Wilhelm Schulz GmbH: Warum kauft Buffett den Hidden Champion?

Der Hidden Champion Wilhelm Schulz  GmbH gehört
demnächst zu Berkshire Hathaway. Doch warum?



Das Familienunternehmen aus Krefeld produziert Spezialrohre jeglicher Durchschnitte und andere Bauteile. Die über 400 Mitarbeiter stellen unter anderem nahtlose und geschweißte plattierte (CLAD) Produkte als Rohr samt zugehöriger Fittings und Flansche aus einer Hand her. Diese Produkte werden in Kraftwerken, in der Öl- und Gas- Industrie sowie im Flugzeugbau eingesetzt. Das sind alles zyklische Branchen, welche sich gegenwärtig nicht wirklich am zyklischen Peak befinden. Die Investitionsbereitschaft von Öl- und Gasunternehmen ist aktuell aufgrund der Rohstoffpreise gedämpft.

Dies hört sich erstmal nicht so interessant an, denn laut Charlie Munger gibt es
“zwei Arten von Unternehmen: Die erste verdient 12 Prozent, die man am Ende des Jahres aus ihnen herausnehmen kann. Die zweite Art verdient ebenfalls 12 Prozent, aber all das verdiente Geld muss wieder investiert werden - es gibt nie freies Cash. Das erinnert mich an den Mann, der sich all seine Maschinen anschaut und sagt: “Das ist mein gesamter Gewinn.“ Wir hassen diese Art von Unternehmen.“ 

Quelle: Griffin(2016): Charlie Munger: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen S. 140

gehört das Familienunternehmen Wilhelm Schulz GmbH zu der zweiten Art von Unternehmen?


Wie ist die Geschäftsentwicklung  von der Wilhelm Schulz GmbH? 


Die Geschäftsentwicklung der Wilhelm Schulz GmbH mit Cashflow, Umsatz und Betriebsergebnis
Quelle: Bundesanzeiger.de (abgerufen am 21.02.2017)

Laut Bundesanzeiger (nach HGB) ist nur das Betriebsergebnis innerhalb der letzten fünf Jahre stetig gestiegen. Die Umsätze und die operativen Cashflows schwanken, typisch für eine zyklische Branche. Frei verfügbares Cash ist nicht immer vorhanden und die Investitionen in Anlagen liegen im Schnitt bei rund 5 Mio. €. Also man konnte nicht jedes Jahr Geld aus dem Unternehmen herausnehmen.

Im Geschäftsjahr 2014 wurde ein Umsatz von 172 Mio. Euro erwirtschaftet und ein operativer Gewinn von 33,6 Mio. Euro generiert, dass entspricht einer operativen Marge von 19 %. Sehr ordentlich! Die Wilhelm Schulz GmbH erwirtschaftete eine niedrige durchschnittliche Rendite auf das Eigenkapital von rund 6 %.




Wo liegt der Wettbewerbsvorteil von Wilhelm Schulz GmbH?


Die Wilhelm Schulz GmbH hat an den großen Standorten in Houston (USA), Krefeld (Deutschland) und Rio de Janeiro (Brasilien) enormes Wissen und Know How angesammelt. Diese Erfahrungen machten das Unternehmen zum Technologieführer für Herstellung von Rohrzubehör durch Hydroforming/ Kaltmassivumformung. Schnell etablierte sich ein bekannter Markenname innerhalb der Branche.

Zum Ausbau der Position investiert das Unternehmen in Forschung und Entwicklung, mit dem Ziel ein breiteres Spektrum von Produkten durch eigene Herstellungskapazitäten, nach dem Sinne alles aus einer Hand, abzudecken. Damit verbreitet sich der Burggraben stetig, ganz im Sinne Warren Buffetts.  

Die Mitarbeiter beherrschen die Fertigungsoperationen und wissen, wie sich die Stahlröhren bei Wärme- und Krafteinsatz verziehen und wie man es schnell und produktiv wieder richten kann. Die Fähigkeiten führen zu kurzen Auftragsdurchlaufzeiten und wettbewerbsfähigen Produktionskosten.

Vor allem bedarf die Bearbeitung von nahtlosen Edelstahl-Röhren mit großen Durchmessern enormer Investitionen in Zerspan- und Umformmaschinen sowie Beschichtungs- und Wärmebehandlungsanlagen. Dieser Investitonsbedarf schreckt einige Konkurrenten ab.

Darüber hinaus bestehen langfristige und nachhaltige Vertiebsbeziehungen zu dem kleinen Kreis an Abnehmern wie zum Beispiel Esso, Shell oder Exxon. Die globale Organisation bietet Serviceleistungen an, welche genutzt werden können, um den Kontakt zu den Schlüsselkunden konsequent auszudehnen.

Der Schmierstoffhersteller Lubrizol besitzt einen ähnlichen Wettbewerbsvorteil wie der Hidden Champion Wilhelm Schulz, welcher von Warren Buffett wie folgt definiert wird:

"Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es hier wahrscheinlich einen ordentlichen Schutzgraben gibt. Sie haben jede Menge Patente, aber noch wichtiger ist, dass sie eine Verbindung zu den Kunden haben."
Quelle: Griffin(2016): Charlie Munger: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen S. 193.

All das sind gute Gründe für die Eingliederung in das Buffett Tochterunternehmen Precision Castparts und diese Wettbewerbsvorteile bieten gute Ansätze, um Synergien für Berkshire Hathaway zu heben.


Quelle:
www.Bundesanzeiger.de (abgerufen am 21.02.2017)
www.welt.de/wirtschaft/article161448864/Was-sieht-Buffett-in-der-Wilhelm-Schulz-GmbH-aus-Krefeld.html (abgerufen am 21.02.2017)


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