heidi Klum, Bella, Gigi Hadid und Kendall Jenner - ein junges Instagram-Model. Ein erster Blick auf die Anzahl der Instagram Abonnenten der Schönheiten zeigt: Kendall Jenner mit 82 Millionen, Alessandra Ambrosio mit 8,6 Millionen und Adriana Lima mit 11,2 Millionen. Man kann sich vorstellen, dass die Bilder um die Welt gehen und das Markenimage prägen.



Was hat L Brands bisher ausgezeichnet?


  • Der Konzern konnte starke Marken mit Victoria Secret, Bath Body und Pink entwickeln. Vor allem Victoria's Secret ist laut einer Studie von Conde Nast Inc. und Goldman Sachs Group Inc die beliebteste Marke von jungen Konsumenten im Alter von 13 bis 34, gefolgt von Sephora, Nike, Coach, Kate Spade und Michael Kors.
  • Dank der beliebten Marken hat das Produktportfolio von L Brands eine gewisse Preissetzungsmacht und kann Bruttomargen von über 35% verbuchen. Im ersten Halbjahr waren es 37 %.
  • Das Unternehmen hat über die letzten fünf Jahre eine Rendite aufs investierte Kapital (ROIC) von 16 % im Schnitt erzielt und damit Mehrwert für die Aktionäre schaffen können, weil die Kaptialkosten in der Regel niedriger liegen
  • Gute optimierte Wertschöpfungskette mit hoher Umschlaghäufigkeit 
  • L Brands hat eine extrem aktionärsfreundliche Politik und hat seit 2009 die gegenwärtig Marktkapitalisierung (rund 10,4 Mrd. US-Dollar) mit Hilfe von Dividenden und Aktienrückkäufen an den Aktionär ausgekehrt. 

Was lief bei L Brands nicht so rund?


  • Extrem zurückhaltende internationale Expansion, kaum Geschäfte in Europa und Asien, was auch ein Wachstum in nächster Zeit ermöglichen kann
  • Schuldenaufnahme für Aktienrückkäufe und Dividenden. Die Nettoverschuldung liegt bei 4,4 Mrd. US-Dollar und dem steht ein von L Brands erwarteter Free Cashflow von 650-700 Mio. USD fürs Geschäftsjahr 17 gegenüber. In den letzten Jahren wurde rund 1 Mrd. US-Dollar freiverfügbarer Cashflow generiert.
  • Aktienrückkäufe bei einer Überbewertung des Unternehmens getätigt und damit klar Geld der Aktionäre verbrannt
  • die extremen Aktienrückkäufe führten zu einem negativen Eigenkapital von 0,9 Mrd. US -Dollar und reduzieren die Kreditwürdigkeit
  • stockende Wachstumsrate vor allem bei Victoria's Secret in letzter Zeit. L Brands verzeichnete im ersten Quartal eine negative Rate im Umsatz von 1% bei fortgeführten Geschäftsbereichen und 7% mit aufgegebenen Geschäftsbereichen, wie Victoria's Secret Bademoden und im zweiten Quartal 2% und 5%.
Es ist klar, dass die Grenzen von stationären Handel und Online immer mehr verschwinden. L Brands kann durch die bekannten Marken und der Beliebtheit bei der jungen Zielgruppe verschiedenste Berührungspunkte wie stationär, online und mobil nutzen, um eine Kaufentscheidung effizienter herbeizuführen und so Potenziale zu heben.
Vor allem die Dürfte kommen laut den Bewertungen gut bis sehr gut bei der Zielgruppe an.

Nur auf die Stores sollte sich das Unternehmen nicht verlassen, weil die Fixkosten wie Miete, Verkaufspersonal usw. bei rückläufiger Nachfrage, wie gegenwärtig, sehr auf die Margen drücken.


Investmentpotenzial von Limited Brands


Nach dem Rückgang der Wachstumszahlen hat sich der Kurs fast gedrittelt und Limited Brands ist gegenwärtig mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,1 -d.h. eine Gewinnrendite von 9%- und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,85 bewertet. Nur zum Vergleich: Die genannten Unternehmen Nike, Michael Kors und Coach werden gegenwärtig mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 2,7x, 1,5x und 2,5x gehandelt. Ein weiteres Familienunternehmen mit Konzentrationen auf Dessous ist Van de Velde NV und wird gegenwärtig mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 2,7 und Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16,7 bewertet.

Bei einem normalisierten Gewinn je Aktie von 3,00 US Dollar liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 12. L Brands erwartet 3,0 und 3,2  US Dollar Gewinn je US Dollar für 2017 und konnte die vergangenen Geschäftsjahre 2014, 2015 und 2016 je 3,5; 3,99 und  3,74 erzielen. Die Wachstumsrate des Gewinns müsste bei einen KGV von 12 rund 1,75 % ((12-8,5)/2) über die nächsten 7-10 Jahre betragen, um den gegenwärtigen Kurs zu rechtfertigen.

Kommen Sie zu der Einschätzung, dass aufgrund der starken Marken und der Konzentrationen auf Unterwäsche und Beauty höheres Wachstum plausibel erscheint, könnte eine Unterbewertung nach der Graham Wachstumsformel vorliegen.


Quelle:
https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-04-19/victoria-s-secret-and-nike-rank-among-top-brands-for-millennials
http://investors.lb.com/phoenix.zhtml?c=94854&p=irol-irHome





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