Was haben wir von Familienunternehmern gelernt?

Familienunternehmer - Rückblick im ersten Halbjahr 2017

Sortiert nach Themen: 

Unternehmenswert 

„Sie müssen unterscheiden, was ein Unternehmen wert ist und was man auf der hohen Kante hat. Den Wert will ich nicht versilbern.“ Claus Hipp 
"Wir sind ein börsennotiertes Unternehmen mit dem Charakter einer Familiengesellschaft." Jungheinrich AG
„Hermle wird zwar Federn lassen müssen, aus der bevorstehenden Konsolidierung der Branche aber als Sieger hervorgehen.“ Stefan Maichl über Hermles Position in der Krise
Familienunternehmen zeichnen sich durch einen Wert aus, der sich nicht kurzfristig abschätzen lässt. Durch eine langfristige Denkweise und eine gute Bonität zeigt sich der wirkliche Wert des Unternehmens erst in der Zukunft.

Nachfolge 

"Mir war bewusst, dass ich als 29-Jähriger den Vorstand eines börsennotierten Unternehmens vor allem deshalb übernehme, weil ich der Sohn bin. Es galt, mich zu beweisen. Das sorgte für Bodenhaftung." Per Ledermann Nachfolger der Edding AG
„Es kann nur ein Externer die operative Verantwortung haben.“ Wolfgang Porsche über Konflikte in der Porsche Familie
"Als ich anfing, dachte ich, ich müsste überall mit drinstecken, unter jeden Stein gucken. Mit der Zeit lernt man, dass man fürs Unternehmen wertvoller ist, wenn man sich nicht zu tief ins Operative begibt, sondern nur da, wo es nötig ist, hilft. Die Mitarbeiter wissen, dass ich eine offene Tür habe." Per Ledermann Nachfolger der Edding AG

Übernahme und Expansion

„Wir sind davon überzeugt, dass auch chinesische Kunden großes Interesse an der Qualität und den günstigen Preisen haben, die wir ihnen bieten können" Christopher Schwaiger, Landesgeschäftsführer China Aldi
"Ich sehe viele neue Chancen. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass wir an der einen oder anderen Stelle mehr Freiheitsgrade bekommen." Karl-Thomas Neumann Opel-Chef nach der Übernahme durch PSA
„Eine Firma kann sich nicht globaler Player nennen, wenn sie keine starke Position in den USA hat“ Ernst Tanner - Lindt Chef

Marktentwicklung 

„Zu viele Menschen glauben ihren eigenen Pressemitteilungen. Messt Erfolg nicht an Berichterstattung, sondern ökonomischem Einfluss. […] Betreibt ein Start-up wie eine Bäckerei: Backt am Morgen, verkauft über den Tag und zählt die Einnahmen in der Nacht! […] Fürchtet euch nicht davor, im Dreck zu leben. […] Geht zu McKinsey, wenn ihr gescheitert seid. Warum vorher? Jetzt seid ihr jung. Ihr solltet glücklich sein. Gott hat euch das Internet gegeben!“ Oliver Samwer Chef, Geschäftsführer Rocket Internet



Einstellung und Verantwortung 

„Stolz ist ein ganz dummes Wort. Stolz bringt Hochmut mit sich, Überheblichkeit. Ich reagiere allergisch auf das Wort Stolz.“ Erich Sixt, Chef der Autovermietung Sixt
„In jeder Schweißnaht, jedem präzise gebogenen Blech, jeder parametrischen Planung, in Gehäusen, in der Medizintechnik und in der Kunst steckt unser Anspruch, mit Metall Erlebnisse zu schaffen“ Uwe Arnold, Chef der Arnold AG über die Unternehmenseinstellung
"Das war aus Verantwortung für die Stadt Hamburg." Klaus-Michael Kühne nach der Übernahme und Rettung von Hapag Loyd

Unternehmensgeschichte  




weitere interessante Beiträge


Bettina Würth die Schraubenkönigin Deutschlands


Wir blicken auf ein sehr interessantes und lehrreiches erstes Halbjahr 2017 zurück. Seit zehn Monaten konnten wir durch unsere Recherchen viel über die Einstellungen und Denkweisen von Unternehmern und Investoren lernen. Durch die Einblicke in erfolgreiche Familienunternehmen die schon seid mehreren Generationen bestehen, konnten wir die Sichtweise eines Familienunternehmers auf ein Investment veranschaulichen. Die Kombination aus Unternehmer und Investoren bietet das größte Potenzial für erfolgreiches Investieren.

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Wir danken unseren Lesern, dass Sie dieses Interesse mit uns teilen und die Beiträge mit befreundeten Investoren- sowie Unternehmer teilen und diskutierten!

Quellen: 
https://www.trumpf.com/de_DE/unternehmen/trumpf-gruppe/meilensteine-in-der-trumpf-geschichte/epoche-2013-heute/ (Stand: 27.06.2017)
http://www.zeit.de/2016/30/kuehne-nagel-geschichte-nazi-zeit
https://www.hermle.de/de/investor_relations/zahlen_fakten/unternehmenskennzahlen
https://www.arnold.de/de/ueber-uns#zahlen (Stand: 14.05)

Wie von der ETF-Blase mit Familienunternehmen profitieren?

Blasenbildung bei ETFs

die Massen investieren wieder

Als langfristige Kapitalanlage auf einen etablierten Index sind voll replizierende ETFs geeignet, weil sie eine sehr kostengünstige Gebührenstruktur bieten. Das hat auch die Finanzwelt für sich erkannt und lässt jetzt Indizes und ETFs (Exchange Traded Fund) fast wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Nachfrage gibt ihnen bisher Recht, denn es werden mittlerweile über 3400 Milliarden US-Dollar über ETFs investiert (allein in diesem Jahr schon über 130 Milliarden US-Dollar). Mit anderen Worten: Die Massen beginnen wieder zu investieren, was bekanntlich in der Geschichte meistens kurz vor einer Blase passiert.

Die Gefahr ist natürlich da, wenn das Kapital nur über einen kurzfristigen Horizont angelegt wird. Wenn die überbewerteten Aktienindizes korrigiert werden und die unerfahrenen Privatinvestoren in dem Moment der Angst verkaufen wollen, fällt der ETF-Preis überproportional (insbesondere bei illiquiden Aktien- und Anleihenmärkten). Denn ein voll replizierendes ETF legt das Geld in Aktien an und ein großes Volumen hat einen kurstreibenden Einfluss auf den Aktienmarkt. Auch der Vater der ETF- Industrie John Bogle betrachtet vor allem das "exzessive Trading" der ETFs mit Sorge. Er spricht davon, dass diese Anteile viel öfter die Hand wechselten als normale Aktien. Aus unserer Sicht ist das auch auf die günstige Kostenstruktur zurückzuführen, was noch weniger Anreize zum langfristigen Investieren schafft, sondern das kurzfristige Spekulieren fördert.

Wie können Value Investoren profitieren und sich vor der Blase schützen?


Eines unserer Argumente für Familienunternehmen ist die irrationale Preisbildung.

Bei Familienunternehmen kommt es immer darauf an, welche Aktiengattung im Index gelistet ist. Diese Aktiengattung hat meist einen höheren Preis zu ihren fundamentalen Wert.

Verdeutlicht an Beispielen:

Die BMW Vorzugsaktien handelt zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,5 und einer Dividendenrendite von 4,8 %. Dem gegenüber handelt die BMW Stammaktie zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 7,5 und einer Dividendenrendite von 4,2 %, weil sie sich im DAX 30 befindet. Eine Differenz von rund 0,6% Rendite bei der Dividendenausschüttung, das entspricht fast einen kompletten Tagesgeldzins.

Henkel: Die im DAX notierte Vorzugsaktie besitzt einen KGV von 24,7 und eine Dividendenrendite von 1,3%. Bezüglich der Stammaktien kann man einen KGV von 21,6 und eine Dividendenrendite von 1,5% niederschreiben. Also der Vorzugsaktienbesitzer hat kein Stimmrecht und erhält auch nicht als Ausgleich eine höhere Dividendenrendite, sondern nur eine leicht höhere absolute Dividende je Aktie.

Ähnliches Spiel bei Fuchs Petrolub:

Seit 2008 ist die Vorzugsaktie im MDAX und wird aktuell mit einem KGV von 25,7 gehandelt, hingegen die günstigere Stammaktie mit einem KGV von 22,4, eine enorme Differenz.



Der höhere Preis kommt unter anderem durch das nicht intelligente Nachzeichnen verschiedenster Indizes durch ETFs. Wir als fundamental orientierte Investoren schauen uns natürlich an, was wir an Wert für den Preis bekommen. Falls der Gewinn je Aktie und das Eigenkapital je Aktie bei den verschiedenen Aktiengattungen fast identisch ist, spricht aus unserer Sicht nichts dagegen die Aktie mit dem geringeren Preis zu bevorzugen. Denn ein geringerer Einstiegspreis führt bei der zukünftigen Ertragskraft zu einer langfristig höheren Rendite als in der anderen Aktienklasse.

Automatisch minimiert sich dann auch der Einfluss von ETFs und so auch die Auswirkungen der ETF-Blase, weil in den günstigeren Aktien langfristige Investoren wie die (Gründer)- Familie beteiligt sind.

In der Regel befinden sich die liquidesten Aktiengattungen in den Aktienindizes, deshalb sollte man die andere Aktiengattung vorsichtig handeln.


Quelle:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/219372/umfrage/weltweit-in-etfs-verwaltetes-vermoegen-seit-1997/
https://www.fondsdiscount.de/magazin/news/etf-rekordzufluesse-steigern-gefahr-einer-aktienmarkt-blase-2509/
http://boerse.ard.de/anlagestrategie/geldanlage/etf-boom-ohne-ende100.html
https://www.bloomberg.com/quote/BMW3:GR
https://www.bloomberg.com/quote/BMW:GR
https://www.bloomberg.com/quote/HEN3:GR
https://www.bloomberg.com/quote/HEN:GR



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Was sollte man mit Net Cash machen? Umfrage!

Net Cash hat Vor- und Nachteile


Im ersten Beitrag im Monat Juli haben wir uns versucht, mit dem Vor- und Nachteilen von Net Cash auf der Bilanz auseinanderzusetzen. Wenn der Kassenbestand die Netto-verbindlichkeiten übersteigt, bietet es Vorteile, wie Flexibilität, Unabhängigkeit und Krisenpuffer aber auch Nachteile, wie geringe Renditen, ineffiziente Kapitalnutzung, Währungs- und Inflationsrisiko. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf  Vollständigkeit, deshalb wollen wir in Erfahrung bringen, was Sie, als CEO, mit den Net Cash machen würden?

Was sollen die Unternehmen mit Net Cash machen?


Was mit Net Cash machen?

Wir wollen mal schauen, wie die Meinung der deutschen Value Investoren zu diesem Thema ist.
Was sollen Unternehmen, die in ausreichender Nettoliquidität schwimmen mit diesem Geld machen?

Sollen die Unternehmen Dividendenausschüttungen vornehmen?

Sollen  Sie Aktien zurückkaufen?

Sollen die Unternehmen Übernahmen tätigen?

Sollen die Firmen Ruhe bewahren, auf den Cash-Berg sitzen bleiben und antizyklisch investieren?

Die Umfrage befindet sich am rechten Rand.

Erfolgsrezept: Unternehmer im Familienunternehmen am Beispiel Rational AG und Edding

Edding und Rational AG: Unternehmertum als Erfolgskonzept


Jedes Geschäftsmodell kann durch disruptive Ideen und Technologie an immensen Wert verlieren oder sogar zerstört werden. Wie schützt man sich als Unternehmen vor dem negativen Einfluss? Und wie sorgt man dafür, dass das Familienunternehmen noch weitere Dekaden besteht und floriert?
Familienunternehmen über Dekaden  floriert

Aus unserer Sicht hat man nur eine Chance,  nämlich dann wenn man Innovationsbereitschaft und Unternehmertum in der Firmenkultur verankert und dafür sorgt, dass auch normale Arbeiter wie Unternehmer und Innovatoren denken. Die Familienunternehmen Edding und Rational AG haben das Unternehmertum in ihre Firmenphilosophie integriert und wie?

„U.i.U.®-Prinzip“ (Unternehmer im Unternehmen) von der Rational AG


Das RATIONAL U.i.U.®-Prinzip bedeutet: Jeder Mitarbeiter arbeitet in seinem Bereich wie ein selbstständiger Unternehmer.
Das führt zu effizienten Arbeitsmethoden, ständigen Weiterentwicklungen der Arbeitsprozesse und besseren Entscheidungen, welche auch der Mitarbeiter verantwortet.

Die Führungskräfte von Rational verstehen sich als Erste unter Gleichen, ermöglichen es jedem Mitarbeiter, auf Augenhöhe zu agieren und frei seine Meinung zu äußern.
Das sorgt für ein besonderes Arbeitsklima. Genau deshalb sind auch 94% der Mitarbeiter stolz für das Unternehmen zu arbeiten. Das schafft die Grundlage zur bestmöglichen  Weiterentwicklung der Mitarbeiter und der Firma.




"eddi-preneurship" das Unternehmertum von edding


Ob in der Universität, in der Bibliothek, im Büro oder auf Tagungen: Wenn man Wichtiges markieren oder visualisieren möchte, wird nach einem edding gefragt. Jedoch nimmt die Nachfrage in der zunehmenden digitalen Welt ab.
Das macht es natürlich sehr wichtig für edding neue Produkte wie legamaster e-board (interaktives Touchboard-System mit Multitouch-Funktion) zu lancieren und so auch das edding Geschäft zu kannibalisieren. Was hilft dabei?

Die "eddi-preneurship" dieser eigene Begriff ist abgewandelt vom amerikanischen "entrepreneurship", welches für Unternehmertum steht. 
"eddi-preneurship" signalisiert den Mut, Dinge anders zu machen. Ein Beispiel:
Als Edding startete,  hatte das Unternehmen keinen eigenen Vertrieb, sondern nutzte die Vertriebswege der gegenwärtigen Wettbewerber. Eine gute Weitsicht und eine eigene Denkweise verhalf dazu, die eigene Marke zu kreieren und hilft jetzt auch neue Geschäftsfelder wie zum Beispiel Nagellack zu erobern.

Co Gründer Volker Detlef Ledermann zum Thema Mitarbeiterorientierung und Betriebsklima: 
"Eine gewisse Offenheit, ja fast eine gewisse Freundschaft, sind sehr wesentlich. Das hilft im Umgang miteinander. Meinungen setzen sich bei uns nicht mit Befehlskraft, sondern mit Überzeugungskraft durch."
Quelle: http://www.edding.com/de/unternehmen/marke/55-jahre/freude-bei-der-arbeit/  (abgerufen 09.07.17)

Fazit zum Unternehmer im Familienunternehmen 


Als Investor sollte man das Geschäftsmodell, Perspektiven und Bewertungen betrachten. Jedoch auch vermehrt auf die Unternehmenskultur insbesondere auf die Innovation und das Unternehmertum Wert legen.


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Quelle

https://www.rational-online.com/de_de/Unternehmen/%C3%9Cber_uns/Unternehmensphilosophie (abgerufen 09.07.17)
http://www.edding.com/de/karriere/willkommen/ (abgerufen 09.07.17)
http://www.edding.com/de/unternehmen/marke/55-jahre/familienunternehmen/ (abgerufen 09.07.17)
http://www.legamaster.com/de/produkte/produkt/interaktive-produkte/e-board-interaktive-whiteboards/e-board-touch-87-hybrid-8713797069885/ (abgerufen 09.07.17)
http://www.edding.com/de/unternehmen/marke/55-jahre/freude-bei-der-arbeit/  (abgerufen 09.07.17)

Buffett mag hohe Return on invested Capital (RoIC). Warum?

Warren Buffett ist ein Freund hoher Renditen auf das investierte Kapital

"We like stocks that generate high returns on invested capital where there is a strong likelihood that it will continue to do so. For example, the last time we brought coca-cola, it was selling at about 23 times earnings. Using our purchase price and today's earnings, that makes about 5 times earnings. It's really the interaction of capital employed, the return on that capital and future capital generated versus the purchase price today."  
Quelle: Bloch(2015): My Warren Buffett Bible, S.76.

Die Ausführungen von Warren Buffett zeigen schon deutlich, wie starkt die Rendite auf das investierte Kapital (returns on invested capital) auf den Investmenterfolg wirken kann. Nun wollen wir ergründen und hinterfragen, wie es heute bei der Berkshire-Beteiligung Coca Cola aussieht. Im Artikel über das Aktien-Anleihe-Prinzip haben wir das Beispiel Coca-Cola bereits thematisiert.
hohe Renditen auf das investierte Kapital

Wohin können hohe Renditen auf das investierte Kapital führen?


Warren Buffett konnte den Getränkehersteller Coca-Cola Ende der 1980er-Jahre zu einem Einstiegskurs von 6,5 US-Dollar, um den Aktiensplit bereinigt für 3,2475 US-Dollar je Aktie erwerben. Er sah damals schon die hohen Renditen auf das investierte Kapital und konnte auf Grund des Wettbewerbsvorteils von Coca-Cola, sprich der unfassbar starken Marke, mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die hohen Renditen auf das investierte Kapital beibehalten oder ausgebaut werden.
Mittlerweile liegt der Gewinn je Aktie bei 1,91 US-Dollar im Geschäftsjahr 2016, das entspricht dem rund 1,7-fachen des Einstiegspreises und einer Gewinnrendite von  58,8 % auf den bereinigten Einstiegskurs. Das ist ein Wahnsinnsresultat des langfristigen Investierens wegen einer kontinuierlich hohen Rendite auf das investierte Kapital. Ein Grund mehr, sich dem Thema in naher Zukunft noch etwas intensiver hinsichtlich der Unternehmensbewertung zu widmen.

Was haben wir von Value Investoren gelernt?

Value - Investoren Rückblick im ersten Halbjahr 2017


Was haben wir von Value Investoren gelernt?

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Geldanlage und Spekulation


Die Definition eines Kapitalanlegers von Kostolany
"Der Anleger ist das Gegenteil des Spielers. Er kauft Aktien und hält sie über Jahrzehnte als Altersvorsorge oder Aussteuer für die Kinder oder Enkel. Die Kurs schaut er sich nicht einmal an. Sie interessieren ihn nicht. Selbst stärkere Einbrüche sitzt er aus. Das Kapital. das er langfristig in Aktien anlegt wissen will, bleibt in Aktien investiert. Er unternimmt überhaupt keinen Versuch, in Schwächephasen den Aktienanteil seiner Anlagen zu reduzieren. [...] Und in noch einem anderen Punkt ist der Anleger das genaue Gegenteil des Börsenspielers, Während der Spieler auf lange Sicht immer verliert, gehört der Anleger, egal wann er in die Börse einsteigt, langfristig zu den Gewinnern. Zumindest war dies in der Vergangenheit immer so, denn Aktien haben in ihrer Gesamtheit nach einem Krach immer wieder neue Rekordkurse erreicht.

"Es ist bemerkenswert, welche langfristigen Vorteile sich Leute wie wir verschaffen, indem sie versuchen, konsistent nicht dumm zu sein statt besonders intelligent. Es muss eine gewisse Wahrheit in dem Sprichwort liegen, dass es immer die besten Schwimmer sind, die ertrinken." so Value Investor Charlie Munger.

"Sachwerte werfen keine Rendite ab. Deshalb eignen sie sich als Anlagewerte nicht, es sei denn, man befindet sich in einer Hyperinflation. Das Gleiche gilt auch für Anlagen in Rohstoffe. Selbst bei Aktien mit ihren insbesondere heute nur geringen Dividenden erzielt der Anleger bei der Wiederanlage der Erträge durch den Zinseszinseffekt automatisch einen Wertzuwachs. Für Anleihen gilt dies ohnehin. Während bei der Aktie die Aktiengesellschaft und bei der Anleihe der Emittent (Staat oder Unternehmen) mit dem Geld arbeiten, liegt es in Sachwerten brach. Deshalb kann man mit Sachwerten allenfalls spekulieren." weiß Kostolany


Intrinsische Wert von Unternehmen:

"Nur ein starkes Gefühl für den Wert gibt einem die Disziplin, die man braucht, um bei einer hoch bewerteten Anlage Gewinne mitzunehmen, obwohl jeder glaubt, dass sie weiter steigen wird. Das Gleiche gilt für den Mut, in einer Krise an einer Position festzuhalten und den Einstandskurs mit Nachkäufen zu senken, wenn die Kurse jeden Tag weiter fallen. Damit die Bemühungen in diesem Bereich profitabel sind, muss Ihre Einschätzung des Wertes natürlich korrekt sein." so Value Investor Howard Marks

Laut Charlie Munger gibt es:

“zwei Arten von Unternehmen: Die erste verdient 12 Prozent, die man am Ende des Jahres aus ihnen herausnehmen kann. Die zweite Art verdient ebenfalls 12 Prozent, aber all das verdiente Geld muss wieder investiert werden - es gibt nie freies Cash. Das erinnert mich an den Mann, der sich all seine Maschinen anschaut und sagt: “Das ist mein gesamter Gewinn.“ Wir hassen diese Art von Unternehmen.“

Börsenlogik:


“An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1. Man muss nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten.“ von Kostolany
“Eine Sache - die interessant ist und über die die Menschen nicht genug nachdenken- werden Sie bei den meisten Unternehmen und den meisten Menschen feststellen: Meistens erwischt einen das Leben am schwächsten Punkt. Die nach meiner Erfahrung größten Schwachpunkte: Ich habe mehr Menschen gesehen, die wegen Alkohol und Hebeln gescheitert sind - wobei Hebel geliehenes Geld sind.“ so Value-Investor Warren Buffett


Auswirkung der Zinsanhebung

"Wenn wir wieder bei Zinssätzen ankommen, die normal sind, sehen diese Aktienpreise hoch aus. Wenn die Zinssätze auf diesem Niveau bleiben, sehen Aktien billig aus." so Warren Buffett

weitere Beiträge:


Mit der 72er Regel den Verdoppelungszeitraum von Kapital sowie Umsatz und Gewinn ermitteln.


Das Aktien-Anleihe-Prinzip: Buffetts Weg zum Reichtum​


Höheres Risiko ist gleich höhere Rendite! Stimmt nicht, warum?

Weitere lehrreiche Beiträge befinden sich auf der Seite:

Was haben wir gelernt?

Königsinvestor 2017: Was haben wir gelernt?


Wir blicken auf ein sehr interessantes und lehrreiches erstes Halbjahr 2017 zurück. Seit zehn Monaten konnten wir durch unsere Recherchen viel über die Einstellungen und Denkweisen von Unternehmern und Investoren lernen. Wir erfuhren viele neue Dinge über Investmentstrategien, die unser Leben als Investor nachhaltig prägen und langfristig große Erfolge gewährleisten.

Wir danken unseren Lesern, dass Sie dieses Interesse mit uns teilen und die Beiträge mit befreundeten Investoren- sowie Unternehmer teilen und diskutierten!

Quelle:

Griffin(2016): Charlie Munger, Ich habe dem nichts hinzuzufügen.
Kostolany(2015): Die Kunst, über Geld nachzudenken,
Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen.

Warum haben einige Familienunternehmen Net Cash?

Die Net Cash-Position ist eine Festung für Familienunternehmen


Bei einigen Familienunternehmen übersteigt das Geld in der Kasse die Netto- Finanzverbindlichkeiten um mehrere Millionen oder Milliarden. Warum setzen die Familienunternehmen auf eine ausreichende Nettoliquiditäts- Position?
Der Mehrheitseigner Johann Rupert vom Schweizer Luxusgüterhersteller Compagnie Financière Richemont äußerte sich gegenüber der Zeitschrift Finanz und Wirtschaft:
“Ich habe in meinem Leben zu viele Katastrophen gesehen. Die Cashreserven sind unsere Festung.“

Herr Rupert ist mit seiner Zuneigung zur Net Cash Position nicht alleine. Auch Unternehmen wie Fuchs, Schindler, Kühne und Nagel, Metall Zug, Atoss Software, Berthold Hermle, L'occitane und Edding sitzen ebenso auf einem Cash-Berg.


Was sind Vorteile der Net Cash Position?


- Reserven für die Krise zur Qualifikation von Mitarbeitern und zur Investition in neue Bereiche

- Möglichkeit zur Übernahme von kriselnden Unternehmen zum günstigen Preis

- Prüfung von Übernahmen bis die Preisvorstellungen übereinstimmen

- Ergänzungsinvestition zur Stärkung der Marktstellung

- keine Abhängigkeit von Banken

- geringerer Einfluss der gegenwärtigen Darlehenzins-entwicklung

- Flexibilität bei Ausschüttung und Aktienrückkauf für Aktionäre, langfristige Investoren profitieren von regelmäßigen Sonderdividenden und Aktienrückkäufen (falls ausreichender FreeFloat vorhanden)

- Vermeidung von Existenznot im zyklischen Tief
Net Cash bei Familienunternehmen

Was sind die Nachteile der Net Cash Position?


- ineffiziente Kapitalnutzung

- niedrige Eigenkapitalrendite

- Negativzinsen reduzieren das Kapital

- Währungs- und Inflationsrisiko

- das Management wirkt im ersten Moment ideenlos





Einige Familienunternehmen mit viel Netto- Liquidität haben gering kapitalintensive Geschäftsmodelle und erzeugen hohe Free Cashflows. Die stabilen Cashflows in Verbindung mit der stabilen Bilanz mit Net Cash bringen die Unternehmen in eine Luxusposition während einer Krisenphase und sorgen dafür, dass ausgewählte Familienunternehmen langfristige Überrenditen für ihre Anteilseigner schaffen.

Ähnlich wie es der Haribo Chef Hans Riegel handhabt:
„Alles, was wir tun, wird aus dem laufenden Geschäft finanziert. Und wir würden uns auch bei einer größeren Übernahme sehr schwer tun, dafür einen Kredit aufzunehmen“


Quelle: Welt

Schmocker(2017): Schweizer Unternehmen schwimmen im Geld, FuW

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