Schafft es Aldi in China durchzustarten?

Aldi bietet seine Waren in China an

In diesen Tagen startet Aldi Süd mit der Expansion in China mit einem Online-Shop. Damit erobert das Familienunternehmen Aldi den 9. internationalen Markt und gibt sich positiv, was die Erfolgsaussichten angeht. 
„Wir sind davon überzeugt, dass auch chinesische Kunden großes Interesse an der Qualität und den günstigen Preisen haben, die wir ihnen bieten können" Christopher Schwaiger, Landesgeschäftsführer China
Über die Plattform Tmall Global, welche von Alibaba betrieben wird, bietet Aldi unter dem Namen "Aoleqi" ein erstes Sortiment aus Weinen, Süßigkeiten, Snacks oder Frühstücksprodukte. Die Preise sind, jedoch nicht vergleichbar mit dem deutschen Discounter. Ein Beispiel sind 24 600ml-Flaschen der Eigenmarke Aoleqi für 169 Yuan, umgerechnet 22,75 €. Zudem beträgt die Wartezeit für die Produkte 1 Woche. Die Preise als auch die Lieferzeiten werden sich mit zunehmender Erschließung des Marktes eher an den deutschen Standard anpassen.

Bild Koenigsinvestor.deAldi entschied sich gegen den Aufbau eines Filialnetzes in China, das die Investitionskosten zu hoch sind und die Erfolgsaussichten sehr schwer abzuschätzen sind. Der Online-Verkauf dient wahrscheinlich als Probelauf um die Nachfrage nach den Produkten zu testen um später vielleicht ein Filialnetz aufzubauen.
„Was man erreichen muss ist, dass der Kunde den Glauben gewinnt, nirgendwo billiger einkaufen zu können.“ Karl Albrecht 


Andere deutsche Handelsunternehmen, wie Metro und DM haben den Schritt nach China schon eher gewagt und haben gegenüber Aldi vorerst einen großen Vorteil. Die Preise sind bei der Konkurrenz bereits fast an den deutschen Preisen angepasst und der Absatz ist stark gewachsen. Der chinesische Onlinehandel lockt mit sehr großen Wachstumszahlen und belohnt die deutschen Anbieter, trotz geringer Investitionskosten, mit großen Gewinnen. Bis 2020 soll der chinesische Onlinehandel auf einen Umsatz von 1,4 Billionen € und damit einen Anteil am Gesamthandelsvolumen von 22 %.

Lesen Sie auch "Die Schwarz-Gruppe: Europas größter Handelskonzern"


Quelle: 
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/discounter-in-china-wo-der-aldi-wein-20-euro-kostet/19541830.html (Stand: 20.3)
http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/discounter-aldi-sued-startet-im-zweiten-quartal-2017-in-china/14859216.html (Stand: 20.3)
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Zinserhöhung und die Auswirkungen laut Warren Buffett.

Was hat die Zinserhöhung für Auswirkungen auf den Aktienmarkt?


Fed erhöht die Zinsen

Die US-Notenbank hebt den Leitzins auf 0,75 bis 1 Prozent an. Damit reagiert sie auf die anziehenden Preise in den USA und die guten Arbeitsmarktdaten. Zum zweiten Mal binnen drei Monaten erhöht Janet Yellen die Zinsen um einen Viertelpunkt und zeichnet ein anderes Bild von der USA als Donald Trump. Sie spricht von Betrieben an den Kapazitätsgrenzen, Fachkräftemangel und robusten Wohlstandsgewinnen.



Auswirkungen auf den Aktienmarkt

Warren Buffett sagte auf der 50. Hauptversammlung von Berkshire Hathaway:

"Wenn wir wieder bei Zinssätzen ankommen, die normal sind, sehen diese Aktienpreise hoch aus. Wenn die Zinssätze auf diesem Niveau bleiben, sehen Aktien billig aus."
Was sind demnach die mutmaßlichen Folgen der US- Zinserhöhung? Die Verteuerung von Bankkrediten und die höheren Darlehenskosten für den Staat, Unternehmen sowie Privatpersonen sind als Resultat denkbar. Das heißt umgekehrt, die Investoren oder Kreditgeber bekommen mehr für ihr Geld auch bei "Anlagen mit geringerem Risiko", wie Anleihen usw. Ein Investor schaut sich in der Regel auch nach anderen Investitionsmöglichkeiten um und sucht mit Hilfe der Rendite / Risiko- Grafik  die richtige Anlage für seinen Risikobedarf. Dennoch sind die Schritte der Zinserhöhung sowie das gegenwärtige Zinsniveau so minimal, dass man auf Aktien eigentlich nicht verzichten kann. Es besteht jedoch die Gefahr, dass das Kapital aus den Aktien, welche als Anleihen-Ersatz gelten, etwas abfließt. Zinserhöhungen können auch zu einer Auflösung der Blase führen, welche durch das billige Geld entstanden ist. Insgesamt sollte man aber bei langfristigen Investitionen die Aktien vorziehen, wie eine Studie der Credit Suisse zeigt.

durchschnittlich, jährliche Rendite seit 1900
Bildquelle: Credit Suisse 


Quelle:
www.faz.net/aktuell/finanzen/fed-erhoeht-us-leitzins-um-viertelpunkt-14926713.html
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/us-zinsen-die-fed-erhoeht-den-us-leitzins-und-macht-trump-das-leben-schwer-1.3420484

Die Schwarz-Gruppe: Europas größter Handelskonzern

Europas größter Handelskonzern - die kaum bekannte Schwarz-Gruppe

Wer ist die Schwarz Gruppe?

Bild KoenigsinvestorDie Schwarz-Gruppe ist der größte Handelskonzern in Europa und der viertgrößte der Welt. Hinter der Schwarz-Gruppe stehen die Unternehmen Lidl und Kaufland. Insgesamt erwirtschaftet die Unternehmensgruppe im Jahr 2015 einen Umsatz von 85,7 Mrd. € mit 375.000 Mitarbeitern. Die Grenze von 90 Mrd. € Umsatz wurde im Jahr 2016 übersprungen. Schätzungsweise liegt der Umsatz zwischen 92-94 Mrd. €. Im deutschen Markt liegt die Schwarz-Gruppe auf Platz 3 unter den Einzelhändlern. Der Unternehmensleiter Klaus Gehrig wurde 2016 vom Manager-Magazin zum Manager des Jahres gekürt. 

Zukunftspläne der Schwarz-Gruppe


Die Schwarz-Gruppe hat das Ziel stark zu expandieren und neue Märkte zu erschließen. Kaufland soll in diesem Jahr in die Republik Moldau eintreten. 2018 ist geplant das Lidl in Serbien und den USA neue Filialen aufbaut. Im Online-Handel wird in Deutschland weiter investiert. Darunter die Möglichkeiten des Lieferservice in großen Städten oder Abholung in den Filialen. In China steht der Plan als reiner Online-Händler aufzutreten, ähnlich wie Aldi. Die größten Ziele sind es, in den USA einen erfolgreichen Marktstart zu erreichen und einen Umsatz von 100 Mrd. € zu erzielen.



Die Familie hinter der Schwarz-Gruppe


Inhaber der Schwarz-Gruppe ist Dieter Schwarz, der Gründer von Lidl. Der 77-Jährige gehört zu den reichsten Deutschen mit einem Vermögen von ungefähr 17 Mrd. € (2015). Er gilt als sehr öffentlichkeitsscheu, dadurch sind kaum Informationen über die Familie und den Inhaber im Internet zu finden. 



Quellen: 
http://www.stimme.de/heilbronn/wirtschaft/Schwarz-Gruppe-steigert-Umsatz-auf-85-7-Milliarden-Euro;art2088,3641717 (Stand: 14.3)
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/90-milliarden-euro-umsatz-lidl-ueberholt-aldi-a-1126064.html (Stand: 14.3)
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/die-reichsten-deutschen-2015-die-top-10-a-1055901-5.html (Stand: 14.3)
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/dieter-schwarz-wird-75-der-scheue-lidl-gruender/10744824.html (Stand: 14.3)

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Snapchat! Sind Spekulanten unbelehrbar?

Benjamin Graham wusste: Spekulanten sind unbelehrbar!

Wir haben vor kurzem das Unternehmen Snapchat in einem Beitrag zum Thema Unternehmensbewertungen der Start-ups thematisiert. Mittlerweile ist das Unternehmen mit einer Marktbewertung von 25,5 Mrd. US-Dollar (doppelt so viel wie Traditionsmarke Ferrari NV) an der Börse. Da scheint es aus unserer Sicht erlaubt zu sein, die Frage in den Raum zu werfen, ob Spekulanten unbelehrbar sind.

Lassen wir die Worte von Benjamin Graham im Buch Intelligent Investieren auf uns wirken:
“Die Spekulanten unter den Anlegern sind unbelehrbar. In Finanzangelegenheiten können sie nicht bis drei zählen. Sie kaufen alles, zu jedem Kurs, wenn sie glauben, es sei etwas “im Gange“. Sie stürzen sich auf alles, das nur irgendwie mit Franchising, Computer, Elektronik, Wissenschaft, Technologie oder dergleichen zu tun hat, wenn es gerade “IN“ ist.“
Und jetzt schauen wir uns mal an was “ IN“ ist oder war:

die Entwicklung der Techwerte über fünf Jahre Twitter, Zynga und Groupon -78%
Quelle: http://www.reuters.com (11.03.2017)

Was haben Twitter, Groupon, Yelp und Zynga gemeinsam?

Es waren alles gehypte und nicht profitable Techwerte mit sehr ambitionierten Bewertungen.
Jedoch stellte sich heraus, dass das Geschäftsmodell dieser Unternehmen noch nicht ausgereift war oder sich mittlerweile im Umbruch befindet. Bei einem Kauf dieser Unternehmen ohne Sicherheitsmarge läuft man große Gefahr, einen Kapitalverlust einstecken zu müssen, wie die Entwicklung seit dem Hoch der letzten fünf Jahre (260 Wochen) visualisieren soll. Diese Gefahr besteht natürlich auch beim Börsenneuling Snap Inc.

Mit dem Börsengang steht die Geschäftsentwicklung von Unternehmen wie Snap Inc. unter der Beobachtung der breiten Öffentlichkeit. Werden jetzt die Markterwartungen (im Umsatzwachstum usw.) nicht getroffen oder ist es nicht möglich, die breite Nutzerbasis zu kommerzialisieren, wird der Markt diese Unternehmen abstrafen und auch die externe Finanzierung erschweren. Es wird einige Unternehmen geben, welche es nicht schaffen, ihre Verluste intern über mehrere Monate zu finanzieren. Dazu äußerte sich Prem Watsa:
"When it is all over, we will not be surprised if most of these stocks are down 90%!"
Quelle: FAIRFAX FINANCIAL HOLDINGS LIMITED 2015 Annual Report, S. 22


Es scheint so als seien einige Anleger nicht belehrbar und lernen nicht aus den Fehlern der jungen Vergangenheit. Viele verstehen nicht, dass der Preis das Risiko bestimmt, wie wir im Artikel Der Preis! skizziert haben.

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Was ist Opel? - Die 155-jährige Unternehmensgeschichte (Teil 2/2)

Opel soll an PSA verkauft werden, doch welche Geschichte steht eigentlich hinter diesem Unternehmen? (Teil 2/2)


Opel Design
Quelle: Opel Pressroom
In den 60er und 70er Jahren geht es wieder bergauf. Es werden neue Werke in Bochum und Kaiserslautern eröffnet. Die Erfolgsmodelle Ascona und Manta brachten Opel zu einem Marktanteil von über 20 % damit sogar an Volkswagen vorbei. 1972 sind 60.000 Mitarbeiter bei Opel beschäftigt.

Auch in den 80er Jahren baut Opel den Marktanteil weiter aus. Mit der Einführung des Opel Omega 1986 gelang Opel ein weiterer Sprung in der Technik. Zudem weiht Opel ein Werk in Saragossa (Spanien) ein in dem dann der neue Opel Corsa gebaut wird. Die Modellnamen wurden umbenannt von Manta in Calibra und von Ascona in Vectra.

Die 90er Jahre waren geprägt von Fehlentscheidungen des Managements, die hauptsächlich von GM angeordnet wurden. Da GM Verluste generierte, wurde von Opel Geld eingezogen und kaum noch investiert. Insgesamt flossen 4,5 Milliarden D-Mark von Opel zu GM. Die neuen Modelle, wie z. B. der Opel Astra waren sehr sparsam geplant, um möglichst viel Gewinn zu generieren. Jedoch traten beim neuen Astra viele Probleme mit Rost auf. Ein weiterer Fehler des Managements war es den Diesel-Boom zu verpassen. Opel hat nur veraltete Dieselmaschinen, währenddessen VW mit neuen TDI-Maschinen auf den Markt kommt.

Im neuen Jahrtausend baut Opel seine Modellpalette um, mit dem Ziel wieder neuen Aufwind zu bekommen. Schwer verkäufliche Modelle, wie der Geländewagen Monterey oder Opel Sintra werden aus dem Programm gestrichen. Neue Modelle, wie der Opel Meriva, Zafira, Insignia und Astra GTC werden auf den Markt gebracht. Opel gelingt es seine Marktposition zu verbessern, jedoch zieht GM weiterhin Geld ab und steht 2009 fasst vor dem Verkauf von Opel.



2012 kommt der neue Opel Mokka als Mini-SUV auf dem Markt und feiert große Erfolge. Mit dem Lifestyle-Kleinwagen Adam, der 2013 rauskommt, bringt Opel neuen Schwung in den Markt. 2015 folgt der Opel Karl als weiteren Kleinwagen. Opel befindet sich weiter im Umbau und schafft es durch neue Modelle mehr Kunden und neues Vertrauen zu gewinnen. Es braucht aber noch Zeit um das Unternehmen auf solide Beine zu stellen und rentabel zu machen. Diese Zeit hat GM und Opel leider nicht. So kommt es zum Verkauf an PSA. Hoffentlich sieht PSA das Potenzial, das in Opel steckt und fördert das Unternehmen weiter, anstatt es zu verkleinern.
"Ich sehe viele neue Chancen. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass wir an der einen oder anderen Stelle mehr Freiheitsgrade bekommen." von Opel Chef Karl-Thomas Neumann 
Opel verzeichnet 2016 erneut einen Verlust von 239 Mio. € und verfehlt damit das Ziel erstmals wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Ein Grund dafür sollte der Brexit und die damit verbunden Verluste von Vauxhall sein.

Die Übernahme von Opel kostet PSA 1,3 Milliarden €.

Hier finden Sie den 1. Teil der Unternehmensgeschichte von Opel.

Quelle:
http://www.autobild.de/klassik/artikel/150-jahre-opel-809815.html (Stand: 9.3)
http://www.opel.de/ueber-opel/philosophie.html (Stand: 9.3)
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/opel-gm-tochter-faehrt-wieder-verlust-ein-a-1118188.html (Stand: 9.3)


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Free Cashflow - Rendite: Was steht dem Aktionär zu?

Der Free Cashflow ist für die Aktionäre!


Was ist der Free Cashflow (FCF)?


Der Free Cashflow (auch freier Cashflow oder Cashflow nach Investitionen genannt) ist der operative Cashflow abzüglich Investitionen (Capex) plus der Desinvestitionen. Die Kennziffer gilt als schwer
manipulierbar und signalisiert den entnahmefähigen Finanzmittelüberschuss eines Geschäftsjahres in der Theorie.
Die Zahlungsströme nach Investitionen machen deutlich, wie viel Geld für die Eigentümer des Unternehmens tatsächlich übrig bleibt. Das ist für den Investor sehr wichtig, denn „Bewertung ist das Zählen von Geld, nicht von Hoffnungen und Träumen.“ so Warren Buffett.


Was kann man mit dem Free Cashflow machen?


Der Free Cashflow bildet alle Zahlungsströme ab, welche im Unternehmen bleiben, abzüglich Investitionen / zuzüglich Desinvestitionen. Diese freien Mittel kann man nutzen, um die Aktionäre mit Dividenden und Aktienrückkäufen am Erfolg des Unternehmens teilhaben zulassen. Hier sollte man dringend berücksichtigen, dass die Free Cashflow Rendite deutlich höher sein sollte als die Dividenden-Rendite. Trifft das nicht zu, ist die Dividende in der Regel nicht nachhaltig, weil sie aus der Substanz oder mit Hilfe von Fremdkapitalaufnahme gezahlt wird.

Der Cashflow nach Investitionen kann auch zur Reduzierung der Verschuldung verwendet werden. Durch die Zurückzahlung der Schulden gewinnt man an Flexibilität, welche bei einer Krise in der Branche zum Ausweiten der Marktanteile oder / und zur Übernahme von Konkurrenten genutzt werden kann.
Darüber hinaus kann man den freien Cashflow auch zu Erweiterungsinvestitionen (Akquisitionen) und Ersatzinvestitionen nutzen.




Wo sind die Schwachstellen des Free Cashflows?


Der freie Cashflow ist Differenz aus dem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit.
Der Free Cashflow berechnet sich grob aus dem Nettogewinn:


+ zuzügliche alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (wie unter anderem Aufnahme von Rücklagen, Abschreibungen, Erhöhung von Rückstellungen, periodenfremde und außerordentliche Aufwendungen, Erhöhung des Gewinnvortrags) und


- abzüglich aller nicht zahlungswirksamen Erträge (wie unter anderem Entnahme aus Rücklagen, Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen, Minderung des Gewinnvortrags).

und dann abzüglich der Investitionen (Capital Expenditure = CapEx) und zuzüglich Desinvestitionen.


Hier stellt sich die Frage: Welche nicht zahlungswirksamen Aufwendungen oder Erträge und Investitionen (CapEX) sind normal und von welchen profitiert der Aktionär / der Eigentümer wirklich?


Zum Beispiel wird die aktienbasierte Vergütung (stock-based compensation), also die Aktienoptionen für das Management, wieder kopflos bei der Free Cashflowrechnung hinzu addiert. Von einer Verwässerung der Anteile hat der treue Aktionäre nichts und wenn auch das Management keine Verwässerung der Anteile anstrebt und im gleichen Maß Aktien am Markt zurückkauft, kommt es zu Aufwendungen für den Eigentümer. Das Unternehmen gibt dann in der Regel Aktienoptionen zu einem geringen Preis aus und kauft die Aktien am Markt zu einem normalen / hohen Preis zurück.

Ähnlich ist es bei nicht zahlungswirksamen Komponenten, wie latenten Steuern (Deferred Taxes), welche eigentlich nur in den anderen Berichtszeitraum verschoben werden. Diese Steuern werden dennoch fällig. Es gibt hierfür natürlich noch weitere Beispiele.

Zu guter Letzt die Investitionen. Stellen Sie sich vor, Sie gründen ein Logistikunternehmen. Im ersten Geschäftsjahr investieren sie einen großen Betrag in ihre Lagerhalle und ihren Fuhrpark. Diese Investitionen werden wahrscheinlich in den nächsten zwei bis fünf Jahren nicht in gleicher Höhe wiederkommen. Das Prinzip gilt auch bei Desinvestitionen, also sie besitzen als Logisitikunternehmer eine Lagerhalle und verkaufen diese Lagerhalle wir dieser Zahlungsstrom auch einmalig sein


Deshalb sollte man nicht stupide die Investitionen sowie Deinvestitionen im Geschäftsjahr als gegeben betrachten, sondern über eine Normalisierung der Investitionen und die Aufnahme von Instandhaltunginvestitionen nachdenken.

Dazu hilft die Betrachtung der Investitionen (CapEx) und Deinvestitionen über einen längeren Zeitraum und die Ermittlung der langfristigen Durchschnitte.

Bewertungsmetrik Free Cashflow RenditeDie Schwachstellen des Free Cashflows werden aus unserer Sicht bei den Owner Earnings- Berechnung vermieden, welche wir Ihnen auf der Seite Unternehmensbewertung noch vorstellen wollen.

Wie ermittelt man die Free Cashflow Rendite?


Teilt man den Free Cashflow des laufenden Geschäftsjahres durch die gegenwärtige Marktkapitalisierung, bekommt man die Free Cashflow Rendite. Also das, was man gegenwärtig für freie Zahlungsströme bei einer Investition in das Unternehmen bekommt. Da auch der Free Cashflow erheblichen Schwankungen unterliegt, ist es sinnvoll diesen Wert oder die Marge (Free Cashflow / Umsatz) über die letzten drei, sieben oder zehn Jahre zu mitteln. Dann bekommt man eine Vorstellung über den normalisierten Free Cashflow der letzten Jahre. Teilt man diesen durch die Marktbewertung des Unternehmens erhält man eine normalisierte Free Cashflow Rendite.

Es besteht auch die Möglichkeit den Free Cashflow durch den Unternehmenswert (Enterprise Value) zu teilen. Da der Unternehmenswert grob aus der Marktkapitalisierung zuzüglich der Schulden und abzüglich der Zahlungsmittel berechnet wird, ist die Bewertungsmetrik für den Eigentümer des Unternehmens noch aussagefähiger.
Die Free Cashflow-Rendite ist eine nützliche Bewertungskennziffer, um einen Blick in die Fähigkeit des Unternehmens zu erhalten, die Dividenden zu zahlen oder Aktien zurückzukaufen. Einen Überblick, der weitere Bewertungsmetriken enthält, finden Sie auf unserer Seite Unternehmensbewertung.

Quelle:
Griffin (2016): Charlie munger. Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen. S.180f
www.fuw.ch/article/anleger-schaut-auf-den-cashflow/ (Stand 05.03.2017)
www.fuw.ch/term/freier-cashflow-netto-cashflow/ (Stand 05.03.2017)
boerse.ard.de/boersenwissen/boersenlexikon/freier-cash-flow-100.html (Stand 05.03.2017)

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Was ist Opel? - Die 155-jährige Unternehmensgeschichte (Teil 1/2)

Opel soll an PSA verkauft werden, doch welche Geschichte steht eigentlich hinter diesem Unternehmen? (Teil 1/2)

Die Unternehmensgeschichte beginnt 1862 mit dem Bau von Nähmaschinen durch Adam Opel in Rüsselsheim. Schnell wird das Produktionsspektrum auf Fahrräder erweitert. Bereits 1895 als Adam Opel starb, gehörte die Nähmaschinen- und Fahrradfabrik zu den erfolgreichsten in Europa.
Quelle: Opel Pressroom
"Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad." Adam Opel
Der Einstieg in die Autoherstellung gelang 1909 mit dem ersten Opel 4/8 PS, der sich bei Ärzten durch seine robuste und einfache Handhabung durchsetzte und so den Spitznamen Doktorwagen bekam. Er wird aufgrund des günstigen Preises auch der erste "Volks-Wagen" genannt.
1923 musste das Werk durch die hohe Inflation in Deutschland geschlossen werden, jedoch wurde es 1924 direkt neu eröffnet und das Fließbandprinzip eingeführt. Das nächste Modell 4/12PS war von unglaublichem Erfolg gekürt. Opel zählte bereits 7.600 Mitarbeiter. 

Opel wurde zu den größten deutschen Automobilunternehmen mit 44 % Marktanteil. 1929 erfolgte der Verkauf an GM, um bessere Exportchancen und den Zugang zum amerikanischen Markt zu haben. Bis zum 2. Weltkrieg baute Opel seine Marktstellung weiter aus, durch die Einführung des Opel Kadett. Kurz vor dem 2. Weltkrieg hatte Opel bereits 30.000 Mitarbeiter. Während des 2. Weltkriegs wurde die Herstellung von Autos zwangsmäßig in die Herstellung von Rüstungsteilen umgewandelt.


1946 gab es wieder einen Aufschwung bei Opel, GM übernahm die Werksleitung und die Modelle Opel Blitz, Kapitän und Olympia wurden produziert. Der Opel Kapitän verkaufte sich sogar besser als die Modelle von Mercedes.
1953 führte Opel das amerikanische Design ein, was jedoch nicht so gut in Deutschland ankam. Opel verlor in den nächsten Jahren sehr stark an Markteinfluss. Mercedes dominierte und kam besser bei den Kunden an. Die Nachfolgermodelle des Kapitäns konnten nicht mehr an die Erfolge anknüpfen.

Hier finden Sie den 2.Teil der Unternehmensgeschichte.

Lesen Sie auch die Unternehmesgeschichte von BMW oder von Otto Versandhandel.

Eine Auswahl von Ersatzteilen und Modelle von Opel mit Bewertungen:


Quelle: 
http://www.autobild.de/klassik/artikel/150-jahre-opel-809815.html (Stand: 4.3)
http://www.opel.de/ueber-opel/philosophie.html (Stand: 4.3)