kurzfristige Unternehmensziele hemmen langfristige Investitionen

Quartalsberichte mit kurzfristigen Ausblick sind nur für Spekulanten spannend.

Geschäftswelt bleibt unplanbar


In der Geschäftswelt kann alles passieren, wie auch in der Politik -gerade wenn man Geschäftspartner wie Donald Trump hat, die erst einen Vertrag aushandeln und unterzeichnen und dann später via Twitter den Vertrag aufkündigen. Durch sein Verhalten erhält man auch eine Vermutung, wie chaotisch er seine Firmen führt und auch noch einige anderen Geschäftsmänner ihre Firmen führen.

Auch abgesehen von der Managementpraxis gibt es einige Dinge, die man nicht vorhersagen kann, wie Rohstoffpreise, Zu- und Abgang von wichtigen Mitarbeitern, plötzliche Überkapazitäten am Markt wegen neuer Konkurrenten, Diffusion von Technologien sowie IT- und Maschinenausfall.



Quartalsberichte haben für einen langfristigen Investor nur geringe Bedeutung



“Solange unsere Investments in jedem Jahr 15% Prozent zulegen, mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen.“ so Warren Buffett.


Da ist viel Wahres dran. Ein langfristiger Investor macht sich Gedanken darüber, wo das Unternehmen in 10 Jahren steht und wieviel Gewinn es dann erwirtschaften kann. Ein kurzfristiger Spekulant will schnell reich werden und hetzt von Quartal zu Quartal. Mit Hilfe der Gewinnprognosen möchte man die Unsicherheit und die Volatilität reduzieren, aber warum? Wenn man ein Investor ist und die langfristige Investmentthese stimmt, freut man sich auf Unsicherheit und Volatilität, weil man im besten Fall ein starkes Unternehmen zu günstigen Preisen einkaufen kann.


Bei einem kurzfristigen Quartalsausblick fehlt die Weitsicht


Wenn das Unternehmen noch in 10 Jahren florieren möchte, sollte es neue Chancen ergreifen und ausreichend in Technologien, Forschung und Entwicklung sowie ins Personal investieren. Laut Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway, und Jamie Dimon, Chef von JP Morgen, sorgt jedoch der (Zeit)-druck für Zurückhaltung bei Investitionen. Diese Zurückhaltung schadet der ganzen Wirtschaft und der Gesellschaft. Investitionen in neue Produkte und andere Innovationsinstrumente, welche die Kundenbedürfnisse befriedigen, heben den Wohlstand für die gesamte Gesellschaft.
beim kurzfrisstigen Ausblick fehlt die Weitsicht


Wie immer geht Warren Buffett als Vorbild voraus, veröffentlicht keine Prognosen und ruft andere ebenso dazu auf. Quartalszahlen sind aus der Sicht der Investorenlegende in Ordnung, weil sie die Transparenz erhöhen. Man sollte diesen Zahlen aber nicht allzu viel Bedeutung beimessen.

Knauf übernimmt nach langen Verhandlung die USG zu einem hohen Preis

Deutsches Familienunternehmen Knauf übernimmt Berkshire Unternehmen USG. Ist das ein gutes Investment?

Knauf Bild
knauf.de
Die langen Verhandlungen zwischen Knauf, USG und Berkshire Hathaway über eine Fusion von USG und Knauf haben einen erfolgreichen Abschluss gefunden. Das deutsche Familienunternehmen übernimmt den amerikanischen Marktführer für 7 Mrd. $, was nun doch deutlich über dem Anfangsgebot von 4,8 Mrd. $ liegt. 

Die Vorteilhaftigkeit des Zusammenschlusses haben wir bereits vor 2 Monaten in einem Post 
Familienunternehmen Knauf will Berkshire Unternehmen USG übernehmen
erläutert. Doch ist der gezahlte Preis gerechtfertigt? 

Berkshire Hathaway und USG haben sehr clever verhandelt. Zuerst das Stellen eines Ultimatums für eine erfolgreiche Abwicklung innerhalb von 6 Monaten durch Berkshire,

Mediziner investieren in Banken und Banker in Pharma, jeder da wo er kein Experte ist, warum??

Warum nur sind die Aktien, von denen man nichts versteht,  reizvoller?


Wenn man regelmäßig mit Privatinvestoren spricht, stellt man fest, der Anleger investiert dort wo er absolut kein Experte ist und die wenigste Erfahrungen mitbringt.

Ist es der Reiz des Unbekannten? Oder eine Strategie des Anlageberaters, um clevere auf Wissen basierende Nachfragen zu vermeiden? Umso weniger ich weiß, umso weniger Gedanken muss ich mir machen? Wir wissen es nicht, wahrscheinlich ist es eine Mischung aus vielen Faktoren, welche aber dazu führen, dass die Anlageergebnisse schlechter sind. Würde man sich in seinem Kompetenzkreis bewegen und seine Erfahrungen sowie das angesammelte Wissen höher gewichten, könnte mit Sicherheit die Performance besser sein.

“Warum nur sind die Aktien, von denen man nichts versteht, immer reizvoller, so wie der Rasen des Nachbarn immer grüner ist als der eigene? Wenn ich das wüsste.“ so Peter Lynch

Quelle: Lynch(2018): der Börse einen Schritt voraus, S.111.

Drogerie- und Supermarkt-Angestellte wissen, welche Produkte beliebt sind.


Als Angestellter im Supermarkt verdient man nur mäßig, dennoch hat man die Möglichkeit zu wissen, welche Produkte besonders oft über die Ladentheke gehen oder welches Regal besonders oft nachgefüllt werden muss. Dadurch baut man eine Kompetenz auf, die besonders bei regionalen Produkten wichtig ist. Deshalb lohnt es sich, ähnliche Fragen wie folgende zu stellen.
Investor durch ihr Kernkompetenz stark

Kommt der neue Faber Sekt von Schloss Wachenheim gut an?

Ist das natürliche und ohne Microplastik versehene Kneip Duschgel von Paul Hartmann sehr beliebt?

Röchling Gruppe nach Umstrukturierung der Geschäftsleitung weiter auf Erfolgskurs

Hanns-Peter Knaebel schafft im ersten Jahr als CEO der Röchling Gruppe ein starkes Wachstum 

Röchling Schriftzug
roechling.com
Der Familienkonzern Röchling Gruppe strukturierte Mitte des vergangenen Jahres seine Geschäftsleitung um. Ludgar Bartels verlässt den Posten des CEO nach seiner erfolgreichen Karriere über fast 40 Jahre und wird von Hanns-Peter Knaebel abgelöst. 

Die Tradition und äußerst interessante Beteiligungsstruktur des Unternehmens haben wir bereits in einem Beitrag "Die Röchling Gruppe - einer der reichsten deutschen Familienclans und Pioniere in der Kunststoffverarbeitung" beleuchtet.  

Zum Abschied vom Vorstandsposten gelang es Ludgar Bartels und Hanns-Peter Knaebel eine goldgeränderte Bilanz vorzulegen. Der Umsatz des Konzerns wuchs um 11% auf 1,8 Mrd. € an und auch das Ergebnis vor Steuern wuchs um 9,1 Mio. € auf ca. 160 Mio. €. Auf die Veröffentlichung genauer Zahlen verzichtet das Unternehmen aus strategischen Gründen. 

Der neue CEO Hanns-Peter Knaebel bringt als ehemaliger Chef der Aesculap (B-Braun Gruppe) viel Erfahrung im Bereich Medizin und Kunstoffverarbeitung

Welches Konzept schöpft enorme Werte? Beispiele von gemeinsam geteilten Skaleneffekten!

Gemeinsam geteilte Skaleneffekte (Scale Economics Shared) können den Investor strahlen lassen. Warum?


Unternehmen mit guter Marktstellung können zunehmend Größenvorteile realisieren. Wenn sie diese Größenvorteile an den Kunden weitergeben, ergibt das einen Mehrwert für den Kunden. Dieser Kundenmehrwert führt dazu, das zusätzliche Kunden gewonnen werden und man dadurch noch mehr Größe erlangt, welche entsprechende Größenvorteile wie Skaleneffekte usw. mit sich bringen.

Das Konzept führt zu steigenden Wettbewerbsvorteilen sowie sehr hohen Anlagerenditen über einen langfristigen Horizont. Das Prinzip haben wir schon einmal am Beispiel IKEA erklärt. Jetzt wollen wir Ihnen andere Beispiele vorstellen.


Takkt: der B2B- Spezialversandhändler mit gutem Netzwerk in Nordamerika und Europa


Egal ob Hebebühne, Ventilator oder Greifzange, die Takkt-Shops haben eine große Auswahl und Marktpräsenz. Diese Auswahl wird Schritt für Schritt durch Übernahmen und leichtes organisches Wachstum gestärkt. Dadurch steigt auch die Verhandlungsmacht gegenüber den Zulieferern und der Preisvorteil kann an den Kunden weitergegeben werden. Durch die Zunahme der Kunden, steigt auch der Größenvorteil und es entsteht ein langfristiger Mehrwert für Kunden und Investoren.
gemeinsam geteilte Skaleneffekte am Beispiel Cimpress





Cimpress - effektive Druckmaschine


Cimpress druckt individuell gestaltete Flyer, Visitenkarten, Banner, Kugelschreiber, T-shirts, Tassen usw. mit geringen Stückzahlen auf hoch modernen Maschinen. Durch eine starke Internetpräsenz zieht das Unternehmen viele Kunden an und diese drucken ihre Lieblingsstücke über die hoch automatisierten Großdruckmaschinen. Die effizienten Prozesse führen zu einem Kostenvorteil. Dieser Kostenvorteil wird über Angebote im Internet an den Kunden weitergegeben und dadurch steigt die Kundenbasis nachhaltig.

Bechtle - IT- Handel mit Größenvorteilen


Norma Group - Marktführer in Verbindungstechnik auf Wachstumskurs

Fusion zweier Familienunternehmen lässt weltweiten Marktführer entstehen - Die Norma Group SE


Durch den Zusammenschluss zweier Traditionsunternehmen aus Schweden und Deutschland formt sich die Norma Group SE zum internationalen Marktführer in Verbindungstechnik. 



Der heute im MDax gelistete Konzern entstand aus der schwedischen ABA Group AB und der deutschen Rasmussen GmbH. Kurz darauf kaufte die entstandene Norma Group SE den US-amerikanischen Konzern Breeze Industrial Products Corporation. Die Zusammenlegung dieser 3 führenden Unternehmen legte den Grundstein für das beständig starke Wachstum der Norma Group SE.

ABA Group AB

Die ABA Group ist mit seiner Gründung 1896 das traditionsreichste Unternehmen der drei Genannten. Über die Jahre hat sich das Unternehmen zu einem multinationalen Konzern entwickelten mit starker Kompetenz in der Herstellung von Schlauch- und Rohrschellen, sowie einer Vielzahl von anderen Verbindungselementen

NORMA

Norma wurde vorerst als Markennamen der 1949 gegründeten Rasmussen GmbH etabliert. Die qualitative hochwertigen und innovativen Verbindungsmöglichkeiten ließen die Rasmussen GmbH schnell die Vorherschaft im Markt für Verbindungstechnologie übernehmen. Die Marke Norma ist seit dem nicht mehr vom  Markt wegzudenken.

Breeze Industrial Products Corporation

Sequoia Fund: Die Empfehlung von Warren Buffett hat sich ausgezahlt: 13,6% p.a. seit 1970

Sequoia Fund: eine wertvolle Empfehlung von Warren Buffett

Sequoia Fund: eine wertvolle Empfehlung von Warren Buffett


Im Jahr 1951 besucht der Elektroingenieur William J. Ruane beim Ur-Vater des Value Investors Ben Graham ein Seminar. Dadurch lernte er die Prinzipien des Value Investings und auch Warren Buffett kennen und schätzen. Als Buffett seine Partnerschaften im Jahr 1970 zugunsten von Berkshire Hathaway auflöste, schenkte er William J. Ruane enormes Vertrauen. Er empfahl seinen ehemaligen Investoren den Sequoia Fund von Value Investor Ruane und half damit William J. Ruane zu mehr Startkapital.

Warum suchte Warren Buffett William J. Ruane aus?


„Wir trafen uns 1951 in Ben Grahams Kurs an der Columbia University und ich hatte in dieser Zeit reichlich Gelegenheit, seine Charaktereigenschaften, sein Temperament und seinen Intellekt zu beobachten. Falls Susie und ich sterben sollten, während unsere Kinder noch klein sind, ist er einer von drei Treuhändlern, die in Investment-Angelegenheiten Blankovollmacht haben …. Es ist unmöglich, etwaige Fehler auszuschließen, wenn man Menschen vor allem hinsichtlich ihres zukünftigen Verhaltens in einer unbekannten Umgebung beurteilt. Aber Entscheidungen müssen getroffen werden – sei es aktiv oder passiv – und bei Bill [William J. Ruane] bin ich mir hinsichtlich Charakter und Investment-Performance sehr sicher.“

Zitiert aus: Miller (2016): Warren Buffetts fundamentale Investment Geheimnisse, S.294


Buffetts Empfehlung war der Startschuss für die erfolgreiche Investorenkarriere von William J. Ruane, jedoch mit Schwierigkeiten zum Start.



Warum gab es Schwierigkeiten zum Start des Sequoia Funds?


In der Startphase von 1970 bis 1973 war die Performance jedes Jahr unter dem Benchmark S&P 500. Im Jahr 1972 und 1973 lag die Performance sogar 15,4 und 10,1 Prozent unter dem S&P 500. Erst im siebten Jahr holte er auf den Benchmark auf. In unserer gierigen Welt wäre so eine Phase für einen neuen Fonds katastrophal. Die Investoren würden das Geld abziehen und die Banker den Fonds am liebsten schließen. Ein Fall ist auch bekannt, da wurde der Fonds beerdigt, weil der Value Investor zu preisdiszipliniert war und dadurch in den ersten Monaten knapp 20 Prozent auf den DAX verlor.

Das war auch das Problem von William J. Ruane am Anfang. Als richtiger Value Investor ist die Wahrscheinlichkeit groß, in der Endphase eines Bullenmarktes zu underperformen. Die spekulative Natur des Marktes und die hohen Bewertungen der Unternehmen waren auch ein Grund dafür, dass Warren Buffett seine Partnerschaften beendete. Zufälligerweise bewegt sich der Sequoia Fund auch über die letzten 3 Jahre deutlich unter dem S&P 500, was auf die Endphase des Bullenmarktes hindeutet.

Warren Buffett wusste also, dass die Empfehlung riskant war:

„ Indem ich Bill [William] Ruane empfehle, lasse ich mich auf genau die Art von Geschäft ein, die ich bei meinen Aktivitäten im Rahmen des BPL-Portfolios immer gemieden habe - eine Entscheidung, bei der es (persönlich) nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren gibt.“

Zitiert nach: Miller (2016): Warren Buffetts fundamentale Investment Geheimnisse, S. 295.

Wenn die Performance dauerhaft nicht stimmt, fällt das auf Buffett zurück. Jedoch konnte der Fonds überdurchschnittlich bis heute mit einer jährlichen Performance von 13,6 % abschneiden. Langfristige Investoren in den Fonds wurden also belohnt. Das nehmen wir zum Anlass, um auf die gegenwärtige Strategie und Portfolioaufstellung zu schauen.




Wie ist die Strategie des Sequoia Fund heute?