Buffett entwickelte den heiligen Gral des Investierens. Warum?

Dank Benjamin Graham entwickelte Buffett den Heiligen Gral des Investierens.


Was war der Ursprung von Buffett's Investment Methode?


In seiner Zeit bei Benjamin Graham hatte Buffett bei einem der besten Value Investing Lehrmeister studieren dürfen. Dieses Studium verhalf ihm dabei, die Schwächen von Benjamin Graham zu analysieren. Benjamin Graham konnte schon auf hervorragende Investmentrenditen zurückschauen, dennoch unterliefen ihm einige Fehler oder Tätigkeiten, welche die Performance minderten. Und weil man ja bekanntlich aus Fehlern am meisten lernt, schaute sich Warren Buffett die Fehler seines Lehrmeisters genauer an und probierte sie zu verbessern.

Was waren die Fehler von Benjamin Graham?


Benjamin Graham kaufte eigentlich alle Unternehmen, egal ob von guter oder schlechter Qualität, wenn der Preis nur günstig genug war und er in seinen Augen einen Abschlag zum inneren Wert erhalten konnte. Das führte dazu, dass auch einige Unternehmen mit minderer Qualität nicht zu ihrem Inneren Wert zurück kehrten oder bei denen sogar die Insolvenz nicht aufzuhalten war.

Weil die Investmentqualität dieser Unternehmen oder deren Geschäftsmodelle wirklich schlecht und nicht vorhersagbar waren, ließen sich Totalverluste nicht vermeiden. Diese Totalverluste im Portfolio ärgerten vor allem Warren Buffett sehr.
Denn seit seiner Jugend hatte er zwei Lektionen gelernt:
Verliere niemals Geld lautete seine Regel Nummer 1 und Regel Nummer 2, vergiss nicht Regel Nummer 1.


Benjamin Graham war sich diesem Risiko des Totalverlust bewusst, weshalb er seine Investments breit diversifizierte. Durch die breite Diversifizierung mit teilweise über 100 Unternehmen musste er viele Trades vornehmen, die Kosten verursachen und konnte in der Analyse den einzelnen Unternehmen nicht so viel Zeit widmen.

Des Weiteren verkaufte Graham die Unternehmen innerhalb von zwei Jahren wenn sie fielen oder bei einer Rendite von über 50 %. Das gefiel Warren Buffett ebenso wenig. Er beobachtete, dass Kurse weiter stiegen und die Unternehmen sich gut entwickelten nachdem sein Lehrmeister Benjamin Graham auf den Verkaufsbutton gedrückt hatte oder dass Unternehmen, bei denen Graham Verluste realisierte, weiterhin unterbewertet waren und später im Kurs stiegen.

In Buffetts Augen ließ man dadurch ein großes Stück der Rendite auf der Strecke liegen und konnte im Endeffekt nicht die absolut beste Performance erzielen. Der schnelle Verkauf von Unternehmensanteilen führte auch zu einer zusätzlichen Steuerbelastung, die den Erfolg vom langfristigen investieren reduziert. Nach dem Motto:

"Es war, als hätten sie Fahrkarten für eine Zugfahrt gekauft, wären aber lange vor dem Zielbahnhof ausgestiegen, weil sie gar nicht wussten, wohin der Zug fahren würde."

Quelle:Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Untrnehmenszahlen. S. 24.

Was war die Quintessenz aus der Fehleranalyse des Lehrmeisters Benjamin Graham?

Unternehmen mit Burggraben

Es war der Heilige Gral des Investierens. Warren Buffett wollte Unternehmen finden, welche eine ausgezeichnete Rentabilität und Wirtschaftlichkeit haben. Diese Unternehmen sollten ihre Marktstellung durch einen Wettbewerbsvorteil sichern und ausbauen können. Wenn Warren Buffett geduldig auf eine Möglichkeit wartete, ein Unternehmen mit enormen Wettbewerbsvorteil zum günstigen Preis kaufen zu können, musste er nach Erwerb des Qualitätsunternehmens nur noch warten bis das Unternehmen am Markt richtig bewertet wird und es sein langfristiges Potential entfaltet. Durch diesen Ansatz konnte er herausragende Renditen erzielen, wie im Fall Coca-Cola und American Express, welche wir in dem Artikel Aktien-Anleihe Prinzip geschildert haben. 

Was sind die Vorteile von Investitionen in Qualitätsunternehmen zum günstigen Preis?


  • die Verbreiterung der Wettbewerbsvorteile führt zu besserer Wirtschaftlichkeit und der stetigen Steigerung von Gewinn-, Free Cashflow und Dividenden
  • Minimierung des Insolvenzrisikos
  • Risikominimierung, weil man Qualitätsunternehmen zu einem günstigen Preis kauft
  • Gewinnpotenzial steigt, auf Grund des niedrigen Preises im Vergleich zur zukünftigen Ertragskraft
  • Kapitalertragssteuer in die Zukunft verschoben

Gelernt hat Warren Buffett, dass die Zeit ihn steinreich macht, wenn er in Unternehmen mit dauerhaften Wettbwerbsvorteil investiert. Darüber sollten wir nachdenken!

Quelle:Mary Buffett & David Clark (2015): So liest Warren Buffett Untrnehmenszahlen. S. 23-26.



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PSA jetzt zweitgrößter Automobilkonzern in Europa

PSA ein Mitglied der Henokiens, jetzt eines der einflussreichsten Unternehmen Europas

groupe-psa.com

Mit der Übernahme von Opel ist die PSA-Gruppe nun der zweitgrößte Automobilkonzern und damit einer der wichtigsten Unternehmen in Europa. Insgesamt arbeiten im Konzern jetzt ca. 230.000 Angestellte, damit wird ein Umsatz von ca. 70 Mrd. € erreicht. Zu der Gruppe gehören weiterhin das Mutterunternehmen Peugeot und Tochterunternehmen, wie Citroën und Dongfeng. 

Die Unternehmerfamilie Peugeot zeigt sich eher weniger in der Öffentlichkeit. Über die Mitglieder ist eher wenig bekannt. Momentan ist Robert Peugeot der Hauptanteilseigner der Peugeot-Holding und Chairman von PSA seit 2003. Er zählt zu den reichsten Franzosen mit einem Privatvermögen von 4,84 Mrd. €. Die Familienholding hält momentan einen Anteil von 13,7% an PSA. Damit ist sie größter Anteilseigner zusammen mit dem französischen Staat und Dongfeng Motor. Leider hat die Unternehmerfamilie infolge der langen Krise der PSA an Einfluss verloren. Das war der Preis der Rettung des über 200 Jahre alten Unternehmens in der schnelllebigen Automobilwelt durch den chinesischen Autokonzern Dongfeng. Nur durch Zusammenschlüsse  können die Automobilhersteller den Wettbewerbsdruck reduzieren. Der größte Automobilkonzern in Europa bleibt weiterhin Volkswagen.

Investmentpotenzial der PSA


Das zyklische Unternehmen ist momentan mit einen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,5 bewertet. Nach der Wachstumsformel von Benjamin Graham muss das Unternehmen bei so einer Bewertung jährlich um 0,5% im Gewinn wachsen. Wenn dieses Wachstums über einen Zeitraum von 7-10 Jahren gehalten oder übertroffen werden kann, könnte PSA ein plausibles Investment sein. Entscheiden Sie selbst, ob das für dieses Unternehmen auch hinsichtlich autonomes Fahren und neue Antriebe realistisch ist.

Lesen Sie auch die Unternehmensgeschichte von Opel, einem deutsche Traditionsunternehmen.

Interessant ist auch der Club der Henokiens. Lebens Sie "Die Hénokiens - Club der traditionsreichsten Familienunternehmen" für mehr Informationen.
Quelle:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/psa-schliesst-uebernehmen-von-opel-ab-a-1160823.html (Stand: 1.8)
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/peugeot-familie-gruenes-licht-fuer-dongfeng-einstieg/9497742.html (Stand: 1.8)
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/frankreich-die-letzte-schlacht-von-thierry-peugeot-12777273.html (Stand: 1.8)
http://www.henokiens.com/content.php?id=5&lg=en (Stand: 1.8)

Die Möllergroup - Ein 287-jähriges erfolgreiches Familienunternehmen

Der lange Weg der Möllergroup zum Global Player

moellergroup.com

Die Möllergroup ist ein deutsches Mitglied der Henokiens mit einer 287 Jahre andauernden Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen wurde ausschließlich von der Familie geführt und wuchs auf 2300 Angestellte mit mehreren internationalen Standorten. Natürlich gab es in einer so langen Familiengeschichte viele positive, aber auch negative Ereignisse.

Anfänge 


Johann Theodor Möller heiratete 1730 in ein bestehendes Kupferunternehmen ein. Ihm gelang es, innerhalb von 30 Jahren 8 Betriebe zu errichten oder zu kaufen. Der letzte erworbene Betrieb lag in Bielefeld und wurde bekannt unter dem Namen "Kupferhammer". Dieser Betrieb bestand bis 1827, wurde daraufhin von Theodor Adolf Möller in eine Gerberei umgewandelt. Dieser übertrug das Unternehmen an seinen Sohn Friedrich Möller.

Die Söhne von Friedrich, Karl und Theodor, errichteten eine Maschinenfabrik gegen den Willen des Vaters, deshalb kam es nie zu einer Verbindung der beiden Firmen.
K.&Th. Möller ging 1930 in der Wirtschaftskrise in die Insolvenz. Nur die kleine Gerberei überstand die Krise.Theodor Möller war im preußischen Reichstag vertreten und wurde vom Kaiser mit dem erblichen Adel geehrt. Die Unternehmerfamilie durfte sich nun "von Möller" nennen.

Fertigung von Kunststoffteilen 


Man beschloss das Leder der Gerberei weiterzuverarbeiten zu Gummikeilriemen, damit war Möller der erste Hersteller von Kunststoffteilen für Fahrzeuge. Das Familiendenken war im Unternehmen schon sehr stark ausgeprägt. Der Vater von Dr. Peter von Möller starb im Krieg, somit war sein Sohn der direkte Nachfolger im Unternehmen. Mit 16 Jahren wurde Dr. Peter von Möller als Nachfolger des Unternehmens vorgestellt und leitet bis heute das Unternehmen erfolgreich. Der Großvater starb 1961 woraufhin Dr. Peter von Möller die alleinige Führung übernahm.



Internationalisierung 

"In neue Märkte eindringen und Chancen zu erkennen fällt Familienunternehmen leichter als anderen Unternehmen, da eine gewisse Kontinuität vorhanden ist." Dr. Peter von Möller
Die direkte Internationalisierung der Möllergroup begann in Frankreich als zweitgrößten europäischen Markt. Daraufhin folgten schnelle Erweiterungen nach Spanien, Wales, Brasilien und eine Kooperation in Japan. Ein weiterer großer Schritt ist die Erweiterung in Richtung der USA und China.
"Wir werden das 300-jährige Jubiläum mit Sicherheit als Familienunternehmen 2030 erreichen." Dr. Peter von Möller
Quellen: 
http://www.moellergroup.com/de/moellergroup/unternehmensgruppe/historie/
http://www.nw.de/lokal/bielefeld/brackwede/brackwede/20325989_Unternehmer-Peter-von-Moeller-wird-80.html
http://www.moellergroup.com/de/moellergroup/unternehmensgruppe/unternehmen/



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Familienunternehmen mit deutlichen Vorteilen, aber auch Nachteilen

Bei börsennotierten Familienunternehmen gibt es Vorteile, aber auch Nachteile!


Die Vorteile haben wir in der Rubrik: Warum Familienunternehmen bevorzugen? erläutert.
Nun sollten wir uns einmal den eventuell Nachteilen widmen.
Nachteile von Familienunternehmen

Nutzung der Macht im Konzern zur persönlichen Bereicherung


In der Regel hat die Familie des Unternehmens großen Einfluss auf das Management und / oder ist noch im Vorstand tätig. Da dieses Gremium alle wichtigen Entscheidungen trifft, kann es im Worst Case auch für die eigene Bereicherung sorgen. Über Beraterverträge (auch mündlich möglich) können die Gründer oder andere Familienangehörige vom Unternehmen bezahlt werden, ohne eine wirkliche Gegenleistung zu erbringen.
Des Weiteren können Familienangehörige Immobilien der Gesellschaft bewohnen und Personal der Aktiengesellschaft (zur Rasenpflege, Transport usw.) beauftragen oder Autos fahren ohne dafür marktübliche Preise zu bezahlen, solange der Wirtschaftsprüfer und die Aufsichtsbehörden es zulassen.

Familienstreiks können Unternehmen in Gefahr bringen


Familienstreiks insbesondere ums Erbe können sehr lange andauern und das Betriebsklima erheblich negativ beeinflussen. Insgesamt können so Streiks dem Image schaden und eine Geschäftsentwicklung und Strategiefindung der Firma beeinträchtigen. Einige Unternehmen kann es auch in die Insolvenz führen, wenn dadurch noch Finanzierungsprobleme folgen.

Einige bekannte Beispiele und deren Folgen haben wir thematisiert:

Machtkampf in Deutschlands größtem Fleischkonzern 

Der wahre Grund für die Aufspaltung der Metro Group

Familie strebt nach Macht und verlässt den Kompetenzbereich der Firma


Familien werden in der Regel reich und wohlhabend, weil sie ein Geschäft besonders gut können und den Wettbewerber in ihrer Disziplin ausstechen können. Viele Familienunternehmen konzentrieren sich auf ihren Kompetenzbereich und verlassen ihn ungern -wie das auch bei guten Investoren der Fall ist. Jedoch gibt es auch vereinzelt Familien, die nach immer mehr Macht streben und in neue Geschäftsfelder eindringen. Die Gefahr ist groß, dass die Unternehmung nicht erfolgreich ist, da die Expertise und Erfahrungen fehlen oder nur unter hohen Kosten eingekauft werden müssen.

eingeschränkte Kapitalmarktkommunikation und Transparenz


Unternehmen in Familienbesitz ohne großen Kapitalbedarf beschränken sich leider in ihren Publikationen auf Daten und Zusammenhänge, welche vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Sie veranstalten selten Kapitalmarkttage und geben auch keine zusätzlichen Informationen zu Marktstellung, Wettbewerbern usw. Diese Informationen können aber für die Einschätzung des Marktes bedeutend sein und so kann es sehr lange dauern bis ein unterbewertetes Unternehmen zum Inneren Wert zurückkehrt.


Gefahr eines Squeeze- out zu schlechten Konditionen für die Kleinaktionäre


Bei Unternehmen mit einem Ankeraktionär, welcher durch ständige Zukäufe auf einen Anteil von 90-95% zugeht, besteht die Gefahr, dass dieser Ankeraktionär einen Squeeze-out durchführt. Bei einen Squeeze-out wird das Unternehmen von der Börse genommen und ein Ausschluss der Kleinaktionäre durchgeführt. Die Gründe liegen auf der Hand: Durch einen Börsen-Abgang verringern sich Verwaltungs-, Publikations und Rechtsaufwand. Darüber hinaus wird der Ankeraktionär einen Squeeze-out anstreben, wenn er das Unternehmen für signifikant unterbewertet hält oder die Kurse auf Grund einer Krise kurzfristig nach unten gehen. Die anderen Aktionäre erhalten einen Aufschlag auf den Marktkurs. Dieser kann aber weit vom Inneren Wert entfernt sein und der Kleinanleger verfehlt  seine gewünschte Rendite.

Fazit


Das langfristige Denken und nachhaltige Handeln von Familienunternehmen überzeugt weiterhin. Dazu kommt die Preisentwicklung einer Aktiengattung zu Gunsten des fundamentalen Investors . Dennoch sollte man die Nachteile beobachten und dadurch eine Value Trap vermeiden.

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6 Gemeinsamkeiten erfolgreicher Investoren. Montier Studie Teil 2

Laut James Montier weisen erfolgreiche Investoren 6 Gemeinsamkeiten auf! 


Laut der Studie sind Gemeinsamkeiten von erfolgreichen Investoren:


1. Hohe Portfoliokonzentration

2. Konzentration auf das Wesentliche, nicht auf den Marktlärm

3. Bereitschaft Cash zu halten

4. langfristiger Zeithorizont

5. Überstehen von schlechten Jahren

6. Bereitschaft den Fonds zu schließen


An diesen Merkmalen möchten wir unsere Investments orientieren und stellen Ihnen deshalb diese Merkmale ausführlicher vor. Im ersten Teil des Beitrags 6 Merkmale erfolgreiche Investoren sind wir schon auf die hohe Portfoliokonzentration, die Konzentration auf das Wesentliche, nicht auf den Marktlärm und Bereitschaft Cash zu halten, eingegangen.

Jetzt wollen wir die weiteren Merkmale besprechen. Insbesondere das letzte Merkmal Bereitschaft den Fonds zu schließen, trennt die Spreu vom Weizen. Dieses Merkmal ist leider gegenwärtig sehr selten, denn die Fondsmanager leben von den Gebühren und signalisieren durch das ständige Anwerben von Kapital eine Art Gier, welche nicht im Sinne des Kleinanlegers ist. Denn mit zu viel Kapital reduziert sich die Anzahl der Unternehmen, welche für ein Investment wegen der Handelbarkeit an der Börse in Frage kommen. Insbesondere bei Small Caps findet man noch Bewertungsanomalien, welche erfolgreiche Investoren intelligent nutzen.

4. langfristiger Zeithorizont

langfristiger Zeithorizont ist wichtig

Der langfristige Zeithorizont bei Investments ist sehr wichtig, denn man kann keine Kurse vorhersagen und kann auch so nie sagen, wann die Kurse von den Unternehmen zu ihren Inneren Wert zurückkehren werden. Wenn man im Verhältnis zur zukünftigen Ertragskraft eines Unternehmens günstig Aktien kauft, gibt es laut Value Investor James Montier zwei Möglichkeiten der Rückzahlung:
1. die Kurse steigen zum Inneren Wert

2. die Unternehmen schütten Dividenden aus, welche über einen langen Zeitraum auch einen hohen Ertrag für den Investor bringen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch der steuerliche Vorteil beim langfristigen Investieren. Der langfristige Investor erhält einen Aufschub der Steuerpflicht, also fast ein zinsfreies Darlehen vom Staat und das Fälligkeitsdatum "Verkaufsdatum" bestimmt der Investor selbst.

In der Studie von James Montier lag die durchschnittliche Haltedauer bei über fünf Jahren. Die längste Frist beträgt sogar 17 Jahre. Das kann man wirklich langfristiges Anlegen nennen und nicht kurzfristiges Spekulieren, wie es ein Großteil der Börsenteilnehmer gegenwärtig praktiziert, denn laut Studie lag die durchschnittliche Haltedauer bei nur elf Monaten.

Es wird also eifrig spekuliert und gewettet auf den Kursanstieg, bloß nicht mit nennenswertem Erfolg, denn die reichsten Personen der Welt sind laut dem Forbes Ranking 2017 alles Unternehmer, welche ihre Beteiligungen sehr langfristig ausrichten, wie Bill Gates dank Microsoft, Warren Buffett mit Berkshire, Jeff Berzos mit Amazon.com und der Spanier Amancio Ortega mit Zara und dem Mutterkonzern Inditex.




5. Überstehen von schlechten Jahren


Eine Studie von Tweedy Browne bestätigt, dass eine Gruppe von Investoren mit hervorragenden Ergebnissen über einen langen Zeithorizont in der Regel in 30 bis 40 % des betrachteten Zeitraums schlechter als die Marktindizes abschneiden. Woran liegt das?
Im Marktzyklus kommt es immer wieder zu Übertreibungen, wo die Gier die Oberhand gewinnt (wie beispielsweise in der Dotcom-Blase) und die Kurse in unglaubliche Höhen treibt, welche mit fundamentalen Unternehmensbewertungen nicht mehr zu rechtfertigen sind. Da bleiben erfolgreiche Investoren bei ihren bewährten Anlagestil und gehen nicht zum kurzfristigen Spekulieren über, was in diesem Moment erfolgreich erscheint. Sie folgen weiterhin der Definition des Investierens von Benjamin Graham:

"Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluss daran eine zufriedenstellende Rendite steht."

Der französische Investor Jean-Marie Eveillard hat es mal in einer Blasenphase auf den Punkt gebracht:

"Ich würde lieber die Hälfte meiner Aktionäre verlieren als die Hälfte des Geldes meiner Aktionäre."

Quelle. Montier(2010): Die Psychologie der Börse, S.458.


6. Bereitschaft den Fonds zu schließen


Da die Vergütung der Fondsmanager meist von dem Volumen des verwalteten Kapitals abhängt, ist das ein ungewöhnlich ethisches Verhalten den Fonds für neue Anlegergelder zu schließen. Die Fondsmanager sind sich über die Grenzen des Anlegens von großen Kapitalbeträgen (wie Handelbarkeit und Flexibilität) bewusst. Auch Value Investor Warren Buffett sieht kleine Beträge als Vorteil:


“Es ist ein riesiger Vorteil, nicht viel Geld zu haben. Ich denke ich könnte eine Rendite von 50% pro Jahr erzielen, wenn ich 1 Mio. Dollar anlegen würde. Nein, ich weiß dass ich es könnte, ich kann es garantieren.”

Quelle: http://simple-value-investing.de/blog/warren-buffett-50-rendite-pa-mit-small-caps

Fazit


Der perfekte Anleger mit den 6 Merkmalen ist Berkshire Hathaway mit den Value Investoren Warren Buffett und Charlie Munger. Warum?

1. Hohe Portfoliokonzentration: 

Das Aktienportfolio ist sehr konzentriert, denn die größten fünf Positionen sind Kraft Heinz, Wells Fargo, Apple, Coca Cola und American Express. Die Gewichtung dieser Positionen beträgt über 60 Prozent des Aktienportfolios.

2. Konzentration auf das Wesentliche, nicht auf den Marktlärm

Ganz im Sinne von Warren Buffett:  “Solange unsere Investments in jedem Jahr 15% Prozent zulegen, mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen.“

3. Bereitschaft Cash zu halten

Dank des hohen Cashbestands in der Bilanz und den andauernden Versicherungsfloat (Versicherungsbeiträge, welche erst später oder gar nicht an Geschädigte ausgezahlt werden müssen) können sich Warren Buffett und Charlie Munger auf die guten Deals während der nächsten Krisenphase freuen.

4. langfristiger Zeithorizont

Der langfristige Zeithorizont wird besonderes bei den Aktienpositionen Coca Cola und American Express deutlich, welche seit Ende der 1980er und Mitte der 1990er Jahre wichtiger Bestandteil des Portfolios von Berkshire Hathaway sind.

5. Überstehen von schlechten Jahren

Wenn Berkshire Hathaway weit hinter der Marktentwicklung zurückbleibt, wie damals in der Dotcom-Blase, liegt meistens der Fehler bei den anderen Marktteilnehmern. Berkshire Hathaway behält den konservativen Investmentstil bei und sichert so das Kapital der Firma langfristig.

6. Bereitschaft den Fonds zu schließen

Diese Bereitschaft hat Warren Buffett mit der Schließung seiner Buffett Partnership und der Übernahme von Berkshire Hathaway bewiesen. Durch die Übernahme wurde kein neues Geld mehr eingeworben und mit beständig, vorhandenen Kapital investiert. Doch seine sehr gute Leistung über Jahrzehnte führte dazu, dass er mittlerweile auch sehr viel Kapital investieren muss und somit seinen Investmenthorizont einschränkt.


Das wirkliche gute Buch "Die Psychologie der Börse" findet ihr hier:



Quelle: 
Montier(2010): Die Psychologie der Börse, S.447- 459.
Greenblatt(2011): Die Börsen-Zauberformel: Wie Sie den Markt mit Leichtigkeit, S. 11.
http://www.dataroma.com/m/holdings.php?m=brk (abgerufen 24.07.2017)

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Die Hénokiens - Club der traditionsreichsten Familienunternehmen

Die Hénokiens - Ein Zusammenschluss der ältesten Familienunternehmen der Welt.

Henokiens Bild
henokiens.com

Der traditionsreichste Club von Familienunternehmen in Japan und Europa ist Hénokiens, ein Zusammenschluss von erfolgreichen Familienunternehmen mit extrem langer Tradition. Der Club zeichnet sich durch sehr strenge Aufnahmeregeln aus und begrenzt somit die Anzahl der Mitglieder auf ein Minimum. Es entsteht ein ausgewählter Rahmen von wertvollen Familienunternehmen in allen Bereichen.

Aufnahmekriterien


Um in den Club der Familienunternehmen aufgenommen zu werden, muss das Unternehmen über 200 Jahre alt sein und dauerhaft im Mehrheitsbesitz der Familie gelegen haben. Zudem darf das Unternehmen über die ganze Unternehmensgeschichte nur von der Unternehmerfamilie geführt werden. Das trifft weltweit nur auf geschätzt 200 Unternehmen zu, von denen bereits 47 Mitglieder bei den Hénokiens sind. Damit ist die Gruppe einer der einflussreichsten Zusammenschlüsse von Unternehmen in Europa und Japan.

Mitgliedsunternehmen  der Hénokiens


Das Hoshi-Hotel ist das älteste Familienunternehmen der Welt und bereits seit 46 Generation in Familienbesitz. Das japanische Hotel in Awazu wurde 717 von Garyo Hoshi als Herberge gegründet und wird heute von Zengor Hoshi geführt. Hoshi ist eines der Gründungsmitglieder des Hénokiens-Clans und sieht die Gruppe als Möglichkeit, die lange Tradition aufrechtzuerhalten und die Geschichte von Familienunternehmen zu würdigen. 

Das bekannteste Mitglied der Gruppe ist Peugeot mit einer Unternehmensgeschichte von über 300 Jahren. Bevor das Unternehmen zu dem bekannten Automobilhersteller wurde, fertigten die Gründerväter Kleidungsstücke. Heute vereint das Familienunternehmen unter dem Dach der PSA weitere Automarken, wie Opel und Citroën.



Deutsche Familienunternehmen im Kreis der Hénokiens


Auch namhafte deutsche Unternehmen sind im erlesenen Kreis der Hénokiens vertreten. Hier ist besonders die Schnapsbrennerei Schwarze und Schlichte GmbH & Co. KG zu erwähnen. Das 1664 gegründete Unternehmen zählt zu den ältesten Unternehmen Deutschlands und vertreibt neben vielen eigenen Marken, wie "Vodka Three Sixty" auch internationale Marken, wie "Licor 43" in Deutschland. 
Auch die Möllergroup GmbH, ein Automobilzulieferer mit 2300 Angestellten, JD Neuhaus, ein Produzent von Hebewerkzeugen und Anker Gebr. Schoeller GmbH + Co. KG, ein Hersteller von Teppichböden zählen zu den deutschen Mitgliedern.


Quellen: 
https://kurier.at/wirtschaft/die-aeltesten-firmen-der-welt/270.412.493 (Stand: 23.07.17)
http://www.moellergroup.com/de/moellergroup/unternehmensgruppe/unternehmen/ (Stand: 23.07.17)
https://www.jdngroup.com/de/unternehmen/jdn-im-ueberblick/daten-fakten.html (Stand: 23.07.17)
https://anker.eu/anker/unternehmen/ (Stand: 23.07.17)
http://www.henokiens.com/content.php?id=5&lg=en (Stand: 23.07.17)

Montier: 6 Merkmale erfolgreicher Investoren

Laut James Montier haben erfolgreiche Investoren 6 Gemeinsamkeiten! Welche?


James Montier hat in einer Studie Gemeinsamkeiten von erfolgreichen Investoren analysiert und erkannt. Die Ergebnisse hat der Value Investor in 6 Merkmalen zusammengefasst.


1. Hohe Portfoliokonzentration

2. Konzentration auf das Wesentliche, nicht auf den Marktlärm

3. Bereitschaft Cash zu halten

4. langfristiger Zeithorizont

5. Überstehen von schlechten Jahren

6. Bereitschaft den Fonds zu schließen


An diesen Merkmalen möchten wir unsere Investments orientieren und stellen Ihnen deshalb diese Merkmale ausführlicher vor.



1. Hohe Portfoliokonzentration


Erfolgreiche Value Investoren besitzen ein Portfolio mit wenigen Titeln. Die Studie kam auf rund 35 Unternehmen im Schnitt. Die Gründe liegen auf der Hand: Der erfolgreiche Investor braucht einen starken Grund, um eine Aktie zu kaufen und besteht auf die Sicherheitsmarge. Er ist immer auf der Suche nach der besten Anlagemöglichkeit für das Geld seiner Kunden und sieht Risiken nicht in Volatilität des Kurses oder in der Differenz zur Vergleichsgruppe sondern in der Geschäftsentwicklung der Unternehmen und deren Bilanz. Der Einstieg erfolgt erst, wenn er von den Unternehmen überzeugt ist. Dazu meint Joel Greenblatt:

"Allen professionellen Researchanalysten und Vermögensverwaltern fällt es schwer, zutreffende Gewinnschätzungen für einzelne Unternehmen aufzustellen. Richtige Schätzungen für 20 oder 30 Unternehmen auf einmal sind noch viel schwieriger - und Ihnen dürfte es nicht leichter fallen als den Profis. [...] Beschränken Sie Ihre Investitionen auf eine kleine Anzahl "guter" Unternehmen, die zu Spottpreisen zu haben sind. Für Anleger, die in der Lage sind, den normalen Gewinn auf mehrere Jahre hinaus zu schätzen und Unternehmen einen Wert zuzumessen, ist der Kauf weniger Schnäppchenaktien der beste Weg. Als Faustregel können Sie sich merken, dass 5 bis 8 Aktien aus verschiedenen Branchen gefahrlos 80 Prozent Ihres Portfolios stellen können. - wenn Sie ernsthaft, gute Forschung betreiben und die Unternehmen verstehen, die Sie kaufen."
Quelle: Greenblatt(2011): Die Börsen-Zauberformel: Wie Sie den Markt mit Leichtigkeit, S. 11.

2. Konzentration auf das Wesentliche, nicht auf den Marktlärm



Lärm im Kopf
Gute Anleger beschäftigen sich nicht mit der Vorhersage der nächsten Quartalszahlen, sondern versuchen die Bewertung, die Treiber des Geschäftsmodells und die Risiken zu verstehen. Seine Meinung von Prognosen schildert Charlie Munger so:
"Ich lasse mir keine Prognosen erstellen, denn ich mag mich nicht so gerne auf meinen Schreibtisch übergeben"

3. Bereitschaft Cash zu halten


Gute Value Investoren wollen gute Anlagemöglichkeiten finden und warten geduldig auf die gewünschte Einstandsrendite, denn Cash is King! Ein hoher Kassenbestand ist ein Signal für fehlende Anlagemöglichkeiten. Ganz im Sinne vom Warren Buffett:
“ Kasse zu halten ist unbequem, aber nicht so unbequem, wie etwas Dummes zu tun.“
Fortsetzung folgt mit der Erläuterung der weiteren Merkmale wie langfristiger Zeithorizont, Überstehen von schlechten Jahren und Bereitschaft den Fonds zu schließen.

Das wirkliche gute Buch "Die Psychologie der Börse" findet ihr hier:



Quelle: 
Montier(2010): Die Psychologie der Börse, S.447- 459.
Greenblatt(2011): Die Börsen-Zauberformel: Wie Sie den Markt mit Leichtigkeit, S. 11.

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