Wird man mit Ben Graham Tools ein guter Growth-Investor?

Growth-Investoren werden besser durch Grahams Ansätze


Ben Graham hat im nachhinein gutes oder evtl. sogar das meiste Geld seiner Karriere mit einem Growth-Investment erzielt. Er setzte auf den Versicherer Geico und verdiente ordentlich Geld damit. Wie er  Growth-Investments auswählte und bewertete, schauen wir uns heute an.

Zusammenfassung / Lessons Learned des Beitrags


  • Ben Graham hat Methoden zum Filtern von guten Wachstumsunternehmen und zum Bewerten von Growth-Investments entwickelt.
  • Die 10 Graham & Rea Regeln teilen sich in die Kategorien Preis und Qualität. Dadurch wird das Kapitalverlustrisiko reduziert und auch heute noch Überenditen erzielt
  • Durch eine einfache lineare Bewertungsformel werden dumme Exzesse und Modethemen vermieden.  
  • Growth- und Value Investoren können von Ben Graham lernen, denn zum intelligenten Investieren gehören immer auch konservative Wachstumsannahmen dazu. Mit den Methoden von Ben Graham kann man die Renditen steigern und die Wahrscheinlichkeit des Kapitalverlustes reduzieren

Alles auf Basis seiner seiner Definition vom intelligenten Investieren:

"Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse
in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluss daran eine zufriedenstellende Rendite steht"

Es stimmt, dass die Sicherheit aus seiner Sicht größer war, als er auf Unternehmen mit starker Bilanz und einem Abschlag auf die Netto-Vermögenswerte setzte. Meistens waren die schnell liquidierbaren Vermögenswerte abzüglich der finanziellen Verbindlichkeiten mehr Wert als der Kaufpreis für Ben Graham. Das Risiko war gering. Er konnte das Management überreden, nicht benötigtes Kapital auszuschütten und bekam dadurch schnell eine gute Rendite. Das gibt es heute leider nur noch sehr sehr selten.

Dennoch sollten wir die Lehren von Ben Graham nicht zur Seite schieben, sondern im Detail betrachten. Wir können von ihm lernen und bessere Growth-Investments in Zukunft tätigen.





Welche Tools sollten Growth-Investoren von Ben Graham abschauen?


Ben Graham, der Lehrmeister von Warren Buffett, hat Methoden zum Filtern von guten Wachstumsunternehmen und zum Bewerten von Growth-Investments entwickelt. Die Anwendung dieser Methoden bringen heute noch Überrenditen. Warum erfahren Sie jetzt:

Wie finde ich starke Growth- Investments?


Nach welchen Investment- Eigenschaften sollte man als intelligenter Investor Ausschau halten?

  • Stabiles Wachstum auch von den Gewinnen und Free Cashflows
  • gesunde Bilanz, damit es nicht beim nächsten Wachstumsschritt zur Verwässerung der Aktien kommt
  • ein guter Preis, denn man will das Unternehmen nicht in der absoluten Euphorie kaufen, sondern einen guten Preis bekommen und langfristig starke Renditen erzielen.



Die Zielsetzung klingt plausibel und Ben Graham hat die 10 Graham&Rea Regeln  dafür entwickelt.
Adrian Lechtleiter und Philipp Lütolf in der Finanz und Wirtschaft haben ebenfalls bewiesen, dass die Ergebnisse dieses Screens von Graham &Rea immer noch deutliche Überrenditen bringen.



GRAHAM & REA REGELN trennen die Spreu vom Weizen


Die 10 Regeln teilen sich in die Kategorien Preis und Qualität.

Der Preis macht den Unterschied: Graham & Rea Screening


Der Preis bestimmt das Risiko. Die wichtigsten Regeln zum Thema Preis sind wie folgt formuliert:


Regel 2:
Das gegenwärtige Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sollte weniger als 40% des höchsten KGVs des Unternehmens der letzten fünf Jahre darstellen. Damit soll eine Unterbewertung herausgefiltert werden.


Regel 4:
Der Kurs je Aktie sollte nicht mehr als 2/3 des materiellen Buchwertes je Aktie, also dem Eigenkapital abzüglich immaterieller Vermögenswerte (wie Goodwill) je Aktie, betragen.





Die vollständigen fünf Regeln finden Sie im Beitrag Graham&Rea und diese sorgen für die zufriedenstellende Rendite eines Investments in Grahams Sinne. In der Praxis muss man ein paar Sachen beachten.

Einige Regeln sind gegenwärtig durch die Niedrigzinspolitik gut zu erreichen und der Buchwert je Aktie ist durch Aktienrückkäufe und technologiebasierte Geschäftsmodelle nicht bei jeder Firma eine belastbare Bewertungsgröße.

Also sollte man die Ergebnisse der Auswahlkriterien nochmal durch moderne Verfahren, wie der Gewinn- und Free Cashflow-Rendite ergänzen.

Sicherheit steht immer im Mittelpunkt


In weiteren fünf Regeln hat Graham & Rea die Sicherheit des Investments gecheckt.
Die wichtigsten Regeln sind:

Regel 6:
Das Fremdkapital sollte nicht 2/3 des Eigenkapitals, also 2/3 des Buchwertes, übersteigen.

Regel 8:
Das Fremdkapital sollte geringer sein als das Doppelte des Netto-Umlaufvermögens.

Regel 9:
Das Gewinnwachstum sollte über eine Dekade mindestens durchschnittlich 7 % betragen.

Diese Qualitätskriterien reduzieren die Wahrscheinlichkeit für den Kapitalverlust und filtern durch die Analyse des Gewinnwachstums gute Growth Investments heraus.

Die Graham & Rea Regeln sind eine Art Scoring- System. Erfüllt ein Unternehmen eine Regel, bekommt es einen Punkt zugeordnet. Attraktive Unternehmen im Sinne von Graham und Rea müssen mindestens sechs Punkte bekommen.
Die Familienunternehmen Ems-Chemie, Fuchs Petrolub, De'Longhi und Paul Hartmann erzielten bei diesen Test gute Ergebnisse.
Insgesamt sind die Graham & Rea Regeln eine starke Methode für die Auswahl von Aktien hinsichtlich Qualität und Preis, welche langfristig die Sicherheit des Portfolios steigert und zu Überrenditen führen kann.

Wie bewerte ich Wachstumsunternehmen?


Viele Growth Investoren sind nicht geschützt vor dummen Exzessen, Modethemen oder Bewertungsmethoden mit 100ten Annahmen, welche am Ende das Ergebnis nicht nachvollziehbar gestalten.  Deshalb kann es jederzeit zum Kapitalverlust kommen. Ben Graham betonte die Sicherheit und wollte einen schmerzhaften Verlust möglichst vermeiden. Wie? Das erfahren wir jetzt:

Der Ur-Vater des Value Investings Benjamin Graham hat eine einfache lineare Funktion für die Bewertung von Wachstumsunternehmen erfunden.





Benjamin Grahams Wachstumsformel lautet:



Unternehmenswert / Innere Wert = aktuelle (normale) Gewinne x (8,5+ 2 * erwarteten Wachstumsraten (p.a.))



Quelle: Graham (2016): Intelligent Investieren: Der Bestseller über die richtige Anlagestrategie, S. 315.

Zur Berechnung des Inneren Wertes eines Wachstumsunternehmens braucht es nur eine Wachstumsannahme. Wie entwickelt sich der Gewinn je Aktie in den kommenden Jahren. Dafür kann man sich am Ausblick des Managements, den Wachstumsraten der Vergangenheit und der eigenen Einschätzung des Unternehmens und des Marktes orientieren.

Das Wachstum fließt über die erwartete jährliche Wachstumsrate in die Funktion (8,5+2* Wachstum in %) ein.
Als erwartete Wachstumsrate wird eine Rate angegeben, welche in den nächsten sieben bis zehn Jahren erreichbar erscheint.

Auch diese Formel ist sehr konservativ geprägt, deshalb kann man als Growth Investor damit sehr erfolgreich sein.

Generell gilt:
wenn ein Unternehmen mit Wachstumsraten von über 8 % im Jahr diese Steigerung des Gewinns unendlich weit in die Zukunft fortschreiben kann, wäre der Unternehmenswert auch unendlich hoch.

In der Praxis können hohe Wachstumsraten in der Regel nur eine bestimmte Zeit fortgesetzt werden, weil der Markt irgendwann gesättigt ist oder die Konkurrenz von dem attraktiven Markt angezogen wird. Sollte es doch zu dem Fall kommen, dass sich die Gewinnwachstumsraten realisieren, könnte der Investor auf einen ansehnlichen zusätzlichen Gewinn zugreifen.

Wird man ein starker Growth-Investor mit den Tools von Value-Investing-Vater Ben Graham?


Ja,  Growth- und Value Investoren können von Ben Graham lernen, denn beim intelligenten Investieren sollte man in der Erfolgsformel auch immer Wachstum berücksichtigen. Mit den vorgestellten Methoden lassen sich die Renditen steigern und das Risiko eines Kapitalverlusts vermeiden.


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